02 Februar, 2013

Kind da - Freunde weg?

Die Liebe Doro von der Liliput-Lounge hat mich vor ein paar Tagen angeschrieben. Mein Blog wurde gerade gestern in einer neuen Rubrik "Blog Empfehlungen" vorgestellt. Dafür führte Doro mit mir ein kurzes Interview. Die Fragen sind harmlos und einfach... trotzdem kam ich ganz schön ins grübeln, denn meine Antworten sollen ja nicht langweilig sein, aber trotzdem der Wahrheit entsprechen.

Unter anderem: Beschreibe deinen Blog in 5 Stichworten.
Puhhh! Schwierig...
Bunt, kreativ, manchmal ein bisschen verrückt... hmmm...
Was ich letztendlich geantwortet habe, könnt ihr HIER nachlesen....




Ein interessanter Artikel  in der LilliputLounge hat den Titel "Kind da - Freunde weg" über den ich auch etwas nachdenken musste.
Zwar hat uns keiner unserer Freunde die Freunschaft gekündigt, seit wir zu dritt sind! Viele sind wirklich sehr verständnisvoll!
Aber der Freundeskreis hat sich doch ein wenig verschoben. Der Kontakt zu kinderlosen Freunden wird weniger, dafür kommen neue Freunde mit Kindern hinzu.

Es ist einfach schwierig, dieses ganze "Mama-Ding" zu verstehen, wenn man es selbst noch nicht erlebt hat. Da möchte ich keinem meiner kinderlosen Freunde einen Vorwurf machen.
Vor ein paar Jahren war ich selbst genervt von ständigen Gesprächsthema Kind. War manchmal überzeugt, dass die eigenen Kinder als Ausrede benutzt werden, um an Unternehmungen nicht teilnehmen zu müssen.
Habe sogar mit den Augen gerollt, wenn Mamas von Einzelkindern davon sprachen, nicht die Zeit zum Arbeiten zu finden...

Der AHA-Effekt kam hinterher...
Von einer Sekunde auf die andere habe ich mich verändert, nicht um 180°, aber doch merklich.
Und ich fühle mich TOLL als Mama!
Ich liebe es, über das Zuckermädchen zu reden, bin Abends wirklich oft zu müde, um noch los zu gehen, und bin mit meinem 60% Job als Ingenieur im Testing und dem Dawanda-Shop wirklich am Rande meiner Kapazitäten angekommen. In meinem digitalen Fotoalbum werden Partyfotos durch Zuckerbilder ersetzt...
Die Kommunikation mit "Leidensgenossen" ist da einfacher. Auch Verabredungen mit anderen Familien und Müttern sind schneller gemacht... da kann man seine Lieblingskinder ja einfach mitnehmen. Oft sind sogar Windeln, Kommode und Spielsachen vorhanden, so dass man höchstens noch ein Becher einpackt, statt den ganzen Hausstand mitzuschleppen.



Dennoch tut es mir gut, auch mal mit Nicht-Mamas zusammen zu sein... Wieder über belanglose Themen wie Shopping und Party zu sprechen oder wahnwitzige Karrierepläne zu schmieden. Cocktails zu trinken , zu quatschen oder auch mal ganz andere ernste Themen anzusprechen... Ich freue mich natürlich wenn zwischendurch das Gespräch auf Zuckermädchens Entwicklung fällt, aber es ist dann auch gut, wenn im Anschluss wieder über andere Themen gesprochen wird. Da darf man eine Mama auch ruhig mal ausbremsen!

Wie haben eure Freunde auf die ersten Babys im Freundeskreis reagiert?
Hat sich etwas verändert? Oder ist alles beim Alten geblieben?


Lieblingsgrüße

P.S.:
die Bilder sind NACH Zuckermädchens Geburt entstanden... Party mit Freunden geht! Aber eben nicht mehr so oft...


Kommentare:

  1. Ich bin so ziemlich die letzte im Freundeskreis die keine Kinder hatte. Ich dachte immer, ich werde 100% so wie meine Freunde, die Kinder haben. Ich bleibe nämlich genau so wie ich bin und rede nicht 24 Stunden am Tag darüber was Baby alles kann und tut. Und habe auch noch ein Leben außerhalb von Windel, Fläschchen und Co. Genau so ist es geworden, auch wenn man nicht mehr so oft raus kommt wie früher!
    Ist aber schon wahr was du sagst, der Freundeskreis verschiebt sich schon etwas... Und nicht jeder hat Lust, zu mir zu kommen und 3 mal Party in der Woche geht auch nicht mehr...
    Aber das Leben muss sich auch mit Kind nicht um 180 Grad drehen... :-))
    Lieben Gruss
    Ina

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    1. Das ist schön, dass du dein "altes Leben" trotz Kinder nicht gänzlich aufgegeben hast.
      Ich finde auch, man sollte eine gesunde Mischung zwischen "Mama" und "Ich selbst" anstreben und sich nicht gänzlich aufgeben!

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  2. Ein sehr spannendes Thema, finde ich! Vor meiner Schwangerschaft habe ich, so wie du auch, keinen richtigen Bezug zu meinen Freunden mit Kindern gehabt. Waren eben zwei Welten. Und jetzt bin ich in dieser Rolle und merke, wie Nichtmütter eben nicht mehr taeglich anrufen und mit mir etwas unternehmen. Jetzt tratschen sie eben mit anderen Nichtmüttern. Finde ich auch eigentlich okay, denn ab und an nehmen wir uns doch die Zeit füreinander. Irgendwann, wenn der Kaefer dann mal abends ohne mich und meine Brust auskommt, wird auch wieder gefeiert. Zumindest mal weggegangen. Momentan überwiegt bei mir das Babythema einfach - ich freue mich, wenn ich bald wieder arbeiten gehe, damit ich nicht so ne Übermutti werde. :D

    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Auf einmal ist das Verhalten von den "Mamis" irgendwie logisch, oder? Zumindest stellenweise kam mir nach der GEburt der große AHA-Effekt.
      Für mich war es auch wichtig, wieder zu arbeiten. Bei der ARbeit bin ich zu 98% nur ich. Nur ein winziger Mama-Teil von mir kommt mit zu Arbeit... um bei Laune zu bleiben ;)

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  3. Hallo,
    auch wir haben das mit den Freunden gemerkt, wobei es mehr ein Kind da - neue Freunde auch ! Die Interessen verschieben sich einfach. Niemand hat uns die Freundschaft gekündigt, es war eher ein schleichender Prozess.
    Das bei uns dazu noch ein Umzug dazu kam, der uns von Aachen nach Stuttgart geführt hat, hat dann noch den Rest dazu beigetragen, das man nur noch über Facebook "Freunde" ist.
    Aber wie heißt es so schön, eine Tür schließt sich und eine andere öffnet sich.

    glg Minna

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    1. Du hast Recht... es sollte eher "Kind da - neue Freunde auch!" heißen.
      Ich habe durch mein Kind viele wundervolle Menschen kennengelernt!

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  4. Lindali <3

    Das Foto von euch beiden hängt sogar an meiner Schlafzimmertür :)
    Und ich muss ja mal sagen, wer kein Verständnis hat, dass sich der Lebensmittelpunkt verändert, der hat halt Pech gehabt.
    Ich hab - wie Du zumindest weißt - noch keine Kinder und freue mich aber für euch und lese/ höre mit Liebe und Spaß jeden Tag aufs Neue gerne, was das Zuckermädchen alles macht, lernt und wie es ihr und euch geht :)
    Außerdem ist es doch manchmal auch viel schöner, wenn man sich eben nicht jeden Tag sieht, dann hat man auch mal mehr zu erzählen ;)
    Von mir habt ihr also das Okay für noch mindestens 20 weitere Zuckerkinder, ich werd euch drei immer lieb haben! :-* <3

    In Liebe, die Maike =)

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    1. Ach Maiki!

      Genau deshalb bist du auch eine besondere Freundin! Eine von denen, die einfach immer da sind. Auch wenn ich mich wochenlang wegen Kinderkram nicht melde, bist du nicht nachtragend und fragst sogar ganz viel Kinderkram nach *lach*

      Freu mich, dich bald mal wieder zu sehen!

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  5. Schönes Thema...

    also, bei mir hat sich sehr viel geändert. Mein Leben, mein Freundeskreis und meine Persönlichkeit. m
    Bevor ich das erste Mal schwanger war, hab ich JEDES Wochenende gefeiert, oft sogar 2x. ^^ Ich war faul, unzuverlässig und im Kopf nicht sehr erwachsen. Höchstens, wenn ich es gerade musste. ^^ Als die Bekannten meiner Mutter hörten, dass ich schwanger war, schlugen sie die Hände über den Kopf zusammen!!! "Ach du Schande... die Danni und en Kind!!!" Um so besser, dass ich alle überzeugen konnte, dass ich mit Herz und Seele Mami bin und mir der Job auch richtig gut steht. ^^
    Meine alten Freunde hab ich immer noch, aber der Kontakt ist sehr viel seltener geworden, was ich aber nicht zu 100% auf meine Kinder schiebe, sondern auch, dass jeder halt seinen Job hat, dem er/sie nachgeht. Dafür hab ich aber auch sehr viele Mami-Freundinnen gefunden, die nicht NUR Mami-Freudninnen sind, sondern die mittlerweile eher meine Nicht-Mami-Freundinnen geworden sind, weil wir viel mehr ohne die Kinder machen. Die Kinder waren nur der Grund, dass wir uns kennenlernten.

    Ich bin sehr erwachsen geworden, durch meine Mädchen. Feiern war ich seit 2,5 Jahren nicht mehr, weil das 2. Mädchen im Anmarsch war und ich, bis vor ca. 2-3 Wochen, noch gestillt hab. Aber es wird bald nachgeholt und ich freu mich auch drauf.

    Puuh... en halber Roman. ^^ Aber über das Thema könnt ich echt imme weiter schreiben. :-*

    Knutsch dich, Lindalein. :-*

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    1. *lach* ich könnt mich darüber auch ausschreiben.
      Bei mir hat zwar niemand die Hände übern Kopf zusammen geschlagen, da ich eigentlich gesellschaftlich "bereit" war, Kinder in die Welt zu setzen (Ausbildung, Job, Heirat, Hausbau etc... der ganze Spießerkram eben), aber für mich war der erste Moment ein echter Schock: "Schwanger? Ich? Jetzt schoooon? Ich weiß gar nicht ob ich das kann und ob ich das will"
      Ich musste mich eine Weile mit dem Gedanken auseinander setzen und mir ist schließlich gar geworden, dass das wirklich ein echtes großes Glück ist!

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  6. Die meisten Freunde die ich (bzw. wir) haben, haben keine Kinder.
    Mich jetzt als "typische Mama" zu bezeichnen gefällt mir nicht - deswegen habe ich auch keinen engen Kontakt zu anderen Müttern. Mir gehts damit wunderbar!

    Ich liebe mein Kind -> meine Familie! Aber ich liebe auch mein Leben - und darauf lege ich auch großen Wert.
    Dank dieser Ausgeglichenheit haben Freunde ohne Kinder den Zugang zu den Thema "Kinder" gefunden und sagen heute das sie mich als Vorbild nehmen.
    Bei mir macht es glaube ich die Mischung - jung Mama geworden, schnell wieder arbeiten gegangen, des Kindesvater geheiratet, Dinge gewagt die sich andere wohl nicht getraut hätten, die lockere, liebevolle und auch teilweise strenge Erziehung des Kindes, bei mir stimmt das soziale Umfeld aus Freunden bekannten und Arbeit und vorallem die Tatsache das man es mir im ersten Moment nicht ansieht eine Mama zu sein.

    Ich gehe einfach ungezwungen und leicht durch das Leben - dadurch fliegen mir neue Bekanntschaften/Freundschaften quasi vor die Füße.
    Das ich eine eigene kleine Familie haben erwähne ich nicht gleich immer zu Anfang - um so größer ist die Verwunderung wenn ich das bei einem zweiten oder dritten Treffen erwähne :D

    Was Gesprächsthemem angeht....bei den engeren Freunden spricht man schonmal häufiger über das Kind - die kennen es ja auch persönlich und fragen oft von alleine nach.

    Bei Bekannten wird erst dann darüber gesprochen wenn sie von sich aus anfangen - ich zwänge niemanden das Thema auf, da ich selber weiß wie ich damals (noch Kinderlos) darauf reagiert habe wenn jemand beim weggehen über sein Kind gesprochen hat.

    Wie gesagt: die Mischung machst :)

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  7. Hallo,
    ein tolles Thema. Wir waren damals die ersten im Freundeskreis, die Nachwuchs bekamen. Alle waren gespannt, nahmen Anteil, aber schon während der Schwangerschaft merkte man an den Gesprächsthemen die Veränderung. Als die Maus dann da war, kamen ein paar neue Kontakte aus Kursen dazu und ein paar Freundschaften wurden weniger intensiv, da man sich nicht mehr so oft sah.
    Bevor die Maus 1 Jahr alt war, zogen wir weiter weg in eine ganz andere Stadt und der Kontakt mit allen hat eine andere Dimenson und einen anderen Kommunikationsweg gefunden. Der Kontakt wird aber von vielen Seiten gehalten.
    Inzwischen ist unsere Maus 5 Jahre alt und es sind 4 weitere Kinder im Freundeskreis augetaucht. ;) Da wir möglichst bald wieder in die alte Heimat ziehen wollen, wird das sicher eine neue Freundschaftserfahrung, wenn wir plötzlich alle Eltern sind. Hoffentlich klappt es mit dem Anstellung dort finden, so dass wir den Weg wirklich gehen können.
    Viele liebe Grüße Ulrike

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