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08 Juni, 2018

und wenn ich einfach nicht mehr blogge? Schnellebigkeit im Netz

Ein Blog.
Im Zeitalter von instagram, twitter, facebook und snapchat ist das etwas Unnötiges.
Die Fans und Freunde geifern nach schnellen Informationen und davon bitte viele in kurzer Zeit.

Wer von euch nimmt sich noch Zeit einen Blogbeitrag komplett zu lesen? In der schnelllebigen Zeit von heute ist doch jeder von euch eher ein "Zeilen-Überfliegen" denn ein "Zwischen-den-Zeilen-Leser", oder? Jeder zweite vielleicht nur noch ein "Headline-Leser" und jeder dritte schaut nur noch Bilder an.

Auch ich lese zwar immer noch sehr gerne Blogbeiträge, doch erhalten in erster Linie nur Fotos und Abbildungen meine (fast) volle Aufmerksamkeit, die Texte sondiere ich nach für mich wichtigen Informationen. Ich will mir schließlich nichts entgehen lassen.
Dennoch könnten in den Minuten, in denen ich mich auf den Bildschirm am Laptop konzentriere, Milliarden weitere Informationen im Netz ungesehen an mir vorbei gehen.
Also lese/überfliege ich den Blogbeitrag in der Zeit, in der sich im Hintergrund im Browser weitere Fenster mit zu vielen Informationen öffnen.


 


Immer wieder denke ich im Hinblick an den Wandel der Gesellschaft daran, meinem Blog die ewige Ruhe zu gönnen. Oder vielleicht eine sehr lange Sommerpause.
Doch den richtigen Ruck dazu kann ich mir noch nicht geben.

Denn ich liebe es zu schreiben! 

Ich liebe es mich in Worten auszudrücken, in verschachtelten Sätzen mit Fremdwörter zu hantieren und meinen eigenen flachen Humor zweideutig in eigentlich ernste Themen einzustreuen.
Ausführliche Monologe und Diskussionen kann man meiner Meinung nach auf Instagram und Facebook nicht ausreichend niveauvoll ausarbeiten. Die Aufmerksamkeitsspanne des normalen Facebooknutzers reicht nur noch für wenige Sekunden. Einen Beitrag mit mehr als vier Sätzen auszuschmücken ist schon gewagt. Dort vielleicht sogar zwei voneinander abweichende Thesen  kund zu tun, grenzt an Wahnsinn.

Es bleibt uns schreiblustigen Tastaturfreunden also nur der Blog um sich von seinen Gedanken frei zu schreiben. Doch eure Aufmerksamkeit für meinen Blog sinkt von Tag zu Tag und Woche zu Woche weiter ab.Ich mache euch keine Vorwürfe. Selbst meine Aufmerksamkeit für eure, von mir geliebten (!) Blogs liegt nur noch knapp über Null.

"keine Zeit, keine Zeit".

Im Schnitt erhalte ich null bis zwei Kommentare pro Beitrag, wenn ich ihn nicht überall propagiere. Die Reichweite eines Blogbeitrags hat sich innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Ob überhaupt jemand - außer die wenigen Kommentierenden - meine Blogbeiträge liest, weiß ich gar nicht.

Manchmal sitze ich viele Stunden, manchmal sogar einige Tage an einem Blogbeitrag (Fotos, Texte, bearbeiten, Wissen anlesen).
Recherchierte, emotionale und mir wirklich wichtige Themen, die ich in meinem Blog in Worte fassen zu versuche gehen in der WWWelt unter.
Im Vergleich dazu kann man bei instagram einen ganzen Haufen Likes innerhalb der ersten Stunde sammeln und erfährt das Feedback in Echtzeit.




Ich muss einsehen: Mein eigener Fame-Status reicht nicht aus, um mich langfristig über Bloggerwasser zu halten. Ebenso wenig reicht meine Motivation, mehr Zeit und Arbeit als mir möglich in den Blog zu investieren aus.
Mein Bloggertheme sieht seit über einem Jahr identisch aus und überrascht euch nicht mehr.
Statt täglichem Newsfeed erhaltet ihr maximal zweiwöchentlich einen Text auf dem Desktop.
Warum? Weil ich mich am Abend oder am Wochende, wenn der Alltag erledigt ist, tatsächlich lieber um mich selber kümmere, Freunde treffe, mit dem Liebsten ausgehe, Sport treibe, nähe, shoppe...

Dieser vermeindliche Hang zur Selbstsucht wird nun mit sinkender Blogattractivity bestraft. 

Und wieder und wieder frage ich mich: Belastet dich das?

Brauche ich Likes, Aufmerksamkeit und Kommentare aus dem Netz von mir (meist) fremden Personen überhaupt?
Wie schön wäre es, die gebloggte Zeit einfach mit Freunden oder mit dem Zuckermädchen zu verplempern.
Wie einfach wäre es, einfach ein Shirt zu nähen, es anzuzuiehen, zu waschen und den Gedanken "Mist, ich muss das noch fotografieren" völlig außer Acht zu lassen.
Oder mit dem Mädchen eine Kleinigkeit zu basteln ohne vorher die dafür benötigten Materialien festzulegen und für ein Foto zu drapieren oder auf das richtige Licht zu warten.
Oder Kekse zu backen ohne mindestens einmal empört aufzuschreien: Nicht! Ein paar davon müssen schön werden für den Blog! 




Doch manche Blogbeiträge bringen beim Schreiben nicht nur Freude mit sich oder halten Erlebtes wie Erinnerungen fest, sondern sind auch eine Art der Seelenreinigung. So wie dieser hier zum Beispiel.

Auch fühle ich ein gewissen Verantwortungsbewusstsein gegenüber euch und meinen wenigen ausgesuchten Kooperationspartnern. Und wenn ich dann tatsächlich kurz davor bin, dem Bloggerleben wirklich ein Ende zu setzen, spricht mich eine Freundin oder ein Arbeitskollege an und erzählt mir, dass mein letzter Beitrag richtig klasse war.

Über kurz oder lang werde ich mich zurückziehen und auch nur noch den Instantinhalt liefern, der eben den Zahn der Zeit darstellt.

Was meint ihr, sterben wir Blogger aus?



Lieblingsgrüße!

____________________________________
Mit diesen Worten verabschiede ich mich bereits jetzt in eine Blogger-Sommerpause ohne festen Endtermin.
Gerne möchte ich aber noch hier oder auf den anderen Kanälen mit euch über das Bloggerdasein diskutieren. Deshalb kommentiert gerne noch, auch wenn ich pausiere. 



08 Mai, 2018

Erzieht uns die Schule zu Helikoptereltern? Wir weigern uns.

Ihr erinnert euch alle an eure Kindheit. An die Freiheit, die Unbeschwertheit und die Sorgenlosigkeit. An die Zeit als die Straße und die Nachbarschaft noch zu eurem Garten zählten. Als ihr mit dem Rad zu Freunden fuhrt, mit der einzigen Auflage zum Abendessen wieder zurück zu sein.
Wir hatten keine Sorgen, nur ganz viel Zeit in der frischen Luft, in der wir Frösche fingen, Käfer sammelten, Sand und Steine auf ihren Geschmack prüften und auf Bäume kletterten.

Im Kindergarten bekam ich morgens neben dem kleinen Rucksack auch den kleinen Bruder an die Hand. Das kurze Stück zum Kindergarten gingen wir völlig selbstverständlich allein.
Auch den Schulweg kannte ich lange vor dem ersten Schultag. Meine Schultasche hat meine Mama nie gepackt und meine Schulsachen waren auch nicht thematisch nach Farben sortiert und mit Symbolen gekennzeichnet. Und nein, keiner meiner Stifte hatte ein Namensetikett. Abgesehen von dem neuen tollen Füller, auf den ich so wahnsinnig stolz war, dass ich selbst (!) meinen Namen darauf geschrieben habe.


Heute sind wir gerade beim Thema Schule so wenig gelassen, wie nie zuvor. Wir zwängen uns in Regeln und Vorschriften und gehen jeden Weg, um unsere Kinder schon in der Krippe auf das Einser-Abitur vorzubereiten.
Da  sind die Eltern, die am Schultor noch mal die Tasche überprüfen und notfalls den vergessenen Turnbeutel direkt zur Sporthalle bringen.
Da gibt es Eltern, die mit den Kindern auf Klassenfahrt wollen, um zu sehen was die Kids da so alleine machen.
Da sind die Väter, die ihre Kleinen von Logopäde zu Therapeut schleppen, weil die Aussprache nicht ganz und gar hunderprozentig ist (übrigens lisple ich selbst ganz leicht und das seit ich denken kann).
Selbst beim Spielen, gibt es die Eltern, die dem Kind mit der Hand am Kinderpopo auf dem Klettergerüst nachklettern.
Die Mutter, die mit den Kleinen im Sandkasten hockt und nacheinander verschiedene Sandförmchen zum Spiel anbietet. Und natürlich wird nur im runderherum eingezäunten Garten, unter ständiger Aufsicht und stetiger Verfügbarkeit von Saft, Snacks, Sonnenmilch und Insektenspray gespielt.


you can do it


Nun grenzt es fast an Fanatismus, wenn ich die Schule für diesen Zustand zur Verantwortung ziehen will, das gebe ich zu. Denn gerade im Gespräch mit Lehrern und Erziehung kommt das Thema „Helikoptereltern“ immer wieder zur Sprache und immer wieder sind die pädagogischen Kräfte fürchterlich entsetzt. Sicherlich setzt die Helikoptertätigkeit der meisten Eltern auch bereits vor der Schulzeit ein. Dennoch glaube ich, dass die Schule mich in meiner sonstigen Gelassenheit beim Thema Erziehung ausbremst.
 

Ihr müsst wissen, dass es in unserer Region so gehalten wird, dass die Kinder bis einschließlich zur zweiten Klasse von den Eltern zur Schule gebracht werden. Natürlich müssen sie dann auch abgeholt werden. Prima, sagen da die meisten meiner Miteltern, da bin ich sicher, dass sich mein Sprößling auch nicht mit dem kleinen Zeh ohne mich außerhalb des Schulgeländes aufhält. Was da alles passieren könnte! Mit in die Schule dürfen die Eltern dann aber nicht. Tasche abstellen, Jacke ausziehen. Das müssen die Kleinen alleine schaffen. Für viele Eltern ein ganz schön großer Schritt und vermutlich schon guter ein Kompromiss zwischen Helikopter und Selbstständigkeit, den die Schule zu finden versucht.
So chauffieren wir alle unsere Kinder im Helikoptertaxi bis zur Schultür, aus Angst vor dem was in unseren Köpfen ist und lösen damit zu Schulbeginn und zu Schulschluss das allergrößte Verkehrschaos aus. Auch ich chauffierte im elterlichen Taxi mitten ins Verkehrschaos.

Des weiteren gibt es Richtlinien nach denen die Schultasche des Kindes gepackt werden sollte. Diese Richtlinien konnten wir bei einem Treffen mit allen Erstklässler-Eltern lernen. Dort packten wir die Taschen erstmalig für unser Kind, beschrifteten gemeinsam die mit Farben und Symbolen gekennzeichneten Schnellhefter korrekt rechts oben, beklebten jeden Bunt- und Bleistift mit einem Namensettiket und hatten anschließend noch Zeit für allgemeine Sorgenbesprechung: Wie ist das mit den Bienen und Wespen, wenn die Kinder draußen sind? Was ist wenn es regnet? Um das Schulgelände ist ja kein Zaun, wo stehen denn überall Wachposten? Mein Kind kann die Jacke noch nicht allein anziehen, gibt es einen Beauftragten, der hier hilft?
Nach diesem "Event" frage ich mich, ob ich mir nicht zu wenig Sorgen mache. Ich behaupte von mir selbst eher der Gattung Rabenmutter anzugehören. Aber unbewusst werde ich von den umgebenden Helikoptern, von Schulrichtlinien und von meinem eigenen akut einsetzenden Gewissen in eine Daueraufpasserrolle gedrängt. Also überprüfe ich am Nachmittag die Schultasche auf eventuelle Hinweise bezüglich des vergangenen Tagesgeschehen, räume sie danach wieder korrekt ein und bereite am morgen ein gesundes, vitaminreiches Frühstück vor, dass ich selbstverständlich selbst in die Tasche packe. Außerdem checke ich den Stundenplan: Ist morgen Sportunterricht? Brauchen wir den Turnbeutel?
Und wenn das Mädchen am Nachmittag noch einen Buntstift aus dem Etui braucht, weil sie noch ein Bild malen möchte rufe ich empört: Nein! Nicht! Ich hab die gerade gepackt.

Stop! So geht es nicht weiter


Aber warum fühle ich mich damit so unzufrieden? Und warum fühlt sich auch das Mädchen nicht wirklich ernstgenommen? Nach wenigen Wochen werfen wir die so gut gemeinte Motivation alles richtig zu machen über Bord. Ich gebe meine Verantwortung ab.

Sie schmiert sich am Morgen ihr Schulbrot allein oder packt sich einen Apfel ein, sie weiß besser, was sie mag und wie groß ihr Hunger ist. Manchmal ist es zu wenig, manchmal ist es zu viel.
Und bleibt der Turnbeutel am Morgen zu Hause liegen, dann bleibt er da liegen und sie denkt beim nächsten Mal daran. Auch wenn der rote Buntstift verloren geht, dann ist er verloren, taucht vielleicht wieder auf, vielleicht auch nicht (da helfen auch keine Namensetiketten auf jedem Stift). Scheitern gehört zum Leben und es auf eine so sanfte Art zu lernen ist doch das Beste, was ich ihr antun kann. Ich packe nicht am Vorabend ihre Schultasche, auch dann nicht wenn sie an einigen Tagen vorwurfsvoll behaupet, ich hätte vergessen ihr Etui einzupacken. Bei derunder Freundin ist immer alles in der Tasche und bei mir fehlt ganz oft was.
Naja, Mäuschen, du bist jetzt in der ersten Klasse. Du hast noch gute 12 Jahre Zeit, zu lernen, deine Tasche richtig toll zu packen.
Ich gehe übrigens auch nicht mehr auf Elternabende. Mir reichen die zahllosen Flyer und Infozettel.

Für die helikopterafinen Mamis und Papis klingt das jetzt vielleicht nachlässig, vielleicht sogar ignorant. Aber macht euch keine Sorgen, ich sehe es ganz selbstverständlich als meine Aufgabe an, ihr zu zeigen, wie es geht und sie sanft auf den meiner Meinung nach richtigen Weg zu stoßen. Aber den Weg selbst muss sie schon alleine gehen. Sie darf sich jeder Zeit zu mir umdrehen, ich stehe am Anfang des Weges und nicke ermutigend. Und sie darf auch jeder Zeit ein paar Schritte zurück gehen: "Mama, guck mal bitte, ob ich meine Schultasche so richtig gepackt habe."
Ich denke, ich fördere sie viel besser, wenn sie sich für ihren Weg entscheidet, ohne dass ich ihr popopudernd den größtmöglichen Input biete.


strong girl

Schon nach den ersten Schulwochen, fragte sie, warum sie denn nicht allein zur Schule fahren darf. Sie kennt den Weg seit Kitazeiten, denn die Schule liegt direkt neben Kita und Kindergarten.
"Das geht noch nicht Mäuschen."
"Aber warum nicht, Mama. Ich kenn doch den Weg."
"Die Schule möchte aber nicht, dass die kleineren Kinder schon alleine fahren."
"Aber woher weiß die Schule denn, ob ich das kann oder nicht?"

Tja... woher... keine Ahnung.
Im eigenen Kompromiss mit den Schulrichtlinen haben wir uns anfangs gut 20m vor der Schule verabschiedet, den Rest des Weges schaffte sie problemlos allein. Mit jedem weiteren Meter, den sie alleine fahren durfte, wuchs ihr Stolz und mein von schulwegen unterdrücktes Vertrauen.

Heute, und jetzt kommen wir endlich zum Grund und Aufhänger für diesen Blogbeitrag, mit dem ich mir meine Gedanken von der Seele geschrieben habe, heute ist sie zum ersten Mal ganz allein zur Schule gefahren.
Nachher kommt sie zurück und ich bin so gespannt, was sie zu erzählen hat.


Lieblingsgrüße!

03 Mai, 2018

Ich würde ja gern nachhaltiger leben, aber... - Dein gratis Starterkit für grüne Gedanken

Letzte Woche hab ich mal auf den Putz gehauen, weil ich mich über die ein oder andere "Ganz oder Gar Nicht"- Nachricht geärgert habe. Im Anschluss erreichten mich (neben vielen lieben Kommentaren und aufbauenden Worten - Danke!!!) einige vorsichtige Nachrichten, die betonten, dass sie wirklich gerne mehr für die Umwelt machen würden, aber gar nicht so recht wissen, wo man anfangen soll. Und da ich gelesen habe, dass viele von euch mit uns mitmachen und sich hier und da auch in less waste ausprobieren - großartig! - gibt es jetzt noch mal ein kleines Startpaket für alle die auch etwas bewusster leben wollen, aber noch nicht wissen wie, denn

Denn Nachhaltigkeit ist teuer und aufwendig!
Es ist sehr anstrengend und im Biomarkt bekomme ich uns mit meinem wöchentlichen Budget für Nahrungsmitteln nicht satt!




Für mich ein erstmal absolut verständlicher Einwand.
Dass Nachhaltigkeit teuer sein könnte, ist beim Gedanken an die demeter-, bio-, fair- Labels nicht unwahrscheinlich. Dann braucht man noch spezielle Metalldosen für das Lunch, jede Menge Weckgläser für die Vorratshaltung, besondere Deos, Zahnbürsten, Cremes...
Noch besser ist, man macht das alles selber, baut Tomaten an, um daraus seine eigene Ketchupsorte zu kochen, schabt das Bienenwachs direkt beim Imker von den Waben, um daraus eine Lippenpflege zu kreieren.

Als "Neuling" möchte man völlig überfordert den Rückzug antreten.
Aber Nachhaltigkeit funktioniert nicht mit einem An/Aus-Schalter. Du musst dir also nicht von jetzt auf gleich das Versprechen abgeben: Ab heute mach ich zerowaste! Das mach ich ja auch gar nicht, wie mein letzter Grüner Beitrag dir verraten hat.

Nachhaltigkeit ist ein Prozess, der sich nach und nach weiter entwickeln kann.
Ein Weg, der schon bei ganz kleinen Schritten anfängt.
Ich war noch vor einigen Monaten fest davon überzeugt, dass ich meine Grünen Gedanken zwar ausweiten und teilen möchte, sie wachsen lassen will und selbst daran wachsen will, aber nienieniemals meine Zähne mit einer Bambuszahnbürste putzen würde.
Viel zu sicher war ich mir, dass nur meine elektrische Zahnbürste und die spezial super whitening Zahnreme meine Zahnreinigung vollenden können.
Und ratet mal, was bei mir jetzt im Badezimmer steht? Ja genau. Eine Bambuszahnbürste nebst selbstgemachter Zahncreme.





Für den Anfang habe ich euch ein paar kleine Schritte zusammengefasst, die ihr nach und nach angehen könnt. Vielleicht probiert ihr erstmal einen Step pro Woche. Oder sogar einen pro Monat! Umstellung ist schwer, auch für mich nach einem halben Jahr noch.

Ändere dein Konsumverhalten
Ebenso einfach wie anfangs unmöglich. Denk einfach noch einmal darüber nach, ob du eine achte blaue Jeans brauchst, wo du die tolle knallige Lampe überhaupt hinstellen willst oder ob das bunte Dekotöpfchen überhaupt notwendig ist.
Ich wurde kürzlich aus Gewohnheit schwach, als ich supertolle Einhornglitzerunnütz-Lipbalms fand. "Oaaah, guck mal wie schön!" Noch während meine Hände versuchten den Lippenpflegestift zu erreichen, griff ein Gedanke ein ein: "Du hast doch gerade Lippenpflege selbst gemacht!"
Dieses das-ist-schön-das-will-ich-weil-das-macht-mich-glücklich Gefühl sitzt tief und man muss es sich bewusst machen.

Verzichte auf Verpackungen
Bei Obst und Gemüse ist das eigentlich einfach. Hier muss man nur den gewohnten Griff zum hübschen Apfel-Sechserpack ändern. Nimm stattdessen die losen Nahrungsmittel. Drei Tomaten, 2 Birnen, 1 Apfel, 8 Kartoffeln. Es gibt spezielle Netzbeutel* für den losen Einkauf, die auch noch echt hübsch sind. Ich lege die Waren bislang immer lose auf das Band.
Schau auch genauer in die Regale und suche nach besseren Verpackungen, zum Beispiel aus Glas oder Papier.  Oder checke die ethnischen Läden in deiner Umgebung ab, oft gibt es hier auch noch mehr lose Ware. Plastiktüten bleiben natürlich grundsätzlich im Laden. Nach dem bring your own bag - Prinzip hast du einen Korb, Beutel oder Rucksack dabei.
Uns macht der Einkauf so übrigens sogar richtig Spaß!




Mach dir nen Plan!
Wir Deutschen werfen 313kg Nahrungsmittel weg. Pro Sekunde!
(interessanter Prime Film dazu: Taste the Waste)
Meist handelt es sich schlicht um Überproduktion, weil wir auch um 18 Uhr noch ein volles Brotregal sehen wollen. Häufig aber auch Abgelaufenes oder Verdorbenes, dass wir aus Zeitmangel und Überangebot nicht verzehren konnten. Oft haben wir nicht mal wirklichen eine grobe Idee von dem Vorrat, den wir zu Hause habe und kaufen noch eine dritte Packung Kartoffeln, während die ersten zwei Packungen bereits keimen.
Wir haben einen Einkaufszettel-Abroller direkt neben dem Kühlschrank. Dort notieren wir alles, was wir aufgebraucht haben. Vor dem Einkaufen überlegen wir gemeinsam, ob wir auf ein spezielles Gericht "Lust" haben, oder einen besonderen Kuchen backen wollen und notieren die notwendigen Zutaten ebenfalls. Dann kaufen wir auch nur das, was uns fehlt. Alles was dann nicht da ist, ist eben nicht da und kann für die nächste Woche auf den Einkaufszettel geschrieben werden.
Den Einkauf wirklich nur einmal wöchentlich zu zelebrieren spart nicht nur Spritkosten, Zeit und Nerven. Es ist auch gleich viel ökologischer, das Auto nur einmal zum Supermarkt zu bewegen. 

Use what you have 
Dies ist zugegebenermaßen eine Eigenart, die ich mir in einer Zeit angewöhnt habe, in der meine finanziellen Mittel rar waren. Bevor ich neue Nahrungsmittel kaufe, brauche ich zuerst alles auf. Wenn da noch Blumenkohl in der Gefriertruhe schlummert, brauche ich keinen Brokkoli kaufen. Wenn ich noch Kartoffeln habe, brauche ich keine Nudeln kaufen. Genau so kaufe ich kein Spülmittel/Creme/Sonstiges, so lange noch Reste des selbigen in zig verschiedenen Packungen schlummert.





Stell das Wasser ab!
Dass das Wasser beim Zähneputzen nicht laufen sollte, brauche ich nicht mehr erwähnen, oder? Wer das noch macht, dem gehört auf die Finger gehauen!
Aber du kannst überall Wasser sparen: Pack die Spülmaschine und die Waschmaschine richtig voll, bevor du sie anstellst. Nutze das Regenwasser zum Blumengießen. Dusche dich nur kurz und vielleicht auch nur jeden zweiten Tag. Gerade beim Thema Duschen haben wir im vergangenen Jahr sehr viel Wasser gespart. (lies hier von meiner Duschroutine)
Aus dem Duschkopf prasseln ca. 20l Wasser pro Minute, da kann man sich doch nicht ruhigen Gewissens täglich 20min unter die Dusche stellen.

Mach das Licht aus!
Nein, im Dunkel sitzen musst du natürlich nicht. Aber schau dich doch mal in deiner Wohnung um. Wieviele Geräte hängen gerade am Stromnetz. Der Laptop? Der Kühlschrank? Die Mikrowelle? Die Kaffeemaschine? Der Fernseher? Das Radio? Der Radiowecker?
Zieh einfach mal aus der Steckdose heraus (oder behilf dir mir einer Schalter-Steckdose), was du gerade nicht brauchst. Koche für dein Teewasser nur genau so viel, wie du benötigst. Schließe den Topf mit einem Deckel, wenn du das Essen zubereitest. Mache das Licht aus, in Räumen in denen du dich nicht befindest. Lies ein Buch, anstatt dich von einer öden Sendung im Fernsehen berieseln zu lassen. Lass deine Wäsche lufttrocknen, anstatt einen Trockner zu verwenden



Habt ihr was bemerkt? Alle Tipss sind kostenfrei und nur minimal aufwendig. Es sind Kleinigkeiten, aber doch kann man nicht alles auf einmal umsetzen. Deshalb fangt einfach mal mit einer Sache an.
Es ist noch nichts für euch dabei? Was kann man sonst noch machen:
  • Geh auf einen Wochenmarkt und nimm dir ein paar Stoffbeutel mit
  • Benutze keine Küchenrolle mehr. Ein Putzlappen in der Spüle ist genau so gut
  • Kaufe deine trockenen Lebensmittel (Nudeln, Getreide, etc.) in Größeren Gebinden auf Vorrat. Das reduziert dasVerpackung-zu-Lebensmittel-Verhältnis 
  • Repariere defekte Dinge, anstatt sie direkt zu entsorgen
  • bestelle die Werbung ab, die täglich in deinem Briefkasten landet
  • Kaufe und verkaufe second Hand. Alles was schon da ist und den Besitzer wechselt, muss nicht neu produziert werden. Verschenken geht übrigens auch und ist noch viel unaufwendiger 
  • Bestelle deinen Eistee im Café mit den Worten: Für mich bitte keinen Strohhalm, danke.
  • Verwende feste Seife, statt Duschgel, Duschpeeling, Handwaschseife und Co.
  • Besorg dir einen hübschen Coffee-To-Go-Becher und trage ihn immer bei dir. 
  • Koche dir deine Mahlzeiten für die Arbeit vor. Mealprepping ist heute so cool wie nie und im Netz findest du viele tolle Rezepte. Durch die Vorbereitung mit einer größeren Menge an Zutaten sparst du Energie, Kosten und Zeit
  • Versuche dich an einem einfach Rezept. Zum Beispiel für Waschmittel, Handcreme oder Bodyscrub
  • Stelle dir deine Biomüllbeutel aus alter Zeitung her, anstatt Plastiktüten zu verwenden
  • Schneide dir Abschminkpads aus einem alten Handtuch zu, anstatt Wattepads zu kaufen
  • Sprich darüber, was du für deinen grünen Fußabdruck tust, entweder in den Social medias oder mit Freunden und inspiriere andere. 




Und? Was davon würdest du mal für dich ausprobieren?
Die Schritte, die wir gehen sind klein und einfach, aber wirksam.


Macht doch mit!
Lieblingsgrüße!


20 April, 2018

ist doch gar nicht zero! - grüne Gedanken beim Perfektionismus

Je tiefer ich in die Zerowastematerie eindringe, um so lauter werden unsinnigerweise empörte Gegenstimmen:
Wie kannst du behaupten, du würdest nachhaltig leben, wenn du doch verpacktes Fleisch kaufst und dein Nudelvorrat aus einer Packung mit Plastikfenster stammt?! 
Du bist lebst wohl kaum den Zerowaste-Lifestyle, nur weil du hier einen auf Bambuszahnbürste machst, aber dein Klopapier immer noch zig-fach gebleicht und in Plastik verpackt ist.



Nein, ich werde realistisch niemals eine Zerowasterin.
  • Ich weiß keinen Unverpacktladen in meiner Nähe und kann einige Lebensmittel einfach nicht ohne Verpackung kaufen. So oft wie möglich greife ich auf Glas oder Papier zurück, aber auch hier sind realistisch gesehen irgendwann die Grenzen erreicht.
  • Ich bin nicht reich und brauche meine Ersparnisse für Notfälle (Heizung kaputt, Waschmaschine kaputt, Auto kaputt). Für ein kleines Stück Fleisch den vierfachen Preis zu zahlen, oder Kartoffel für 4€ pro Kilo zu kaufen kann ich mir nicht dauerhaft leisten
  • Zum Nähen, Basteln, Selberherstellen kann ich mich oft und gerne bewegen und habe viel Spaß dabei. Doch mit Fulltimejob, Zuckermädchen und großem Sportinteresse muss ich bei meiner Freizeit Abstriche machen, wenn ich ein Produkt selbst herstelle. Mädels, ich hab heute keine Zeit für euch, weil ich meine Milch noch herstellen muss!  Das geht, aber das geht für mich sicher nicht immer.
  • Ich habe meine Grenzen, wie zum Beispiel das oben erwähnte Klopapier, Verhütungsmethoden, Medikamente und andere Dinge, die für mich nicht mit Wohlgefühl im Zerowastestyle umzusetzen sind.
  • Beim Anblick der mit Müll eines ganzes Jahres gefüllten Schraubgläser, die manch eine der Zerowasteikonen (zu Recht) stolz präsentiert, wird mir ganz komisch im Magen. Mit meiner gefüllten Restmülltonne fühle ich mich fast unwertig.

Also ist mein Projekt gescheitert?
Nein. Sicher nicht.  

Ich bin zwar von Zero waste weit entfernt, und  halte dieses Ziel realistisch betrachtet für utopisch, aber less waste macht ebenfalls einen großen Unterschied! 

Ich habe mein Haushaltsmüllaufkommen drastisch reudziert. Kann einige Produkte mit unverpackten, umweltschonenden Mitteln selbst herstellen. Habe ohne viel Geld dafür auszugeben Abschminkpads, Backpapier, Frischhaltefolie, Schwammtücher und andere Artikel zu hundert Prozent ersetzt. Und vielleicht hab ich sogar zwei bis drei von euch in ein oder zwei Situationen zum Umdenken animiert.
Stellt euch mal vor, das würden alle so machen. Das hätte einen gewaltigen Impact.

Ich betone es immer wieder und sage es auch heute gerne noch einmal.
Zerowaste ist ein Prozess, kein On/Off-Schalter.
Bei mir begann es mit Q-Tipps und Wattepads und nach und nach grabe ich mich weiter in die Materie vor, finde neue Ideen für mehr Nachhaltigkeit und entscheide selber, was für mich in meinem Leben umsetzbar ist.

Vielleicht sollten wir den Anspruch an "die Anderen" etwas tiefer schrauben und dafür selbst den ersten Schritt wagen? Vielleicht sollten wir insgesamt den Anspruch an uns nicht ganz so hoch hängen und dafür mehr Leute erreichen?


Lieblingsgrüße!

06 April, 2018

Zahnhygiene - grüne Gedanken im Badezimmer

Bei der Zahnhygiene mache ich keine Späße!
Saubere, glatte und möglichst auch weiße Zähne sind mir persönlich einfach wichtig. Ich lache viel zu oft, um meine Zahnreinigungen auf irgendeine verrückte Weise zu dezimieren.
Deshalb war ich mir auch recht sicher, dass ich eher nicht auf alternative Zahnhygiene umsteige. Ich war überzeugt, dass nur meine elektrische Ultraschall Zahnbürste zusammen mit der superchemie-Whitening Zahncreme meinen Ansprüchen genügen kann.

Heute spüre ich wie der nachhaltige grüne Gedanke mich in einen langsamen Prozess einsaugt. Denn seit etwa 3 Monaten steht in meinem Badezimmer eine Bambuszahnbürste neben selbstgemachter Zahncreme.
Zugegeben: Ich habe mir meine selbstgemachte Zahncreme mit der festen Überzeugung zusammen gemischt, dass sie eh nicht funktionieren würde.




Aber von vorne.
Der erste Schritt war eine Bambuszahnbürste aus dem Unverpacktladen. Einfach mal ausprobieren, dachte ich mir. Der Umstieg von der elektrischen Bürste mit Minikopf ist mir nicht leicht gefallen. Ich wusste nicht so recht, wohin mit dem Riesenbürstenkopf und dem harten Holzstiel in meinem Mund und konnte den Druck nicht richtig dosieren. Noch dazu verlor die Bürste bei jedem Putzgang Borsten... Na toll... war ja klar, dass das nicht klappt! 
Aber mittlerweise habe ich "meine persönliche"Bambusbürstenvariante im Netz gefunden. Und nach ein paar Wochen Übung habe ich mich so richtig an meine neue Bürste gewöhnt. Heute komme mit den Holzbürsten viel besser klar, als mit der elektrischen Zahnbürste. Der Aspekt der Handarbeit bringt mir außerdem ein besseres Putzergebnis, als die faule elektrische Variante.



Gleichzeitig fing ich an nach Rezepturen für verschiedene Zahncremevariante zu recherchieren. Die Rezepte sind zahlreich, aber sie bauen alle auf die drei selben Zutaten auf. Kokosöl, Birkenzucker und Natron auf. Ich habe alle Zutaten im Haus. Es wäre also die einfache und logische Konsequenz, das mal auszuprobieren, oder?
Trotzdem war ich unsicher und habe erst Denttabs ausprobiert. Dabei handelt es sich um kleine weiße Tabletten, die vor dem Zähneputzen im Mund zerkaut werden. Sie ersetzen die Zahncreme zu 100% und es gibt sich in verschiedenen Variante, zum Beispiel in Unverpacktläden oder in der Apotheke.  Es funktioniert aber so richtig sauber fühle ich mich damit nicht. So kann ich meine unzähligen und teuren Zahnpastatuben nicht ersetzen!



Da ein Rückzug für mich aber auch nicht in Frage kommt, habe ich mich letztendlich doch an ein Zahnpastarezept gewagt, das ich euch heute mit voller Überzeugung vorstellen kann. 
Ihr braucht: 
4 EL Bio-Kokosfett
2 TL Natron
1 TL Xylit
optional 10 Tropfen Pfefferminzöl
optional 1 Prise Kurkuma
optional 1 Prise Zimt


Die Herstellung ist easy:
Kokosfett im Wasserbad etwas schmelzen (es muss nicht mal flüssig sein) und Natron, Xylit und weitere optionale Zutaten hinzugeben. Durchrühren und wieder fest werden lassen.
Kokosfett wirkt antimikrobiell und  karieshemmend. Natron ist ein altes Hausmittel mit unfassbar vielen Anwendungsmöglichkeiten. Hier sorgte es durch einen schonenden Abrieb für sanfte Aufhellung. Xylit oder auch Birkenzucker ist euch vielleicht aus Zahnpflegekaugummis bekannt. Es wirkt  karieshemmend und sorgt für einen angenehmeren Geschmack. Ebenso wie das Pfefferminzöl, dass auch den Atem erfrischt. Kurkuma kann zusätzlich Schwellungen verhindern und (bei echten Zähnen) aufhellend wirken. Zimt wird eine schmerzstillende und entzündungshemmende Funktion nachgesagt. Bei den letzten beiden Zutaten muss man für geschmackliche Experimente bereit sein.



Ich benutze diese neue müllfreie und plastikfreie Zahncreme nun schon seit Anfang diesen Jahres. Anfänglich noch im Wechsel mit meiner altbewährten Kaufpasta, heute gibt es nur noch die selbstgemachte Zahncreme. An das neue Putz- und Geschmackserlebnis muss man sich tatsächlich erst mal gewöhnen.
Ich bin mit dem Putzergebnis wahnsinnig zufrieden. Nach dem Zähneputzen fühle ich gerne mit der Zunge über die Zähne. Macht ihr das auch immer? Meine Zähne sind ganz glatt und sauber. Diese tolle glatte Gefühl bleibt auch fast den ganzen Tag, bis ich am Abend erneut die Zähne putzen. 

Da mir meine Zähne wichtig sind und ich ein sauberes Lächeln einfach sehr sympatisch finde, mache ich übrigens noch mehr, als das reine Zähne schrubben.
Mindestens einmal im Jahr gehe ich zum Zahnarzt für eine professionelle Zahnreinigung. Das tut nicht weh, dauert ca. 20min und kostet (hier) ca. 30 - 40€. Oft zahlen die Krankenkassen die Zahnreinigung ganz oder teilweise. Fragt das bei euch einfach mal nach.
Mindests einmal pro Woche mache ich eine Ölziehkurz mit Kokosöl. Dazu erwärme ich einen Esslöffel Kokosfett ganz kurz über dem Wasserbad oder einfach in der Mikrowelle und ziehe das flüssige Öl dann 5 - 10min (besser noch länger) langsam durch die Zähne. In der Zwischenzeit räume ich meist die Spülmaschine aus, hänge Wäsche auf oder organisiere den Tag. Das Öl spucke ich danach in die Toilette, besser noch direkt in den Mülleimer. Nicht ins Waschbecken bitte, denn Kokosöl wird wieder fest. Das Öl gelangt in alle Ecken und Winkel im Mundraum und reduziert Zahnbeläge und verhindert Karies.
Alle paar putze ich meine Zähne zusätzlich mit Aktivkohle. Vor oder nach dem normalen Zahnputzvorgang drücke ich meine angefeuchtete Zahnbürste leicht in das Pulver und putze meine Zähne mit der schwarzen Kohle. Das soll die Zähne auf eine schonende Weise aufhellen.

Übrigens habe ich gerade einen Zahnarzttermin gehabt und ich war natürlich echt gespannt! Sonst war mein Zahnarzt immer recht zufrieden. Ab und zu wies er mich darauf hin, dass einige Zähne beim Putzen nicht erreicht oder vergessen werden (Und ich so "Häääh?", denn ich hab doch immer darauf geachtet, alle Zähne zu erwischen.). Er wühlte also in meinem Mund herum, schaute in alle Ecken und meinte dann: "So, da hab ich gar nichts auszusetzen. Hervorragend!"

Ha!
Siehste!

Und ihr? Habt ihr schon mal überlegt Zahncreme selbst zu machen?

__________________
Denttabs (gibt es auch im Unverpacktladen oder in der Apotheke)

Bambuszahnbürsten (gibt es auch im Unverpacktladen)
Kokosöl (oder im Supermarkt oder im Drogeriemarkt)
Natron (oder im Supermarkt)
Xylit (oder im Supermarkt, besser bekannt als Xucker)
Pfefferminzöl 
Aktivkohlepulver


16 März, 2018

Frischhaltefolie ersetzen - Grüne Gedanken in der Küche

Frischhaltefolie und (bei uns vor allem) Aluminiumfolie ist in der Küche ebenso praktisch, wie unnötig.
Sie werden in vielen Haushalten zum Frischhalten von Lebensmitteln verwendet. Das ist natürlich einerseits sehr wichtig, denn verdorbene Lebensmittel wegzuwerfen ist mindestens genauso schädlich für unsere Ökobilanz, wie sie mit Kunststoff zu ummanteln. Als Einwegprodukt landet Frischalte aber direkt nach kurzer Verwendung im Müll. Manchmal sogar vor der eigentlich geplanten Verwendung, denn Frischhaltefolie klebt und knüllt so doof. Kennt ihr das auch?
Meine Frischhaltefolienrolle ist deshalb bereits gute 4 Jahre alt. Stattdessen war ich lange Zeit ein Aluminiumfan, was natürlich keine Alternative ist.



Also? Was können wir hier machen?
Ein Gericht im Kühlschrank unter einem umgedrehten Teller zu schützen, ist genau so einfach und auch nachhaltiger. Für Nostalgiefans gibt es wunderschöne Speiseglocken.
Das Problem dabei: Die Glocken, Teller und Schalen nehmen im Kühlschrank viel Platz weg.
Eine weitere weniger müllintensive Variante ist die Nahrungsmittel in verschließbaren Kunststoffdosen zu verwahren. Aber damit drehen wir uns ja auch wieder um den heißen Plastikbrei herum. 


Nach ein wenig Recherche finde ich im Netz Bienenwachstücher, die den gleichen Zweck erfüllen, aber zum einen wiederverwendbar sind und zum anderen nur aus Baumwolle und Bienenwachs bestehen. Das sollte ich ausprobieren!

Und zwar (deutlich günstiger!) indem ich es einfach selber mache.


Dazu brauche ich
Baumwollstoffreste
ca. 40g Bienenwachs
etwas Öl (z.B. Jojobaöl)
ein Stück Backpapier
Bügeleisen und Unterlage
optional: 
eine Zackenschere


 

Bienenwachs gibt es online oder in der Apotheke. Dort ist es im Vergleich zwar teurer, aber man kann sich auch die gewünschte Menge abfüllen lassen. Für die von mir benötigten 40g habe ich umgerechnet etwa 1,50 € bezählt. Außerdem hat die nette Apothekerin mir auf meinen Wunsch hin, die Wachspastillen in Papier verpackt. 
Baumwollstoffreste haben die meisten meiner Leser bestimmt zu Hause. Alternativ geht auch ein altes Baumwollhemd, das ihr mit einer Zackenschere zurecht schneidet. 
Nach Backpapier musste ich hier bereits suchen. Das abgbildete Blatt ist tatsächlich mein letztes Stück. Ich habe vor einiger Zeit auf wiederverwendbare Dauerbackfolie umgestellt. und dieses Backpapierblatt nur aufbewahrt um die Steckperlen vom Zuckermädchen zu bügeln.


Die Herstellung ist nun wirklich unglaublich einfach. 
Lege dein zugeschnittenes Stoffstück auf das Backpapier und streue gleichmäßig einige Bienenwachspastillen darauf. Dann gebe alle paar Zentimeter einen Tropfen Öl hinzu. Das macht das Wachspapier geschmeidiger und verhindert, dass es porös wird.



Klappe das Backpapier um, so dass dein Stoffstück nun dazwischen liegt. Wenn du ein sehr großes Stoffstück verwendest, brauchst du vielleicht zwei Backpapier-Zuschnitte.
Das Backpapier wird gebügelt. Das Bienenwachs schmilzt sehr schnell und dringt in das Baumwolltuch ein. Das Prozedere kannst du auch noch einmal wiederholen, falls du stellenweise zu wenig Wachs verwendet haben solltest. 




Die fertigen Wachstücher musst du nur noch kurz abkühlen lassen, damit das Wachs wieder fest wird. Und schon sind deine wiederverwendbaren und sogar recycelten (da Stoffreste) Wachstücher fertig. 



Zum Frischhalten deiner Lebensmittel wärmst du sie in deinen Händen einfach kurz an, indem du sie ein wenig knetest. Die Wärme der Hände reicht aus, um das Wachstuch an die unterschiedlichsten Formen zu fixieren. 
Reinigen kannst du die Tücher ganz einfach mit etwas laufwarmen Wasser und einem weichen Lappen. In Härtefällen vielleicht ein Tropfen Spülmittel, aber den habe ich selbst noch nie gebraucht. 
Achtung: Das Bienenwachstuch ist nicht zum Frischhalten von rohem Fleisch geeignet!


Nach meinen ersten Testwochen  bin ich sehr zufrieden mit den Wachstüchern. Ich muss jedoch feststellen, dass das Öl bei der Herstellung wirklich wichtig ist.
Testweise habe ich auch zwei Tücher ohne Öl hergestellt. Diese Tücher werden bereits nach einigen Benutzungen porös und  nach einem Waschgang mit erst warmen und dann kaltem Wasser, lösten sich einige Wachsteilchen. 
Wer nicht selber machen will, kann auch online kaufen. Ich habe euch mal die günstigsten Angebote heraus gesucht: So gibt es ein Dreierpack  in verschiedenen Größen ganz bequem zu bestellen. Wir haben für uns noch den Brotwickel dazu gekauft, denn hierfür haben wir am häufigsten Verwendung.


Macht doch mit!
Lieblingsgrüße!



P.S.:
Wie ihr merkt ergänzt sich mein Hauptthema im Blog gerade etwas. Zum Nähen, Basteln, Selbermachen kamen einst die Topics Erziehen und Alltagsfragen. Mittlerweile hat sich die Thematik Nachhaltigkeit einen großen Raum in meinem Blog geschaffen.
Bisher habe ich das Gefühl, dass euch das auch sehr interessiert und ihr ebenfalls viele tolle Ideen habt, um gemeinsam einen grünen Fußabdruck zu hinterlassen.

Liege ich da richtig? Oder vermisst ihr den restlichen Pängkram gerade sehr?
Gebt mir doch mal eine ehrliche Antwort. 

02 März, 2018

Handcreme selber machen - grüne Gedanken im Badezimmer

Ich habe Bauarbeiter Hände...
Haushalt mit Wischmop und Spüllappen, Arbeitsalltag mit aggressiven Medien, Sport mit rauhen Stahlhanteln. Meine Hände machen viel mit und das spüre ich. Nicht selten sind sie rauh wie Schmiergelpapier und ich creme, creme, creme...

Generell achte ich darauf, dass meine Handcreme tierversuchsfrei hergestellt wurde. Da ich einen großen Handcremedurchsatz habe, möchte ich zumindest hier ansetzen und meine Gedanken etwas grüner machen. (Hier könnt ihr euch selbst ein wenig schlau machen, ob eure Lieblingshandcreme ohne Tierversuche hergestellt wird.)




Was mir bisher fehlte, war eine Handcreme, neben tierversuchsfrei auch plastikmüllfrei daherkommt. Es gibt viele feste Handcremes, zum Beispiel hier bei Amazon*,  die schon eine gute Alternative bieten. Ich habe vor einiger Zeit eine feste Handcreme von Lush getestet, die bei mir aber einen ewigen Schmierfilm hinterließ, der sich beim nächsten Wasserbad ablöste. Für mich keine Option.

Vielleicht hab ich die falsche Creme erwischt? Falls ihr an dieser Stelle schon Tipps und Erfahrungen habt, dann freue ich mich über euren Kommentar!




Für mich muss aber schon jetzt eine Alternative her.
Lippenpeeling oder Bodyscrub habe ich bereits selbst hergestellt (beides übrigens auch toll als Mitbringsel und Überraschungen für Freundinnen, Links dazu gibts unten), daher habe ich ein Grundkontingent pflegender Basisbestandteile bereits im Haus. So schwer kann es nicht sein, eine Handpflege selbst zu machen, oder?

Ich mische
50g Kokosöl
50g unraffinierte Sheabutter
1 EL Mandelöl


Kokosöl ist bekanntermaßen ein Zaubermittel. Ein Feuchtigkeits-Vitaminkick für die Haut, für die Haare, für die Zähne, bei der Makeup Entfernung, in der Nahrung und und und...
Sheabutter wirkt feuchtigkeitsspendend und hautregenerierend und kann noch viel mehr. Mandelöl ist auch bei sensibler Haut gut verträglich und zieht tief in die Haut ein. Das Öl wird auch für Babymassagen gern verwendet.
Ich schmelze Sheabutter und Kokosöl im Wasserbad. Anschließend gebe ich das Mandelöl hinzu und schütte die ölige Masse in einen ausgekochten Glasbehälter. Jetzt müssen sich die Bestandteile nur noch wieder ein wenig verfestigen. Es dauert ewig! Ich gehe gespannt vor dem Glasbehälter auf und ab. Nach mehreren Stunden sehe ich sehe mein Projekt schon als gescheitert an und verlasse das Haus für den Wocheneinkauf. Doch als ich die Haustüre wieder öffne ist aus der öligen Flüssigkeit tatsäschlich eine weiche Creme geworden!





Nach einer etwas 4 wöchigen Testphase kann ich euch auch mit gutem Gewissen sagen, dass ich mit meiner Ersatz-Handcreme zufrieden bin. Ich feuchte die Hände vor dem Eincremen an und verwende nur eine ganz kleine Menge. Das Eincremen der Hände dauert etwas länger als mit handelsüblichen Cremes. Ich gönne mir jetzt also jeden Morgen eine kleine Handmassage:  
Me-Time.
Aber danach sind meine Hände den ganzen Tag (!) weich und zart. Sie fühlen sich weder rauh, noch trocken, noch schmierig an. Auch bei erneutem Wasserkontakt löst sich kein Schmierfilm ab.
Nach vier Wochen kann ich nun noch nichts über die Haltbarkeit berichten. Aber vier Wochen ungeschützt bei Raumtemperatur direkt am Fenster haben der Creme bisher nicht geschadet.

Vielleicht noch nicht ganz das Nonplusultra, aber ein guter Anfang und ich glaube der richtige Weg. Ich freue mich, wenn ihr mich hier mit Ratschlägen unterstützen könnt.


Habt ihr noch Zeit für eine kleine Rechnung?

Ich brauche 1 Packung Handcreme in 8 Wochen auf
das sind 6 Packungen im Jahr
bei einem Gewicht von ca. 30g pro Tube
sind 180g Plastiktuben im Müll.

Klingt wenig? Aber das bin nur ich, nur hier, nur die Handcreme, nur ein Jahr. Stellt euch vor, eure Nachbarn machen mit und eure Verwandten ebenso. Und das nicht nur für ein Jahr, sondern für 5 Jahre. Da kommt einiges an eingespartem Plastikmüll zusammen! Die selbstgemachte Handcreme ist wesentlich ergiebiger. Vor allem, da ich sie bloß einmal am Tag verwenden muss Selbst nach vier Wochen ist die hergestellte Menge kaum geschrumpft.
Habt ihr auch schon mal Handcreme selbst gemacht? Oder habt ihr Lust diese Creme auszuprobieren und eure Erfahrungen mit mir zu teilen? 

Wenn euch der Beitrag gefällt und ihr mehr solcher Beiträge von uns lesen möchtet, teilt den Blogpost doch gerne.


Lieblingsgrüße!
_________________________
Link zur Lippenpflege
Kokosöl gibt es z.B. bei dm oder hier
Mandelöl gibt es z.B. in der Apotheke oder hier
Sheabutter gibt es z.B. hier

09 Februar, 2018

Unverpacktes Erlebnis - Grüne Gedanken beim Einkaufen

Kühlschrank leer! Auf gehts zum Supermarkt.
Beim regelmäßigen Einkauf kann man man auch im Supermarkt schon etwas verändert. Der Verzicht auf unnötige Umverpackungen, ein gezielterer und geplanterer Einkauf und die eigenen Körbe und Beutel im Gepäck machen auf lange Sicht bereits einen Unterschied.



Allerdings ist das unverpackte Angebot in einem Discounter meist wirklich eher eintönig. In einem Biomarkt dagegen schon fast wieder unbezahlbar.
Es ist nicht ganz einfach, das für sich persönlich perfekte Mittelmaß zu finden. Mittlerweile haben wir ein bisschen Erfahrung gesammelt und wissen, was es wo im näheren Umkreis unverpackt gibt und was nicht. Auch haben wir, dadurch, dass wir gezielter einkaufen ein wenig unsere Ernährungsweise angepasst. (Beispielsweise essen wir Kartoffeln oder Blumenkohl häufiger, da es beides unverpackt gibt). Mit jedem Wocheneinkauf reduzieren wir unseren Plastikmüll wieder um eine Klitzekleinigkeit und das macht uns riesig Spaß.

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, noch mal einen Schritt weiter zu gehen und habe einen Unverpackt-Laden ausprobiert.
Hier "aufm Dorf" gibt es das leider nicht. Der nächste Unverpackt-Markt wäre 45km entfernt. Aber am vergangenen Wochenende bot sich mir die Möglichkeit den Laden Kernidee in Paderborn zu besuchen.





Für mich war es ein tolles Erlebnis, fast wie in einem Freizeitpark für Nahrungsmittel. Allein schon der Stil des Ladens, durch viel Holz und Glas geprägt, macht einen cleanen Eindruck und vermittelt so ein irgendwie befreites Gefühl.
Getreide, Nüsse, Kerne, Samen, aber auch Süßigkeiten reihten sich Glas an Glas. Es sieht wirklich wunderhübsch aus, findet ihr nicht auch?

Da es "mein erstes Mal" war, war ich kurzzeitig überfordert von meinen Eindrücken. Aber das wirklich liebe Personal von Kernidee, hat mich direkt als Neuling enttarnt und stand mir helfend zur Seite. Sie erklärte mir, dass die mitgebrachten Gefäße zuerst gewogen werden. Das Packungsgewicht (Tara) wird notiert. Entweder auf einem Stück Kreppband, oder aber noch nachhaltiger, einfach mit einem dicken Stift auf dem Deckel des Gefäßes. Dann kann man abfüllen, was man braucht. Vorsichtig fragte sie: "Haben sie denn ein Gefäß dabei?" 

Pahahaa! Na klaro! Ist ja nicht so, dass ich das zum ersten Mal mache!
Okay, doch... ist es... aber ich war vorbereitet. Für alle die völlig spontan mal an Kernidee vorbei kommen, gibt es aber natürlich auch für alles ein passendes Behältnis käuflich zu erstehen.




Es gibt neben Trockenwaren auch stickerfreies Obst und Gemüse, Eier, Milchprodukte, Marmelade, Honig, Säfte und sogar Bier. Alles in Glas, Pfandglas oder ganz ohne Verpackung. 
Aber auch Putz- und Waschmittel zum selber zapfen, Hygieneartikel, Küchenutensilien. 
Außerdem gab es einen Korb in dem Obst und Gemüse mit Runzeln, Dellen oder weichen Stellen aussortiert wurde. Total klasse, denn die Nahrungsmittel konnte man mitnehmen und so verhindern, dass sie einfach im Müll landen. 


Meinen kleinen Einkauf seht ihr übrigens hier im Bild. Für mich gab es einen Deostick von ,Ben & Anna' von dem die Verkäuferin mir an der Kasse vorgeschwärmt hat. Ich bin sehr gespannt auf Funktion und Wirkung. Auf jeden Fall ist er komplett in Papier verpackt.
Außerdem habe ich mir eine Holzspülbürste gegönnt und etwa 200g Quinoa in mein mitgebrachtes Gefäß abgefüllt. Und dann war ich noch so gespannt auf Dentatabs (die ich auch in ein mitgebrachtes Gefäß gefüllt habe) und Bambus-Zahnbürsten. Bei der Zahnhygiene probiere ich mich gerade an ein paar Experimenten aus. Ich lasse euch teilhaben, wenn meine gesammelten Informationen einem Blogbeitrag gerecht werden. Wie fändet ihr das?


Ward ihr auch schon mal in einem Unverpackt-Laden?

Macht doch mit!
Lieblingsgrüße!


_______________________
P.S.:
Wer keinen Unverpackt Laden in der Nähe hat, kann sich vielleicht über Bauern in der Umgebung informieren oder an einem Samstag den Markt besuchen.
Schaut doch mal auf die Karte von Shia, ob es einen Unverpackt Markt in eurer Gegend gibt.

P.P.S:
Demnächst möchte ich noch den Unverpackt Laden in Osnabrück und/ oder in Münster besuchen. Beide sind für mich als Ausflugsziel erreichbar, wenn auch nicht für einen Wocheneinkauf geeignet.


26 Januar, 2018

shower power - Grüne Gedanken im Badezimmer

(sorry, not sorry, es ist viel Text geworden - ich bin gespannt, wer bis zu Ende durchhält) 

Shampoo, Spülung, Haarkur, Duschgel, Duschpeeling. Alles in regenbogenbunten Plastikflaschen.
Eine Zeit lang habe ich meine Duschvorräte in einem Schwarz-Weiß-Farbschema gekauft. Nicht wegen der Funktion oder dem Preis, sondern wegen der Kunststoff-Optik.


Doch vor einiger Zeit habe ich meine Duschgewohnheiten radikal geändert. 
Damals zu meiner Schande noch nicht aufgrund eines ökologischen Hintergrundgedankens.
Ich gehörte zu denen, die täglich unter die Dusche hüpften, und ausgiebig einen langen anstrengenden Tag mit viel heißem Wasser abduschten. Am Wochenende kam es vor, dass ich mich zwei mal unter die Dusche stellte. Morgens nach dem Aufstehen und am Nachmittag nach dem Sport, Schwimmbadbesuch oder vor dem Ausgehen.
Ich fühlte mich nie richtig sauber, schwitzte bereits nach dem Duschen wieder irrsinnig, meine Haare waren stumpf, platt und dünn und meine Haut juckte oft.

Im Sommer diagnostizierte mir ein Arzt dann eine Hautkrankheit. Meine Haut sei stark ausgetrocknet und entwickle Pilze. Der Grund: Ich dusche zu oft, zu heiß und zu lange und mit zu vielen chemischen Bestandteilen.

oh.

 
Low-Poo und klare Duschsubstanzen empfahl mir der Arzt.
Anfangs setzte ich auf Babyshampoo. Mittlerweile bin ich der Umwelt zu Liebe vollständig auf unverpackte Shampoobars umgestiegen. Mein momentaner Liebling ist ein Kokosduft-Bar von Sauberkunst. Es schäumt super, was den Umstieg leicht macht, riecht lecker und kommt nur in einer dünnen Papierverpackung. Die Haare fühlen sich nach dem Waschen leicht und luftig an.


Mein anfängliches Problem:
Das Haarekämmen fällt ohne Spülung schwer und nach dem Trocknen "fliegen" die Haare, wie elektrisiert. 
dödomm... Aber ich blieb standhaft und versuchte es weiter. Und tatsächlich: die Probleme legten sich nach ein paar Wochen komplett. Der Grund, neben der Gewöhnungszeit: auch persönliches Fehlverhalten. Ich habe mein Haar nach dem Waschen mit einem Handtuch trocken gerubbelt. Mit Spülung, Konditioner und Haarkur im Haar geht das gut, aber ohne diesen Plastikmist kommt man dann mit einer Haarbürste eben nicht durch. Meinen Haaren tut es gut, wenn man sie nur mit den Handtuch trockendrückt und danach lufttrocknen lässt. Im trockenen Zustand komme ich super durch meine Haare. (Achtung: Ich habe glattes, feines Haar und keine Ahnung, wie dicke Locken auf dieses Prozedere reagieren)

vorne mein Kokos-Shampoobar nach 3 Monaten Verwendung

Abgesehen von den Haarwaschsubstanzen wollte ich auch an der Haarwaschhäugikeit arbeiten. Eine direkte Umstellung auf 10-Wochen-waschfrei konnte ich mit meinem eigenen Wohlbefinden nicht vereinbaren. Ich verlängerte die Zeit zwischen den Haarwäschen schrittweise. Überbrückte mit Mützen, Duttfrisuren und Trockenshampoo. Und das klappte ganz wunderbar. Akutell wasche ich meine Haare ungefähr zwei mal pro Woche (statt wie zuvor bis zu 9 mal pro Woche). Ziemlich gut, oder?


Ob man bei diesen grünen Gedanken im Badezimmer auch die Geldspar-Rchnung lohnt, hängt von den eigenen Gewohnheiten ab. Ich gebe für Shampoo und Spülung gerne Geld aus (zuletzt 3,99€ für Syoss Shampoo, 6,99€ für Aussie Spülung,). Bei einem 9-mal-pro-Woche-Duschrhytthmus reicht das Shampoo nicht lange und kostet hochgerechnet echt viel.

Ich benötigte 6 Shampoo- und 6 Spülungflaschen im Jahr
Das sind 186€ im Jahr
Das sind ca. 800g Plastikmüll im Jahr

Nur ich, nur hier, nur beim Haare waschen
Die Shampoobars von Sauberkunst kosten zwischen 5,00€ und 8,00€ und halten mit einem 2-mal-pro-Woche Turnus logischerweise ewig. Den Kokosbar von Sauberkunst benutzen wir zu zweit und ich vermute dass er uns so gut ein halbes Jahr ausreichen wird.
Mit meiner neuen Gewohnheit spare ich nicht nur Plastikmüll, sondern auch Zeit, Geld, und Wasser. Und der Extrabonus: Meine Haar sind viel gesünder, glänzender und fetten auch nach drei Tagen noch nicht.


Wie macht ihr das? Seid ihr Duschjunkies oder möchtet ihr auch nachhaltiger handeln?

Und noch was anderes: Wer von euch hat schon mal Roggenmehl als Waschsubstanz für die Haare verwendet? Habt ihr Tipps für mich? Zugegeben, der Gedanke sich Mehl in die Haare zu schmieren, ist seltsam, aber die Gründe die dafür sprechen sind zahlreich: keine Tenside, der totale Minimalismus, Kosten und Verpackung gleich Null! Ich frage mich, ob mir das nicht doch "zu sehr Ökotante" ist. Aber wie kann man etwas verteufeln, wenn man es nicht vorher getestet hat, oder?




Lieblingsgrüße!