20 Mai, 2013

Erziehungsfragen - Fernsehen

Abends vor dem Schlafen gehen darf das Zuckermädchen gelegentlich "das Sandmännchen" schauen.
Eine einzige Folge - nachdem der Sand in die Kinderaugen gestreut wurde, ist Schluss.
Wir schauen auch immer nur die gleichen fünf oder sechs Folgen, selten etwas Neues

Ist das zu streng? Oder ist das schon zu viel?



Vor der Geburt des Mädchens habe ich selbst viel fern gesehen. Die Kiste wurde am Nachmittag nach Feierabend angestellt und abends vor dem Schlafengehen wieder ausgestellt.

Das sich das ändern sollte, sobald wir ein Kind haben, war mir immer klar.
Seit das Mädchen in unserem Leben ist, habe ich weder Lust noch Zeit lange und viel fernzusehen.
Meist wird der Fernseher zum "Viertel-nach-Acht-Film" angestellt, aber auch dann schaue ich nur wenig hin.
Ich habe von Beginn an bei allen Omas, Opas, Tanten und Onkels das eindeutige Verbot ausgesprochen: "Das Mädchen darf nicht fernsehen!" Wenn wir irgendwo zu Besuch kamen, wurde der Apparat ausgestellt. Auch nebenbei sollte der Fernseher nicht laufen.
Mit wenigen Wochen oder auch mit wenigen Monaten muss das meiner Meinung nach nicht sein!

Natürlich ist es lustig mit anzuschauen, wenn so ein kleiner Drops gebannt auf die Mattscheibe starrt... der kleine Mund offen, die Augen verfolgen jede Bewegung... Aber das kleine Köpfchen kommt doch noch nicht hinterher!
Den gleichen gebannten Effekt hatte übrigens die sich drehende Waschmaschine auf das Zuckermädchen-Baby!


Der Fernseher interessiert das Mädchen zum Glück nur wenig. Sie ist ein aktives Mädel und turnt lieber auf Zehenspitzen auf der Sofalehne herum, während sie ihre Trinkflasche als Hut auf dem Kopf balanciert und "fährlich, fährlich, Turner bin ich" ruft, anstatt nur eine Minute zu viel ruhig auf dem Sofa zu sitzen.
Nur das Sandmännchen gehört für sie jedoch -im Wechsel mit gemeinschaftlichem Buch lesen- zum abendlichen Pflichtprogramm. Den Moment in dem sie mit mir oder dem Besten zusammengekuschelt auf dem Sofa sitzt und die kurze Folge auf dem Tablet schauen darf, braucht sie, um ruhiger zu werden.


Wenn das Mädchen nun krank ist, zahnt und gleichzeitig schrecklich unzufrieden ist,
dann lockt der Fernsehapparat aber auch mich: "Setz die Kleine doch davor... nur eine halbe Stunde... eine halbe Stunde Ruhe für dich!"
Ich versuche immer, das Mädchen anders abzulenken, zu beruhigen, zu bekuscheln, zu besingen... aber manchmal, wenn alles nicht hilft, das Wetter nicht zum Rausgehen einlädt und ich selbst schon auf dem Zahnfleisch laufe... hach, dann ist es so einfach, nur den Fernseher anzustellen...
Nur kurz...
Nur ein bisschen Ruhe...


Wie geht ihr mit dem Thema Fernsehen um?

Kommentare:

  1. Ich finde deine Einstellung sehr richtig! Bei uns ist es ganz ähnlich. Ich finde es falsch den Fernseher ganz zu verteufeln (außer es gibt einfach wirklich keinen im ganzen Haus, dann ist es auch okay), aber ich bin auch der Meinung, dass Kinder nur sehr kleine Dosen vertragen und wie auch bei den Büchern die man immer wieder liest, auch das schauen der immer selben Sequenzen sehr gut ist. Meine zwei (3 und 5 Jahre) dürfen maximal 20 Minuten pro Tag schauen und sie haben noch nie ferngesehen, sondern nur Sachen auf DVD, und da auch nur ausgewählte Sachen und diese eben teilweise wahrscheinlich schon 100mal.
    Aber ich kenne auch die Tage, wo man sich denkt, wieso lass ich sie nicht einfach 2 Stunden vor der Glotze hocken und habe meine Ruhe. Trotzdem merke ich auf der anderen Seite, wie gut ihnen das wenige Fernsehen tut und fühle mich dann in unserer Entscheidung immer wieder bestärkt.
    lg
    Anja

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  2. Wir sehen das ganz ähnlich...aber Sandmännchen gucken wir inzwischen jeden Abend vorm Schlafengehen. Wir sitzen dann alle drei gemeinsam zusammengekuschelt auf dem Sofa und geniessen die 15min. Laura staunt übet die kleinen Filmchen, aber nach den paar Minuten will sie auch nicht mehr stillsitzen :o)
    GlG Mandy

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  3. Es ist, denke ich, wie bei allem. Die Dosis macht es. Wir selbst schauen schon seit Jahren überhaupt nicht mehr und unser Fernseher ist nur noch ein Staubfänger. Ich schaue ab und zu Tatort am PC. Unser Großer (5) guckt jeden Abend den Sandmann bei Oma. Ansonsten kann man ihn auch nicht zu Filmen oder anderem überreden. Er hat viel zu viel Angst davor. Von daher hat sich das Thema von selbst erledigt. Eine zeitlang hat er mal eine Trickfilmfolge auf DVD geschaut. Da war eine Folge 10 Minuten oder so... aber das ist mittlerweile auch vorbei. Achja und Petterson und Findus am Weihnachtsmorgen fand er total schön, weil er die Bücher auch sehr mag.
    LG
    Kerstin

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  4. Das hast du zu süß geschrieben!
    Eine ähnliche Einstellung haben wir auch zum Fernsehen in Bezug auf den kleinen 19 Monate alten Löwen. jedoch lockte mich die Mattscheibe zu sehr. Ich konnte nicht widerstehen und so lief die Flimmerkiste immer morgens, damit ich mich in Ruhe für die Arbeit fertig machen konnte. Bei uns war der kleine Maulwurf Programm.
    Dann jedoch kamen die ersten Vorboten der Trotzphase und der Löwe forderte mit Schreiattacken im Wohnzimmer seine Filmchen ein. Morgens, nachmittags, abends... Es wurde immer schlimmer, so dass wir uns entschieden haben komplett auf den schwarzen Kasten zu verzichten!
    2 Tage waren morgens der Horror, aber nun ist alles toll. Der Kleine spielt alleine und verwüstet die Wohnung und ich mach mich schnell fertig.
    Wir werden erst mal dabei bleiben und müssen dann schauen, wie und wann der kleine Maulwurf wieder kommen darf!
    Solange kleine Kinder nur max 1/2 Std. schauen, finde ich es vertretbar. Medien gehören nun einmal zu der modernen Gesellschaft in der wir leben. Kinder müssen schrittweise herangeführt werden - mit Kopf, Verstand und Herz.
    Wenn man sein Kind genau beobachtet, merkt man doch wann es zu viel wird.
    Liebe Grüße vom Hauptstadtmonster

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  5. Ich bin auch n böser Fernseh-Suchtel aber nur wenn der kobold nicht da ist. Abends schaut er ab und an das Sandmännchen aber tv bockt ihn auch wirklich nicht so sehr. Bei Großeltern und Urgroßelterb ist's ok. Er ist sehr selten woanders und wenn der tv lauft schaut er eigwntlich nicht hin. Zu hause läuft viel Musik. Das ist viel wundervoller! ^^ als der kleine und ich beide mit Bronchitis flach lagen war die Flimmerkiste aber doch an! ;) Aber nichts ersetzt das Klettern, die Küche ausräumen und einräumen oder malen!! ;)
    :* Liebste grüße

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  6. ich denke, diejenigen die ihr Kind deutlich mehr fernsehen lassen als du, werden hier gar nicht posten. Am Ende ist es wie bei allen Erziehungsfragen: jeder muss seinen eigenen Weg finden und gehen.
    meine sind schon älter und dürfen daher auch etwas anderes und etwas mehr sehen. Von striktem Fernsehverbot halte ich nichts. Es ist eine Sache, bei der man wie bei vielem (Süßem etc.) Maß halten lernen muss.

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  7. Die Kurzform: Kein regelmäßiges Fernsehen, alle 2-4 Wochen mal eine DVD, bis 2,5 Jahre gar kein TV, danach ließ es sich beim Kleinen nicht mehr ganz verhindern. Fernsehen zum "runterkommen" mag ich gar nicht, denn die bunten Bilder überdecken ja nur die Eindrücke, die eh schon zu viel waren. Ich mag kein Fernsehen für Kleinkinder und bin da ganz bei Dir, bzw. wenn ich das so lese noch viel strenger.

    Das eigene Fernsehverhalten lief und läuft übrigens genauso wie Deins. ;-))

    Liebe Grüße
    Sarah

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  8. Meine 2 Jährige liebt Caillou:) Das darf sie morgens gucken, während ich die beiden anderen für die Schule fertig mache....danach geht der Fernseher für den Rest des Tages aus. Für uns ist das vollkommen okay und ich würde mich da auch vor niemandem rechtfertigen.

    Liebe Grüße Claudia

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  9. die große fing "erst" mit etwa 3 an kleine filmchen zu schauen. die kleine natürlich entsprechend eher, manchmal mit der großen gemeinsam. aber das ist dann qualitative zeit.

    ich glaube, ihr macht das schon ganz richtig so. ausnahmen bestätigen die regel :)

    glg
    halitha

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  10. Ich finde da muss jeder seinen eigenen Weg finden und zwischen null fernsehen und stundenlang davor sitzen gibt es viele zwischenstufen.
    Als Martha ganz frisch auf der welt war, verstaubte die kiste hier auch noch und war nie an, bis ich irgendwann merkte, dass ich nichts mehr von der welt mitbekam, deshalb hab ich nach ein paar wochen wieder nachrichten geguckt. Wenn Madame sehr anstrengend ist, dann kommt sie auch ins tuch zum schlafen und ich lass mich von punkt 12 oder so berieseln, damit ICH runter komme. Es gibt schon menschen die das verwerflich finden, aber ich finde man sollte die kirche im dorf lassen. wir schauen auch abends im bett wenn die kleine schläft am laptop noch serien. Man ist auch noch mensch und nicht nur eltern. Wenn Martha wach wird, wird die kiste aber meistens aus gemacht, außer wenn sie gaaaaaaaaaaaaanz schlecht drauf ist, und ja ich las sie auch mal 5min hinstarren wenn ich einfach endlich mal frühstücken muss oder nen wichtigen anruf tätige. Wie wirs später macen wissen wir noch nicht genau, das wird sc wie alles andere eben einfach ergeben. LG Svenja

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  11. Ja das ist wirklich mal wieder ein Thema, da kann man sehr sehr diskutieren und es gibt so unterschiedliche Meinungen. Ich für meinen Teil verteufel den Fernseher eher nicht. Ich finde wie schon einige meiner Vorredner, das Maß machts. Sandmann ist für uns definitiv Abendprogramm, ich finde da auch nichts verwerflich dran, danach dürfen meine beiden Mäuse (fast 3 und 5 Jahre noch ca. 30 Minuten fern sehen --> entweder das was nach dem Sandmann kommt oder Maulwurf oder Shaun das Schaf oder so was in die Richtung). Meine beiden sind keinesfalls davon abhängig und sie sind auch ansonsten nicht auf TV geeicht, spielen auch lieber draußen oder bauen Lego oder was auch immer und falls dieses Fernsehen mal ausfällt, weil wir länger unterwegs waren und es schon Schlafenszeit ist, geht es auch durchaus gut ohne Fernsehen ins Bett. Nur vorlesen muss dann noch sein ;). Mit dem großen waren wir auch schon einmal im Kino und werden es demnächst nochmal tun.
    Wir gucken mit ihm auch manchmal in der Mittagspause am Wochenende einen längeren Kinderfilm oder eine Tierreportage oder was über Traktoren (naja jedenfalls etwas "Gutes"). Er will zur Zeit auch so viel wissen, manchmal können solche Sendungen dann auch hilfreich sein, weil es doch in meinen Augen noch sinnvolle Sachen im TV gibt, man muss nur suchen ;).

    GLG Claudia

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  12. Wir halten das auch so: kein Fernsehen, nur in Ausnahmefällen. Den Sohn interessiert der Kasten auch garnicht. Er findet den digitalen Bilderrahmen auf dem Beistelltisch viel interessanter. Da sind Mama, Papa und Oma und Co und eben auch ER zu sehen. Oder wenn ich mit dem Handy ein Foto mache, will er es auch sehen. Letztens haben wir den Sandmann getestet und zum Glück kamen Herr Fuchs und Frau Elster und er hat immer vom Wauwau und dem Vogel erzählt. Aber als das zu Ende war, wars auch gut. Bei Verwandten gibts nie Fernsehen. Aber meinem Vater muss das jedes Mal vorgebetet werden. Der ist ans Haus gefesselt und schaut eben viel TV als Brücke nach draußen sozusagen. Aber wenn der Enkel da ist, sollte schon er die Priorität sein und die Kiste auch aus...

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Und was denkst du darüber?