23 Februar, 2018

Waschmittel selber machen - Grüne Gedanken in der (Wasch-) Küche



Wenn sich unser Waschmittelvorrat dem Ende neigt, bekomme ich als kleiner Sparfuchs, der ich manchmal bin, einen leicht erhöhten Puls. 
Waschmittel ist eines der teuersten Produkte beim Wocheneinkauf. Gerade die Mamis und Papis unter uns könnten das nachvollziehen. Wenn die Maschine mehrmals in der Woche läuft, kommt  einiges an Waschmittelmenge zusammen.






Zwar gibt es Waschmittel teilweise zumindest in (fast) plastikfreier Papierverpackung (meist mit einem Kunststoffgriff zum Tragen der Packung), aber doch ist der Markt auch überschwemmt von Pods und Caps und Plastikpöttchen. Dass selbige im TV eine extra Werbung benötigen, in der darauf hingewiesen wird, dass Kinder die bunten Pods nicht in die Hand bekommen dürfen, spricht meiner Meinung nach für sich. Ein Blick auf die Inhaltsangaben zeigt mir schwer aussprechbare Aufheller, Duftstoffe, Enzyme, Phosphate usw... Einiges davon ist sicher sinnvoll, aber anderes Schnickschnack, der schädlich für Haut und Umwelt ist. 


Da haben wir letztens etwas im Netz entdeckt, dass wir unbedingt sofort selbst ausprobieren wollten. Wir haben unser Waschmittel für die Waschmaschine einfach selbst gemacht. Nach meinem Beitrag dazu auf Facebook und instagram haben wir festgestellt, dass viele von euch das bereits genau so machen. Das ist so super! 
Und da es so unfassbar einfach nachzumachen ist und ich mich schon fast selbst dafür ohrfeigen könnte, dass ich das nicht viel früher ausprobiert habe, möchte ich unsere Anleitung und Erfahrung mit euch teilen.


Ihr braucht: 
30g Kernseife (400g; 095€)
4 EL Waschsoda (500g 0,95€)
2 l Wasser
evtl. Duftöl (z.B. Lavendel)
 
Waschsoda gibt es auch in Papierverpackung (dm oder rossmann)


Und so einfach geht es:
Zuerst 30g Kerseife kleinraspeln oder kleinschneiden und zusammen mit 4 EL Waschsoda und 2 l Wasser in einen großen (!) Kochtopf geben. Die Masse gelegentlich umrühren und kurz aufkochen lassen, damit sich die Bestandteile auflösen. Den Topf eine Stunde sich selbst überlassen und anschließend noch einmal aufkochen lassen.
Damit ist die meiste Arbeit schon getan.

Am besten lasst ihr die Masse über Nacht, mindestens aber 4h - 6h ruhen. In der Zeit dickt das Waschmittel wie durch Zauberhand ein. Mit einem Pürierstab oder Mixer schlag ihr das ganze noch einmal etwas cremig und füllt es in ausgespülte Behälter um. Wer mag mischt noch einige Tropfen Duftöl bei. Von dem fertigen Waschmittel benutze ich pro Waschladung etwa 100ml - 150ml.


Und wie ist die Waschleistung?
Wir benutzen das Selfmade Waschmittel nun seit dem 20.Januar. Bei der ersten Waschladung war ich regelrecht aufgeregt. Eine schwierige Mischung aus Sportsachen, Bettwäsche und grasverschmierter Jeans waren zu bewältigen - wenn schon denn schon.
Und ja: Die Wäsche war blitzeblank sauber! Für mich etwas gewöhnungsbedürftig war der fehlende Duft nach "frisch gewaschen". Der Lavendelduft, den ich beigefügt habe, war nur schwach wahrnehmbar, aber ich habe der gesamten Masse auch nur 10 Tropfen zugefügt.
Ansonsten roch die Wäsche einfach neutral, was aber ja nicht nachteilig ist.
Doch bei meinen SportBHs war ich geruchstechnisch nicht hunderprozentig zufrieden.Und ein Handtuch, dass mitgewaschen wurde, war mir persönlich zu rauh.

Ich habe dann meine Mama zu Rate gezogen, die deutlich mehr Wascherfahrung aufweisen kann, als ich, auch eine Facebookleserin habe ich dezent ausgefragt. Die Lösung:
Essig (gibt es in Glasflaschen, kann verdünnt werden) neutralisiert Gerüche und macht die Handtücher weicher. Und bei weißer Wäsche am Besten etwas Natron (gibt es in Papierverpackung) hinzufügen, das verhindert einen Grauschleier.

In den letzten vier Wochen haben wir also mit selbstgemachtem Waschmittel gewaschen und ich merke mit den tollen Tipps keine Unterschiede mehr.

 


Die oben dargestellte Menge Waschmittel kostet, wenn man Essig, Natron und zur Herstellung benötigtes Wasser und Strom hinzurechnet 0,20€. Sie reicht rechnerisch für 13 Waschladungen. Damit zahlen wir, neben ein wenig unserer Zeit und Arbeitskraft 0,015€ pro Waschladung. 
3€ bei 200 Waschladungen im Jahr
Markenwaschmittel kostet pro großer Packung 20€ reicht aber für 100 Wäschen. Also 0,20€ pro Waschladung, zuzüglich Weichspüler (ca. 4 Flaschen im Jahr) landen wir hier bei:
48€ bei 200 Waschladungen im Jahr

Bedenkt man jetzt die Weichspüler- und Waschmittelverpackungen, die jede Familie damit im Jahr durchbringt, lohnt sich die Überlegung, Waschmittel selbst herzustellen auf jeden Fall.
Bei uns ist es mit 2 Waschmittelpaketen und 4 - 5 Weichspülerpackungen noch recht wenig, in 10 Jahren kann man damit aber auch mehr als eine große Mülltonne füllen!


Im Herbst wollen wir auf jeden Fall auch mal das Kastanienwaschmittel ausprobieren. Das lässt sich noch einfacherer und noch günstiger herstellen. Nachhaltigkeit ist doch auch echt spannend. 

Habt ihr euer Waschmittel auch schon selbst gemacht? Wie waren eure Erfahrungen damit?


Wenn euch der Beitrag gefällt und ihr mehr solcher Beiträge von uns lesen möchtet, teilt den Blogpost doch gerne.


Lieblingsgrüße!

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Bio-Waschmittel gibt es mittlerweile übrigens auch in fertiger Variante auf dem Markt.
Ein bisschen schade, dass ich Waschsoda nicht in Papierpackung gefunden habe, gibt es aber zum Beispiel bei dm
Achtung: Bei Seide und Wolle reicht das selbst hergestellte Waschmittel leider nicht aus.

Kommentare:

  1. Hi!
    Super interessant!
    Allerdings nutze ich Waschpulver von Frosch, in Pappverpackung, gut dosierbar und ziiiemlich haut und umweltfreundlich (oder?)
    Meine Motivation zum Selbermachen ist hier sehr gering.
    Aber spanned finde ich es.
    Liebe Grüße Christina

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    1. Ach, ich freu mich aber trotzdem, wenn du eine für dich gute nachhaltige Alternative gefunden hast. Die Frosch-Artikel sind auf jeden Fall schonend, das habe ich auch schon gehört. Frosch wirbt ja auch stark damit.
      Ich wusste zum Beispiel aber gar nicht, dass die auch Waschmittel herstellen.
      Ich denke, da werde ich mich auch mal genauer informieren und vielleicht auch diese Option verwenden.

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    2. Ich hatte als Kind schon eine Frosch-Waschmittelkiste zum Spielen. Ich probiere mich derzeit durch verschiedene Waschmittel aus dem Bioladen.

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    3. Jaaaaa die benutzen wir auch. Die haben auch Weichspüler...Zwar nicht überall aber wenn man die Augen offen lässt findet man schnell heraus welche Läden sie führen.

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  2. Huhu, ich habe Deinen Vorschlag heute Nachmittag gleich mal ausprobiert. Ich bin nun sehr gespannt, ob es wirklich noch eindickt. Nach einer Stunde ist noch nichts passiert. Aber ist ja auch eigentlich nicht so wichtig. Hauptsache die Bestandteile machen ihren Job. Das mit dem Essig habe ich so auch schon mal gemacht. Es heißt, dass bunte Baumwollstoffe dadurch ihre Farben erhalten. Das kann man mit neuen Stoffen (wenn man sie vorwäscht) auch machen. Also einfach Essig ins Waschprogramm.
    LG
    Henrike

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    1. Sehr cool, dass du es direkt ausprobiert hast!
      Bei mir war es auch so, dass erst einfach gar nichts passierte. Ich habe die Mischung dann samt Topf einfach aus meinem Blickfeld gestellt. Am Abend fiel sie mir wieder ein und da hatte ich auf einmal eine dickflüssige Masse.
      Es braucht auf jeden Fall ein wenig Zeit :)

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  3. Ich mag diese neue "Serie" auf deinem Blog, gerne mehr davon :)

    Das selbstgemachte Waschmittel habe ich auch mal probiert. Leider war der Herzmann überhaupt nicht angetan. Er ist ein Freund von Weichspüler, sprich geruchsneutrale, harte Handtücher gehen gar nicht. Schade. Aber vielleicht muss ich einfach nochmal ein bisschen experimentieren... zumindest die Sache mit dem Duft sollte doch machbar sein!

    Liebe Grüße!

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  4. Hallo Linda!
    Schon lange bin ich eine stille und begeisterte Leserin deines Blogs. Deine neue Serie "grüne Gedanken" finde ich prima, auch wenn es mir selber leider zu aufwändig ist das durchaus sinnvolle Vermeiden von Plastik so durchzuziehen wie du, Respekt!!! Aber es gibt auf jeden Fall Anstöße den Verbrauch zu überdenken... bei deinem Waschmittelpost ist mir allerdings (bestimmt auch dank deiner Sensibilisierung gegenüber Plastik ;-)) die doch sehr plastikhaltige Beschriftung der Glasflaschen aufgefallen...! Vielleicht findest du ja dazu noch eine Alternative?!
    Ganz liebe Grüße
    Barbara

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  5. Hallo,
    was ich doch erschreckend finde, dass immer noch Weichspüler benutzt wird. In meinem jetzt fast 30jährigem Haushaltsleben hab ich noch nie eine Flasche Weichspüler gekauft. Als umweltbewußte Frau sollte man darauf auf jeden Fall verzichten, egal ob gekauftes Waschmittel verwendet wird oder selbstgemachtes.
    Kastanien hab ich mal getestet, die haben mich aber net wirklich überzeugt und ich hab sie entsorgt. Sind sie hart, kann man sie nimmer schneiden um sie einzuweichen. Aber während der Kastaniensaison kann ich kein Waschmittel fürs ganze Jahr herstellen. Irgendwo hatte ich neulich was von Efeublättern gelesen, dass 10 Stück pro Waschgang wohl reichen. Meine Nachbarin hat immer Efeu, das zu mir rüberwächst, mal sehn, ob ich es später mal teste.

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  6. Hallo,

    das ist ja eine klasse Idee, werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Ich nutze seit langem das Waschmittel von Frosch oder Lenor, was es in Pappverpackungen gibt. Eine Frage hätte ich noch, weist du denn in etwa, wie lange das selbstgemachte Waschmittel haltbar ist? Könnte ich es also auf Vorrat herstellen?

    Liebe Grüße, Anke

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