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02 November, 2017

Tischmanieren? Brauchen wir nicht! Oder?

Mit Kindern am Esstisch herrschen andere Regeln.
Da findet man nicht selten ein paar Stunden (oder sogar Tage) nach der Mahlzeit noch Nudeln und Ketchupreste an den unmöglichsten Stellen. Unter dem Tisch ist Pipifax! Könner lassen Ketchupnudeln auch im Schuhregal und unter dem Sofa wieder auftauchen.

Früher war das anders, denk ich mir manchmal.
Denn so wie früher bei meinen Eltern läuft es im Hause Pänge  am Esstisch nicht:
Dass nur die Handgelenke auf dem Tisch liegen dürfen, die Unterarme jedoch nicht, war für mich als Kind nicht umsetzbar und erscheint mir heute als Erwachsene ebenso unnotwendig. Dass die kindliche Unterhaltung auf ein Minimum und kindliche Bewegung auf Null beschränkt werden muss, ist mir auch schon immer schleierhaft gewesen. Dass der rohe Matjes auch unter Würgen und mit Tränen in den Augen komplett gegessen muss, lässt mich heute noch schaudern.

Waren die Tischmanieren früher strenger?

Wenn es nach dem Zuckermädchen ginge würde wir komplett neue Regeln aufstellen.
Die Basis des ganzen ist eine äußerst ineffiziente  Zeiteinteilung: 10% Essen, 90% Träumen, Spielen, Herumlaufen.


    So gehts das natürlich auch nicht. Spaß hin oder her, ein paar Regeln müssen sein.
    Aber Regeln, die ohne Hintergrundinformation gesetzt werden, sind schwer einzuhalten.
    Ich erkläre dem Mädchen, dass ich mich gestört fühle, wenn ich ihren Nahrungsmittelmatsch im Mund anschauen muss. Oder dass man Bauchschmerzen bekommen kann, wenn man beun Essen nicht sitzen bleibt, sich sogar schlimm verschlucken kann.

    Deshalb lauten unsere realen Esstischregeln wie folgt:

    1. Wenn es grün ist, wird es zumindest probiert
    Und das gilt auch für alle anderen Nahrungsmittel, die neu oder unbekannt sind. Das Zuckermädchen probiert tapfer von allem einen kleinen Bissen und darf dann auch sagen: Nein, das mag ich nicht!
    Eine Extrawurst gibt es deswegen aber nicht. Das "Nichtgemochte" darf liegen bleiben, sattessen darf sie sich am Rest auf dem Teller.

    2. Besteck ist manchmal nur Dekoration
    Wenn wir zu zweit oder mit unseren Liebsten am Esstisch sitzen und es relativ trockene Nahrungsmittel gibt, habe ich nichts dagegen, wenn sie mit den Fingern isst. Pommes, trockene Nudeln, Kroketten, Salatsticks und Chickennuggets esse ich auch viel lieber mit den Fingern.
    Das macht Spaß.
    Einzige Abmachung: Wenn wir auswärts essen oder "fremde" Leute dabei sind, bleiben die Finger sauber!

    3. Der Mund bleibt zu
    Hier gibt es keine Alternative, da mich persönlich Kaugeräusche extrem aufregen und ich es persönlich sogar respektlos finde, wenn man seinem Gegenüber beim Essen in den Mund schauen muss. Das Zuckermädchen versteht und bemüht sich immer den Mund geschlossen zu halten. Sie vergisst es häufig, aber das ist wohl einfach so bei den Kleinen.
    Erwachsene die mit offenen Mund kauen erwecken bei mir aber direkt ein Gefühl von Hass und Wut. Kennt das noch jemand?

    4. Wir bleiben sitzen, bis wir aufgegessen haben. 
    Wer aufgegessen hat darf fragen, ob es okay ist, wenn man aufsteht. In der Regel ist es so, dass ich lange vor dem Mädchen fertig bin.
    Wenn sie nach einem 9o minütigen Nudeldezimiervorgang immer noch träumend vor ihrem Teller sitzt, räume ich den Tisch schon ein wenig ab, spüle Teller, stelle die Spülmaschine an.  Aber ich frage vorher immer: Ist es okay, wenn ich schon mal ein wenig abräume.

    5.  Mit dem Essen darf man spielen, aber angemessen,
    Mit dem Essen spielen wir doch alle auf unsere Art und Weise. Die Kleinsten matschen, quetschen und drücken im Essen herum und erfahren die Nahrung mit allen Sinnen. Das Zuckermädchen beißt ihr Brot in verschiedene Formen und legt aus den Erbsen und Möhren kleine Gesichter.
    Ich sortiere mein Essen gerne, esse sortenrein zuerst die Zucchinis, dann die Tomaten und am Schluss die Putenfleischstücke. Solange dabei auch gegessen wird, ist das in Ordnung.

    6. Kuscheltiere dürfen in sicherer Entfernung zugucken
    Zu gerne bringt das Mädchen ein Liebling aus der Kuscheltiersammlung mit an den Esstisch. Es soll aus dem Becherchen trinken, von den Kartoffeln naschen und den Mais probieren. Das ist zwar zuckersüß, aber muss wirklich nicht sein. Zum einen lenkt es fürchterlich ab, zum anderen müssen die Tierchen danach eine Runde in der Waschmaschine drehen. Die Tiere dürfen aber gerne dabei sein. Auf dem Tisch sitzen oder einen eigenen Stuhl haben. Während des Essens sind sie aber still!
    Manchmal spricht sie dann doch mit den Kuscheltieren: Nein Euli, jetzt noch nicht. Ich muss erst aufessen, dann können wir spielen. 



    7. Messer und Gabel bleiben unten
    Auch hier gibts keine Diskussion! Schwingende Messer wirken wie Drohgebärden, tanzende Gabeln werfen Nahrungsmittel durch den Raum. Nicht schön für das Gegenüber.

    8. Gegessen wird am Esstisch... meisten
    An so manchem Sommertag picknicken wir Mittags auf dem Rasen.
    Gelegentlich feieren wir den Beginn des Wochenendes mit einem fiesen ungesunden Pommes-Snack vor dem Fernseher. Manchmal sind wir in ein Spiel vertieft, so dass ich das Abendbrot auf einem Tablett ins Kinderzimmer trage.
    Das darf hier bei uns zu Hause gerne so sein. Manchmal.
    Nur gefrühstückt wird grundsätzlich immer zusammen am Esstisch.

    9. Kleckern ist erlaubt.
    Mal ehrlich, das passiert den Besten! Auch mir fällt ständig was von der Gabel oder rutscht von Teller. Das ist total in Ordnung. Wichtig dabei ist nur, dass man das Verkleckerte selbst beseitigt oder zumindest tatkräftig dabei unterstützt.

    Wenn ich mir unsere Regeln so anschaue, stelle ich fest, dass die sicher nicht Knigge-tauglich sind. Aber Essen ist für uns nun mal eher Spaß und Notwendigkeit und keine elitäre, förmliche Angelegenheit. Einerseits ist es wichtig, dass gute, wertvolle Nahrung in unseren Körpern landet, damit wir Kraft und Energie haben, andererseits ist es ein gemeinsames Beisammen sein, dass natürlich schön und gerne auch lustig sein darf.

    Wie seht ihr das?
    Welche Regeln gelten an eurem Esstisch?


    27 Oktober, 2017

    Klimawandel - Grüne Gedanken schon bei den Kleinsten! (+ Experiment)

    Das Zuckermädchen ist ein Mädel am Zahn der Zeit.
    Sie ist auch mit sechs Jahren schon super informiert über alles was gerade in und out ist, dreht mit meinem Telefon Jutjüp-Tutorials über Alltagskleinigkeiten (natürlich nur für den Eigengebrauch) und kennt sogar die harten Fakten in der Politik (faszinierend, denn gerade bei letzterem halte ich mich gern zurück)

    So kam es, dass ich vor einigen Tagen ein Video von ihr auf meinem Handy fand.

    "Hallo, ich bins wieder. 
    Heute habe ich für euch ein Lernvideo über ein wichtiges Thema.
    Den Klimawandel. 
    Davon wird auch oft im Fernsehen erzählt 
    und sogar bei Kika wurde letztens davon berichtet!"




    In ihrem Video berichtet sie von den Gründen, die zu dem Klimawandel führen und von Folgen für die Menschheit. Alles korrekt, wenn auch mit kindlichen Worten ummalt.
    Mit ihren blonden Flatterflausen, der willkürlich wackelnden Kamerahaltung und einem überdramatischen Ausdruck im Gesicht lud mich das Video im ersten Moment zum Lachen ein.
    Doch während sich das Grinsen in meinem Gesicht breit machte, hob mein Gewissen auch den Zeigefinger.
    Klimawandel und Nachhaltigkeit ist ein sehr wichtiges Thema und ich bin über alle Maßen beeindruckt, geschockt und stolz zugleich, dass dem Mädchen das Thema so nahe geht, dass sie bereits selbst lehrvideotaugliche Informationen gesammelt hat.


    Woher kommt der Klimawandel?
    Was bedeutet er für die Menschen und wie verhalten wir uns richtig? 
    Was hat Nachhaltigkeit damit zu tun?


    Mit diesen Informationen möchte ich sie nicht allein lassen. Zusammen haben wir ein großes Plakat erstellt. Da das Mädchen derzeit total sensibilisiert ist, war sie voll und ganz bei der Sache, hatte tolle Ideen und ist auch im Alltag viel aufmerksamer. "Mach das Licht aus, Mama! Klimawandel." ist ein hier im Haus ganz typischer Spruch. Ebenso versuchen wir ihren Wunsch umzusetzen, das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen. Bei Regenwetter nicht ganz einfach, aber um so stolzer ist man, wenn man es doch geschafft hat. 







    Unterstützend zu unserem Mindmap haben wir ein Experiment gewagt.
    Zwei Schüsseln mit Eiswürfel in der Sonne. Eine davon steht unter einer Glaskuppel.
    Das Eis schmilzt. Aber welches schmilzt wohl schneller? 

    Wüsstet ihr die Antwort spontan?
    Wenn man etwas länger darüber nachdenkt ist es ganz logisch:
    Unter der Glaskuppel staut sich die Wärme, weshalb das Eis hier schneller schmilzt. Ebenso ist es mit den Treibhausgases, die wir Menschen vermehrt produzieren. Sie legen sich wie eine Kuppel um die Erdschicht. Die Sonnenstrahlen gelangen hindurch, die Wärme staut sich, die Temperaturen steigen, das Eis an den Polen schmilzt.
    Das Experiment ist sehr schematisch. Ich finde aber, dass es nicht nur bei den Kleinen wirkungsvoll ist. Probiert es doch auch mal aus!



    Warum erzähle ich euch auf einem Mamikreativblog etwas über unser Ökosystem? 
    Das passt doch gar nicht zusammen, oder?
    Doch, das passt gut, denn, zum einem vererben wir unsere Welt den Kindern, sollten also immer gut auf sie achten. Zum anderen waren wir mit unserem Experiment und dem Plakat auch sehr kreativ.
    Viel wichtiger ist aber, dass es der Wunsch des Zuckermädchens war, von unseren Ideen zu berichten. Auf dem Plakat haben wir es doch notiert: Redet über den Klimawandel und darüber, was wir gemeinsam tun können.
    "Mama, das kannst du auch in deinem Blog schreiben, dann wissen ganz viele Bescheid und können mithelfen!"

    Wie weit sind eure Kids informiert?
    Wie geht ihr mit dem Thema Nachhaltigkeit um?

    Lieblingsgrüße!


    _______________
    (Bitte habt Verständnis, dass ich euch das Video selbst nicht zeige. Zum einen ist es sehr lang, zum anderen möchte ich mich hier auch über das "OK" vom Mädchen hinwegsetzen und das lustigernstdramatische Video nicht im weltweiten Netz verbreiten.)

    16 September, 2017

    Wie lange brauch ich dafür? Der Uhrentrick zum Nachmachen


    Ich habe euch von der nur schwer möglichen Symbiose aus Zeit, Zuckermädchen und ziemlich gestresster Mama berichtet.
    Erinnert ihr euch? Zum Beispiel hier von meiner Trödelliese, oder hier von unserem morgendlichen Wahnsinn oder auch hier von der verwirrenden Erfahrung mit Zeit und Uhrzeit. (Schaut unbedingt mal rein. Die Berichte sind ganz lesenswert.) Euren Kommentaren und Nachrichten zur Folge kennt ihr ähnliche Situationen selbst aus eigener Erfahrung.


    Wir probieren gerne Tricks und Kniffe aus, um dem Zuckermädchen das Verständnis von Zeit und Dauer näher zu bringen (und - um ehrlich zu sein - mir ein bisschen mehr Gefühl für Gelassenheit zu vermitteln). Langsam nähern wir uns unserem Optimum an Planung und Spontanität an.

    Es könnte auch am zunehmendem Alter des Mädchens liegen, doch mit jedem neuen Lebensmoment kommen auch neue zu bewältigende Aufgaben auf uns zu. So wie jetzt, als Schulkind, zum Beispiel die Hausaufgaben, die uns gerade viel abverlangen. Nicht wegen dem Schwierigkeitsgrad, aber wegen der "dafür vorgesehene Zeit".
    Aus Langeweile verplempert sie beim Hausaufgaben machen so viel Zeit für Träumerei, Singen oder Geschichten ausdenken.




    Schön! Aber natürlich nicht effektiv.

    Deshalb haben wir uns etwas ausgedacht, dass wir gerne mit euch teilen möchten.
    Der Trick mit der Uhr ist nicht neu aber ganz leicht nachzumachen.
    Alles was ihr benötigt ist eine günstige Uhr mit abnehmbarer Abdeckung, ein paar farbenfrohe dicke Stifte. Außerdem helfen Linea, Bleistift und ein schwarzer Filzer.




    Das schwierigste ist nun erstmal den Tag sinnvoll in kleine Pakete einzuteilen, die in den Familienealltag integrierbar sind. Wir haben uns für eine Nachmittagsuhr entschieden.
    Der Nachmittag des Mädchen wird aufgeteilt in die Bereiche
    • Mittagessen
    • Hausaufgaben
    • freie Zeit/Spielen
    • Abendessen
    • Bettfertig machen 
    und schließlich natürlich die Schlafenszeit. Wichtig bei der Einteilung war mir vor allem, dass die Zeitspannen jeweils so realistisch sind, dass sie noch ein wenig Puffer bieten. Es kann ja immer etwas dazwischen kommen. Und wenn das Mittagessen schneller abgeschlossen ist, ist vielleicht noch Zeit für eine Vorlesegeschichte vor den Hausaufgaben. Das spornt an.

    Mit knallig bunten Farben und einfachen Symbolen  ist die Uhr auch für Kleinkinder und alle Kids die mit dem "Uhrenverstehen" noch nicht so vertraut sind, bereits lesbar. Wir haben uns für schlichte Symbole, wie ein Stift, ein Teller, eine Spieleule und eine Zahnbürste entschieden, denn erstens kann ich diese Symbole noch einigermaßen gut zeichnen und zweitens sind sie so super einprägsam.

    Ein echt einfacher und schnell nachgemachter Hack für umsetzbare Struktur im Alltag.
    Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachbasteln!


    Lieblingsgrüße!
    _______
    Uhr  (alternativ auch bei Ikea)
    Kreidestifte (die sind so schön plakativ und knallig)


    29 August, 2017

    Warum heißt jeder Tag "heute" - 5 Tipps Kindern ein Gefühl von Zeit zu vermitteln

    Warum heißt jeder Tag "Heute" und warum ist niemals "Morgen?

    Mit dieser Frage hat mich das Zuckermädchen schon im vergangenen Jahr ins Grübeln gebracht.
    Sie war regelrecht verzweifelt, weil "Morgen" einfach unerreichbar schien. Begründet dadurch, dass wir Erwachsen völlig selbstverständlich jeden Tag aufs neue von "Morgen" berichteten.
    Morgen gehen wir Eis essen.
    Morgen musst du zum Arzt.
    Morgen kommt eine Freundin vorbei.
    Morgen ist endlich Urlaubsanfang.
    Dieses "Morgen" musste also etwas ganz besonderes sein, wenn sich die Events an diesem ominösen Tag so ballen sollten.






    Kindern fällt die Einschätzung von Zeit schwer. Ebenso wie die Einordnung von Zeitabgaben. Es ist zu abstrakt und nicht greifbar. Noch dazu ändert sich das Empfinden von Zeit von Situation zu Situation.
    Ihr erinnert euch sicher selbst wie eeeewig laaaange es dauern konnte, wenn die Mama verkündete es wären "nur noch zwei Wochen bis Weihnachten" oder wie unglaublich lang eine halbe Stunde sein konnte, wenn man sie im Wartezimmer beim Arzt verbrachte. Sich in die Welt der Kleinen hineinzudenken, ist wichtig, um Zeitangaben verständlich zu vermitteln. Was für uns ganz verständlich ist, ist für unsere Kinder wie eine Fremdsprache.





    Das Zuckermädchen kennt die verschiedenen Zeitkategorien mittlerweile zwar, aber es ist für sie noch immer sehr undurchsichtig. Wer soll denn da auch durchsteigen?

    Heute, Morgen, Gestern, Übermorgen. 
    Montag, Dienstag, Mittwoch
    Vormittag, Nachmittag, Mittag, Abend. 
    Frühstück, Abendessen, Mittagessen.
    8 Uhr, 20 Uhr, Halb Acht, Zwanzig nach Zehn, Neunzehnuhrfünfundzwanzig

    Noch schlimmer machen es nur noch Begriffe wie, gleich, bald, später, nachher die selbst in der Erwachsenenwelt nicht definiert sind. Manchmal ist es so verwirrend für das Mädchen, dass sie mich beim Abendessen fragt, ob sie denn heute schon im Kindergarten war oder ob sie noch hin muss.


    Das Chaos wird perfekt, wenn die zeitlich durchgetakteten, meist auch berufstätigen Eltern ihren Tagesablauf planmäßig durchziehen wollen und die Kleinen mit Augen groß wie Unterteller daneben stehen und die Hektik gar nicht verstehen. "In 5min müssen wir zur Kita" klingt für die Kinder genauso wenig dramatisch wie "Die Bahn fährt in 30min" oder "In zwei Tagen haben wir einen wichtigen Termin". Worte wie Beeilen oder Zeitdruck können die Kinder mit einer unfassbaren Gelassenheit ignorieren. Als seien sie im Wortschatz gar nicht vorhanden.

    Was kann man machen, um es den Kindern zu erleichtern, langsam ein Verständnis für Zeit zu entwickeln? Und um vor allem für weniger Ärger und Missverständis im Alltag zu sorgen.




    1. Rituale
    Fügt Rituale statt Uhrzeiten und Termine in euren Alltag ein. Viele Mamis und Papis haben bereits abendliche Rituale, die den Kids schon im Kleinstkindalter suggerieren sollen: Schlafenszeit! Die obligatorische Gute-Nacht Geschichte oder auch die Folge Sandmännchen, das gemeinsame Abendessen zuvor oder das Bereitlegen von Kleidung für den nächsten Tag. Das kann man ebenso auf die anderen Tageszeiten umschichten. Rituale geben dem Kind Stabilität und Sicherheit und helfen den Rhythmus des Tages zu erkennen.

    2. Handlungsabläufe statt Zeitangaben
    Wie lange noch? Wann endlich? Die Fragen beantwortet man am Besten mit Zeitangaben, die die Kinder besser fassen können. "So lange, wie deine Lieblings-CD dauert", "So lange wie der Weg zum Kindergarten dauert", "Noch zweimal schlafen",

    3. Berichtserstattung
    Lasst euch beim Mittagessen (oder kurz danach) vom Vormittag im Kindergarten oder bei der Oma berichten. Das kann auch zu einem Ritual werden, dass den Tag für das Kind in Vormittag und Nachmittag teilt. Auch besonders schön und hilfreich ist es Abends im Bett gemeinsam den Tag Revue passieren zu lassen. Was haben wir heute erlebt? Was hat uns gut gefallen?

    4. Spiel integrieren
    Kinder leben in der Gegenwart. Das war vorher passiert ist oder was später noch passieren wird, wird besonders im Spiel zur absoluten Nebensache. Sind Kinder im Spiel, vergessen sie Zeit und Termine und sind hochkonzentriert. Ihr kennt das alle von empörten Ausrufen, wie: "Och nöööö! Ich spiel doch gerade so schön!", selbst wenn man vekündet, dass man jetzt zu einer Verabredung zum Eis essen aufbrechen will.
    Deshalb ist es manchmal sinnvoll, das hier-und-jetzt in den nächsten Termin zu integrieren. Anstatt dem Kind trocken mit dem Aufbruch zum nächsten Termin zu schocken, kann man die Spielsachen gleich mitmachen lassen.
    "Der Teddy will zum Doktor, weil sein Bauch doch so weh tut!"
    "Komm, Oma und Puppe haben sich schon so lange nicht gesehen, die zwei haben sich verabredet!"
    Oder auch gleich:
    "Hey Zuckermädchen, lass uns unsere Überlebenszauberpakete (Kindergartentasche) packen, auf unsere Einhörner (Fahrrad) steigen und den geheimnisvollen Weg zu einem unbekannten, magischen Land (Kindergarten) erkunden! Aber vergiss nicht, dass du vorher noch deinen Tarnumhand (Jacke) und deine Feuerschuhe (Sneaker) anziehen musst! Hast du auch deinen Unsichtbarhelm (Fahrradhelm) dabei?"
    Das funktioniert wie Zauberei und auf einmal ist das Kind ultimativ schnell. Damit der Zauber anhält, muss man das Spiel auf dem Weg natürlich weiterspielen.

    5. Timer, wenn es stressig wird. 
    So fad und technisch, wie das auch klingt. Der Timer ist mein Geheimtipp in sehr stressigen Situationen. Vielleicht agieren hier nicht alle Kinder gleich, aber das Zuckermädchen liebt den Lauf gegen die Zeit. Wenn ich also weiß, dass das Mädchen gerade völlig in Zeit und Raum verschwunden ist und ich gerade regelrecht getaktet meinen Tag abspule, stelle ich den Timer.
    So gibt es zum Beispiel genau 15min zum Anziehen, 30min für das Mittagessen oder 20min zum Zimmer aufräumen. Die gesteckten Ziele müssen natürlich realistisch sein.
    Meist ist das Mädchen deutlich schneller fertig und ganz stolz, das Ziel übertroffen zu haben. Mit dem regelmäßigen Blick auf den Timer lernt sie so auch langsam, wie schnell oder langsam die Zeit abläuft.
    Man kann sich auch kleine Belohnungen ausdenken. So können die Minuten, die man über den Tag nicht gebraucht hat, in Fernsehzeit, Vorlesezeit oder Kuschelzeit investiert werden. Oder man lässt die Kinder noch etwas länger Minuten sammeln, die dann in eine gemeinsame Freizeitaktivität umgetauscht werden.


    So klappt es immer besser!
    Das Verständnis von Zeit, Uhrzeit, Jahreszeit, Tageszeit oder auch einfach "keine Zeit" wächst beständig. Es macht Freude, die Entwicklung zu beobachten.
    Und letzten Endes, heißt es doch immer, dem Glücklichen schlägt keine Stunde.
    Also lassen wir unsere Kinder doch einfach noch ein wenig zeitlos glücklich sein und helfen einfach nur ab und zu, langsam und geduldig nach.


    Welche Tricks und Tipps wendet ihr an, um Kindern Zeit verständlich zu machen?
    Habt ihr selbst auch schon Erfahrungen gemacht, wie eure Kids die Zeiten durcheinander gebracht haben?
    Erzählt doch mal!

    Lieblingsgrüße!

    04 Juli, 2017

    Das gehört in die Schultüte - Ideen zum Befüllen der Schultüte

    Zum Start in den neuen großen Lebensabschnitt unserer Kids gehört auf jeden Fall eine prall gefüllte Schultüte (oder Zuckertüte, wie sie in manchen Regionen heißt).

    Eine Schultüte zu füllen ist gar nicht so einfach. Das habe ich jetzt direkt am eigenen Leib erfahren dürfen. Erst die Frage WAS hinein soll, dann die Grübeleien WIE es hinein kommt und letztendlich die pure Verzweiflung, wie zum Teufel die überquellende Schultüte nun noch verschlossen werden soll.

    Damit es euch vielleicht etwas leichter fällt, habe ich euch ein paar Tipps und Ideen zusammen gefasst.
     

    Die oberste Disziplin eines ABC-Schützen ist "Verlieren - Verlegen - Vertauschen". Deshalb schon als ersten Hinweis vorweg: Es ist auf keinen Fall schlimm, wenn durch die Schultütenbefüllung einige Gegenstände doppelt da sind. Legt sie an die Seite. Ihr braucht sie noch. 



    Nützliches für die Schule und zu Hause
    • Namensaufkleber und Etiketten - klar! Ich habe gerade darauf hingewiesen
    • Trinkflasche und Brotdose - auslaufsicher und mit festem Verschluss
    • Obstdosen für Apfel oder Bananen - sehen lustig aus und helfen kleinen Gemüsevermeidern
    • Rucksack oder Turnbeutel - den könnt ihr mit meinem Tutorial auch selbst nähen
    • Sportkleidung - die Kindergartenpumpturnhose und das viel zu kleine Shirt sind jetzt echt uncool
    • Wachsmalstifte, Buntstifte, Schreiblernstifte - davon kann man ohnehin nicht genug haben
    • Wassermalkasten und Pinsel
    • Lineal und Radiergummi - in lustigen Lieblingsformen
    • kleine Aufgabenhefte zum Schreiben üben
    • Doppelanspitzer mit Auffangbehälter - So ein Ding ist Gold wert! Als Mama eines Superkreativlings mit Hang zur Anspitzerkönigin weiß ich das!
    • Schüsselanhänger zum Kennzeichnen der Schultasche - Gerade wenn die Kids Ranzen von namenhaften Herstellern haben gibt es vielleicht Dopplungen in der Schulklasse
    • Reflektoren für Tasche und Kleidung - besonders wichtig für den Schulweg
    • hochwertiger Stundenplan - personalisiert und einlaminiert ist er etwas ganz besonderes
    • Spardose für das erste Taschengeld
    • personalisierte Frühstückstasse und Brettchen - die machen das frühe Aufstehen einfacher
    • ABC Poster - es gibt es so hübsche Poster, die ich mir selbst ins Wohnzimmer hängen würde
    • Lesezeichen - die können die kreativen Mamas unter uns auch selbst machen, oder?
    • Murmelsets - toll zum Rechnen lernen und bildchen Darstellen von Aufgaben 

    Brotdose gibt es hier



    Kleine Geschenke
    • Armbanduhr - damit die Kleinen nicht zu spät kommen. Der Unterrichtsbeginn und vor allem das Ende des Unterrichts helfen, die Uhrzeit schnell zu erlernen
    • Portemonnaie - ein großer neuer Lebensabschnitt zum langsamen (!) Erwachsenwerden. Da dürfen auch die ersten verantwortungsvollen Accessoires nicht fehlen
    • Wecker  - alleine aufwachen und aufstehen, weil der Wecker klingelt. Für das Zuckermädchen, die bereits einen Wecker hat, ist das etwas ganz besonders.
    • Schulkindshirt - Das machen die Nähmamis natürlich selbst! Kinderleicht 
    • Schulkindbutton - Auch etwas Tolles, dass die Kids mit stolz tragen werden! Unser Button ist bereits am Schuloutfit befestigt
    • Kinderkamera - den großen Tag direkt mit der eigenen Kamera festhalten? Toll! Meiner Meinung nach darf es auch eine robuste "richtige" Digitalkamera sein. Die ist meist sogar günstiger, als das Modell extra für Kinder.
    • Glücksbringer - Für die ersten aufregenden Tage in neuer Umgebung ist ein Glücksbringer hilfreich. Vielleicht ein kleines, einlaminiertes Foto des Lieblingskuscheltiers für die Griffelmappe?

    Spiel und Spaß
    • Rätsel-Heft - mit kleinen Logikrätseln oder lustigen Aufgaben
    • Lernhefte für Erstklässler - klingt komisch, aber das Zuckermädchen hat großen Spaß an den Lernheften! Ihre Bücher und Hefte für die Schule musste ich vor ihr bereits verstecken
    • Buch für Erstleser - zum Beispiel aus der Reihe "erst les ich ein Stück, dann du"
    • Hörspiele - Passend zum Thema Schule und auch Freunde gibt es eine große Auswahl
    • Freundebuch - das Kindergartenfreundebuch ist bestimmt schon voll
    • Haargummis, -spangen oder -reifen - natürlich speziell etwas für Mädchen, damit die Haare bei den Hausaufgaben nicht störend im Gesicht hängen
    • Lese-oder Rechenspiele von Tiptoi
    • Experimentiersets - Zum Beispiel mein Buch aus der Reihe der kleine Hacker oder auch etwas aus der Kosmos Reihe
    • Fingerprintsbücher - fördern die Kreativität der Kinder, außerdem sind die Ergebnisse so super süß, das Mami jedes Mal vor Stolz platzt.

    Süßigkeiten
    • Mäusespeck - in Spitztüten sind super für die Spitze der Zuckertüte und bringen wenig Gewicht mit
    • Buchstabenkekse - wie passend
    • Traubenzuckerlutscher oder Bonbons
    • Bachblüten Du schaffst das Bonbons




    Ach, da gibt es noch so viele tolle Ideen mehr, wenn man lange genug nachdenkt.
    Noch ein paar Tipps zum Schluss. Kauft nicht zu viel. Diese Schultüten sind am Ende kleiner als gedacht! :D
    Füllt die Spitze gut und fest aus, damit sie nicht knicken kann. Zum Beispiel mit Mäusespecktüten oder einen T-Shirt. Schweres gehört möglichst weit nach unten, so kann die Zuckertüte besser getragen werden. Damit nichts herumpoltern kann, können Lücken mit kleinen Bonbons ausgefüllt werden. 
    Achtet trotzdem etwas auf das Gewicht. Die Schultüten können unglaublich schwer werden. Zur Not kann das ein oder andere Geschenkchen auch für einen späteren Zeitpunkt verschenkt werden, oder verpackt neben der Schultüte liegen. 


    Sind eure Schultüten schon fertig? 
    Zeigt her! 


    Lieblingsgrüße! 

    30 Juni, 2017

    Das moderne flimmernde Kindermädchen

    Letztens hat sie mich beim "Werbungraten" fast abgezogen. Kennt ihr das Spiel?
    Man schaut die nervigen Werbeblöcke während eines Filmes und versucht so schnell wie möglich zu erraten, um welche Werbung es sich handelt.

    Die Werbeslogans sitzen perfekt
    "Und was fühlst du?"
    "Ich bin doch nicht blöd"
    "smavaaaaaa"

    Da hab ich keine Chance. 
    (Ich gewinne trotzdem, denn ich kann die kleinen Logos in den Ecken des Bildschirms lesen, die während der Werbeblöcke aufblinken). Hat sie einfach nur eine hohe Auffassungsgabe oder schaut sie wirklich viel zu viel fern?






    In ihren ersten Lebensmonaten habe ich akribisch darauf geachtet, dass der Fernseher möglichst gar nicht lief, wenn das Mädchen sich im Zimmer befand. Nach ihrem ersten Geburtstag war eine gelegentliche Folge Sandmännchen am Abend in Ordnung. Noch ein halbes Jahr später entdeckte sie den Kinderkanal.
    In Maßen. Bloß nicht zu viel fernsehen! Als belesene Supermami war mir natürlich klar, dass das Zuckermädchen ihre Fernsehmomente nur unter Einsatz meines schlechten Gewissens genießen konnte.

    Aber irgendwann entdeckte den Kinderkanal und seine Vorzüge auch für mich.
    Denn ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mich heute bei der Fernsehzeit meiner Tochter exakt an Vorgaben und Empfehlungen halte. Oder dass hier hauptsächliches pädagogisch wertvolles Wissensfernsehen läuft.

    In manchen Momenten geht doch nichts um die faszinierende Magie des Fernsehers. Und da meine ich nicht mal gemeinsame Fernsehabende, die wir eingekuschelt und mit Snacks eingedeckt auf dem Sofa verbringen und gemeinsam einen knallbunten Animationsfilm, einen kitschigen Teenieliebesfilm oder eine Folge GNTM schauen.
    Nein! Ich meine die Momente, in denen ich

    • echt mal dringend telefonieren muss
    • eben schnell die Küche aufräumen will
    • endlich mal lange duschen müsste
    • noch kurz eine Runde Sport einlegen möchte 
    • oder einfach mal eine halbe Stunde meine Ruhe brauche

    Ja! Ich nutze den Fernseher als meinen Kindermädchenkumpel.
    Manchmal und ganz sicher nicht stundenlang, aber dafür ganz ohne schlechtes Gewissen.
    Ich kontrolliere das Programm und wir reden vorher, hinterher oder währenddessen über das, was wir sehen, über Gefühle und Empfindungen während eines Films oder über manipulative Wirkung von Werbung Es ist faszinierend, wie Werbung bei den Kleinsten wirkt! Neulich zappte sich das Mädchen für ein paar Minuten in einen Shoppingkanal und versuchte mich anschließend zu überzeugen, dass wir dringenst ein neues 17 in 1 Schneidegerät benötigen, da es heute und nur heute für nur 69,99€ auch noch ein original Schnippedischnappsupermesser dazu gäbe. (Faszinierend, aber auch augenöffnend.)

    Natürlich: Wir sind beide viel lieber an der frischen Luft, unternehmen etwas oder spielen ein Spiel und der Fernseher bleibt auch gerne mal einen Tag lang aus. Aber manchmal brauchen wir ein Päuschen oder haben auch einfach mal Lust uns berieseln zu lassen. 

    Wie haltet ihr das?

    Lieblingsgrüße!


    26 Juni, 2017

    Schulmama 2017

    Es ist kaum auszuhalten.
    Seit ein paar Wochen steht das fertige Schulkind Set in meinem Nähzimmer und hält es mir immer wieder vor Augen:

    Dein Kind ist bald ein Schulkind! 
    Dein Kind ist bald ein Schulkind! 
    Dein Kind ist bald ein Schulkind! 

    Und ich freue mich auch so riesig auf ihre Schulzeit. Auf tolle neue Momente, neue Erfahrungen, neue Emotionen, neue (und natürlich auch alte) Freunde...




    Aber gleichzeitig mischen sich immer mal wieder störende Gedanken unter die Vorfreude.
    Es ist gar nicht mal die Melancholie bei Erinnerungen an die Kindergartenzeit, die Kitazeit oder die ersten Wochen und Monate. Gar nicht mal der Gedanke an die dahinrasende Zeit.
    Die Momente bleiben mir in der Erinnerung und auf Fotos.
    Und die Entwicklung des Zuckermädchens erfüllt mich eher mit Stolz, denn mit Traurigkeit!



    Aber ich verrate euch etwas: Ich habe Angst!
    Denn nicht nur wird das Mädchen ein Schulkind, auch ich werde jetzt plötzlich eine Schulmama!
    Ich stürze mich da zusammen mit dem Mädchen in unbekannte Gewässer und weiß einfach noch nicht, wie wir diesen neuen Lebensabschnitt gemeinsam bestmöglich umsetzten können.

    Da sind die täglichen Schulzeiten, die natürlich nicht mit den Arbeitzeiten einer normalsterblichen, alleinerziehenden Ingenieurin harmonieren. Das Mädchen muss in die "Verlängerung" und außerdem in die "Nachmittagsbetreuung". Und auch ich muss in die "Verlängerung", denn dadurch, dass die Schule später beginnt, als der Kindergarten zuvor, muss ich natürlich am Abend meine Fehlzeit nachholen.
    Da sind die Gedanken an Abende, an denen wir beide erschöpft vom Alltag aufs Sofa fallen und uns dann für Hausaufgaben, Hausarbeiten, Einkaufslisten wieder aufraffen müssen und doch nicht wollen.
    Da sind Fragen bezüglich ihrer Freunde, die sie bestimmt am Nachmittag treffen will, aber nicht kann, weil sie in die Nachmittagsbetreuung muss. 
    Da ist die Sorge beim täglichen Weg zur Schule. Durch die frühere Öffnungszeit des Kindergartens konnten wir der Hauptverkehrszeit bisher entgehen. Nun müssen wir mitten hindurch. Mit einer riesigen Schultasche, die mein kleines dünnes Kind zum Wanken bringt.
    Da kommen die vielen Vorbereitungslisten und zusätzlichen Packlisten. Ich hab noch längst nicht alles zusammen! Obwohl ich schon zig Euros ausgegeben habe. Es steht noch so viel auf der Vorbereitungsliste.




    Da sind Gedanken an Markenklamotten, Markenspielzeuge, Handys oder Tablets, die mit zunehmendem Alter nicht nur interessant, sondern irgendwann auch wichtig werden. Die ich ihr natürlich gönnen möchte, aber nicht kann und dann auch wieder nicht will. Dabei weiß ich noch ganz genau, wie lebensnotwendig die exakt richtigen Schuhe sein können, für die ich damals auf meinen Geburtstag verzichtet habe und sie zur Hälfte selbst finanzieren musste. (Aus erwachsener Sicht ist das bescheuert! Weiß ich doch)
    Da ist das große Einschulungsfest, dass wir natürlich auch zu Hause mit dem Zuckermädchen feiern wollen, für das aber auch noch gar nichts geplant ist. Weder Ort, noch Ablauf noch Gästeliste.
    Da ist die Besorgnis, dass ich an ihrem ersten Schultag Heulkrämpfe bekommen und niemand an meiner Seite sein könnte, bei dem ich meine Tränen trockne, damit ich wieder strahle, wenn das Mädchen anschließend auf mich zu läuft.


    Immerhin.
    Das Schuloutfit steht
    Ihres zumindest.
    Ich freu mich auf den großen Tag, wenn ich es euch MIT dem Zuckermädchen präsentieren kann.



    Lieblingsgrüße!
    ______________________
    Schnitt: Kleid Elodie, Hut Ottobre Freebook, Bolero Bunte Knete, Schultüte eigener Schnitt
    Schultasche: Ergobag




    16 Juni, 2017

    Heute bin ich...

    Unsere Kids lieben es sich zu verkleiden und in Rollen zu schlüpfen. Dabei probieren sie sich aus, vertreten die Rollen mit ihren besonderen und speziellen Eigenschaften ganz selbstbewusst.

    Heute bin ich mutig wie ein Tiger!
    Heute bin ich vornehm wie eine Prinzessin!
    Heute bin ich grazil wie eine Ballerina!




    Das Mädchen fasziniert das verschwinden in einer selbst erdachten Fantasiewelt genau so, wie jedes andere Kind! Manchmal höre ich sie in ihrem Zimmer wiehern, singen oder brüllen. Manchmal klingt es ganz lustig, so dass ich meinen Kopf durch die Tür stecken und zuschauen will. Meistens verstummt sie dann direkt und guckt mich mit verwirrten Kulleraugen an. Wie gerade aus einem Traum erwacht. Es ist keine Show. Nicht immer sind Zuschauer erwünscht.

    Aber manchmal verschwinde ich selbst mit in ihrer Welt. Darf eine Rolle spielen, die sie mir zugeteilt hat. Und zwar genau so, wie sie sich MEINE Rolle in IHRER Welt vorstellt. "Du muss jetzt genau das und das sagen!"




    super cooles Haifischkostüm - karneval universe


    Ich erinnere mich sehr gut an eine Situation in meiner Kindheit. Damals war ich etwa so alt wie das Zuckermädchen. Ich lag in meinem Bett, konnte nicht einschlafen und baute mir eine neue Welt auf: Mit meinem eigenen Auto, ein kleiner roter Käfer, fuhr ich in den Urlaub. Die Kuscheltiere saßen auf dem Rücksitz, die Koffer lagen fest verschnürt auf dem Dach. Ich war gut gelaunt auf dem Weg in die Urlaubsreise und sang ein Lied im Radio mit.
    Den nächtlichen Gesang hat meine Mutter damals ebenfalls gehört, denn nur kurze Zeit später stand sie im Schlafzimmer:
    Was machst du denn da? Du sollst schlafen! Was hast du denn mit der Bettdecke gemacht? So kriegst du doch gar keine Luft!
    Hä? Ich sah mich um. Der kleine rote Käfer war verschwunden. Ich saß in der Decke verknotet auf dem Bett. Die Kissen und Kuscheltiere um mich verstreut.


    Kinder haben eine beneidenswerte Fähigkeit. Sie bauen sich ihre Welt. Erschaffen sie ganz neu und nach eigenen Regeln. Die Sofadecke wird zur Prinzessinnenrobe, aus Kissen entsteht ein Dinosauriernest, der Teppich wird zum Meer und die Fliesen zum Zauberwald.
    Und das ist ganz wichtig für unsere Kinder, denn sie machen sich ihre Fantasiewelt zu nutzen, um darin zu wachsen. Sie ahmen Erlebtes nach und experimentieren mit Emotionen. Sie lernen die Erwachsenenwelt zu verstehen und erproben ihr soziales Verhalten.
    Sie üben auch ihre Ängste zu beherrschen, haben sie doch in ihrer eigenen Welt die Dramaturgie selbst in der Hand.


    Simsalabim - und jetzt bin ich eine Fee!



    Ihre Rollenspiele muss man als Elternteil nicht fördern oder antreiben. Sie nehme ihren ganz eigenen Weg.

    Mit den passenden Requisiten kann ich die Zuckermädchen - Fantasie aber noch ein wenig beflügeln.
    Eine gefüllte Verkleidungskiste im Spielzimmer ist hier deshalb ein Muss
    Krönchen, Kleidchen, Flügelchen und alles was das Mädchenherz erfreut finden sich darin. Aber auch (Stoff) Messer und (Wasser-) Pistolen.
    Außerdem haben wir uns vor einiger Zeit ein Kleines Schminkset für Kinder gegönnt.
    (Das genieße ich übrigens sehr sehr sehr! Selten sitzt das Mädchen so lange so still und lässt ruhig die sanften Berührungen des Pinsels im Gesicht über sich ergehen.
    Schön!)

    Wie erlebt ihr die Fantasiewelten eurer Kinder?
    Haben sie auch eine oder mehrere Lieblingsrollen, in die sie immer wieder schlüpfen?



    Lieblingsgrüße!




    P.S.:
    Ich habe es nie wieder geschafft, meinen kleinen roten Urlaubsflitzer erneut aus Decken und Kissen zu bauen. Das ist vielleicht der Grund, warum mir das Erlebnis auch so gut in Erinnerung geblieben ist.



    04 Mai, 2017

    Oh mein Gott, mein Kind ist ein Schulkind! - Outfit für den großen Tag

    Bald ist es soweit und aus meiner Zuckermädchen wird ein richtiges Schulkind. 
    Auch heute schon weist sie jeden, der es wissen möchte darauf hin, dass sie bereits ein Schulkind ist. Und bereits heute frage ich mich, wo die Zeit hin ist und wann sie so groß geworden ist. 

    Das Gefühl, dass die Zeit mit jedem Tag schneller rast und sich einfach nicht aufhalten lässt, kennt ihr bestimmt alle, oder? 

    Deshalb gehen wir jetzt auch direkt auf Angriff und beginnen voller Vorfreude und mit einem Kribbeln im Bauch mit den Planungen des Einschulungskleid! 



    Als Schnitt haben wir uns schnell für eine Elodie (farbenmix) entschieden. Das ist wohl DAS Einschulungskleid in unserer Näh- und Bloggerwelt, oder?  Das Zuckermädchen soll ein graugepunktetes Kleid tragen mit vielen tollen Highlights und Bestickungen in lila und pink. Dazu gibt es dann noch einen passenden Bella Bolero. 
    Mit diesem groben Plan habe ich mich ein paar Tage lang in den Onlineshop von stoffe.de verzogen. Das entscheiden fällt mir ja manchmal echt so schwer! 
    Einen kurzen Freudenschrei hab ich aber ausgestoßen, als ich beim Suchen und Planen die tollen Schultüten-Rohlinge entdeckt habe.
    Ha! Das passt ja perfekt! Als hätten die gewusst, dass ich gerade ein Einschulungskleid plane. 


     



    Ein paar Tage später kam dann Post von der lieben Annika von stoffe.de. Der Schultütenrohling hat hier für ganz besonders große Aufregung gesorgt. 
    "Ein super toller Hut, ein riesen Einhornhorn, eine phänomenale Eistüte, ein großer Eisberg..."  rief sie und probierte die Schultüte in alle Richtungen aus. 
    Nein, mein liebes Zuckermädchen, das wird mal deine Schultüte! Da entfuhr ihr nur noch ein ehrfürchtiges "oh" und wir stellen den Rohling andächtig an die Seite. 

    Ich bin schon so gespannt, wie das fertige Kleid später aussehen wird! 
    Und ich bin noch gespannter, wann ich Zeit finde, meine ausschweifenden Pläne umzusetzen... Ihr wisst... die Zeit rast! 


    Wem steht denn dieses Jahr auch eine Einschulung bevor? 

    Lieblingsgrüße! 


    __________________
    Mein Einkauf: 
    Schnitt: Elodie
    Schultasche: Ergobag

    22 März, 2017

    Trödelliese und Bummeltante

    Sie bummelt und sie trödelt!
    Es gleicht einer unfassbaren und unheimlich nervenaufreibenen Kunst, wenn man sie dabei beobachtet.

    Wenn der Wecker klingelt, springt sie aus dem Bett. Ist hellwach, bereit für den Tag und will gleich wissen, was heute alles ansteht.
    Aber dann geht es los! Die anfänglich Euphorie den Tag zu beginnen scheint Trug gewesen zu sein und wandelt sich in ein zähflüssiges, klebriges Honiggefühl. 

    Während sie ihren Schlafanzug, singt sie mindestens drei Lieder, tanzt einen Tanz, fällt dramatisch vor ihrem Fillyschloss auf die Knie, erzählt ihren Eulen eine Geschichte.
    Beim Anziehen wird jedes Kleidungsstück akribisch dreimal gedreht, dabei murmelt sie unaufhörlich vor sich hin, zieht sich versehntlich die frische Unterhose über die vom Vortag, merkt es erst, wenn die Strumfhose schon sitzt und fängt dann von neuem an, aber natürlich erst nachdem sie ihre Kleidungsstücke nebeneinander auf die Badewannenkante gelegt hat. Ganz exakt und mit einem mir unerklärlichen, aber zeitfressendem System.




    Beim Zähneputzen führt sie eine ausgeprägte Diskussion mit der Figur auf der Pastatube. Meist mischt sich die krokodilförmige Zahnbürste mit ins Gespräch ein.  Drei Meinungen verlängern eine Diskussion

    ins Unermessliche!
    Beim Haare kämmen wird die Haarbürste zwischenzeitlich zum fliegenen Einhorn, fliegt über die frischgemachten Betten und landet, mit klirrendem Geräusch, wie eine Fliege am Fenster.
    Das ganze Geschehen wird durch nicht enden wollende, immer gleich klingende Ermahnungen meinerseits unterbrochen. Ich brumme ihren Namen mit Nachdruck, wieder und wieder und wieder, um sie in die Realität zurück zu holen. 

    Schlussendlich kommt sie die Treppe heruntergetappst, steht mit wirren Haaren in der Küchentür und fragt mit zuckersüßer Stimme: Mama, darf ich auch erst ohne Hose und Pullover frühstücken und mich später anziehen?

    Die Antwort ist "Nein", denn die Erfahrung lehrte mich, dass am Schluss nie nie nie niiie Zeit ist, um sich noch zu Ende anzuziehen. Das Frühstück reiht sich in der Geschwindigkeit sauber mit in den Tagesbeginn ein. Das Einkleiden für den Weg zum Kindergarten dauert ebenso lange.
    Sie braucht für alles gefühlt ewig und macht mich mit ihrer scheinbaren Unkonzentriertheit und ihrem Bummeln ganz kirre!




    Dabei bin ich doch in Wahrheit nur neidisch!
    Auf ihre Ruhe, mit der sie in den Tag starten kann.
    Auf ihr Interesse für einfach alles!
    Darauf, dass sie zulässt, sich ablenken zu lassen und den Moment für sich genießt

    Sie ist gar nicht unkonzentriert und unaufmerksam.
    Sie ist sogar ganz besonders aufmerksam und einfach wahnsinnig fantasievoll!
    So wir der dunkle Fleck auf dem grauen Badezimmerboden, den ich schon seit Wochen mit all meiner Unaufmerksamkeit ignoriere, sofort entdeckt und zu einem fabelhaften wunderbaren Wesen in einer fabelhaften wunderbaren Welt.
    Das ist schön!
    Das will ich auch können!


    Habt ihr das auch mal so gesehen?


    Lieblingsgrüße!


    _______________
    Ein paar Tipps, um den morgenlichen Alltag zu erleichtern könnt ihr hier nachlesen.



    14 März, 2017

    Es bleibt nur das kratzige Gefühl im Hals

    Manchmal schreie ich, so laut ich kann.

    Warum?
    Lag es daran, dass sie mich früh um fünf mit lauten Geschrei zu sich rief, um mir zu sagen, dass sie gerne zu mir kommen würde?
    Lag es daran, dass ich nicht wieder einschlafen konnte?
    Lag es daran, dass sie zum Zähneputzen wieder 15min brauchte?
    Lag es daran, dass sie in Tränen ausbrach, weil ihre Strumpfhose auf links gezogen war?
    Oder dass sie wütend wurde, weil sie mein "hmhm" als Antwort auf einen Satz überhörte und laut zu weinen beginn, weil sie meinte, ich hätte ihr nicht zugehört?
    Lag es an der verschütteten Cornflakesmilch, die sie sich selbst eingoss?
    Oder an dem pitschnassen Waschlappen, mit dem sie die Milch aufwischen wollte, aber stattdessen nur die stoffgepolsterten Stühle unter Wasser setzte?

    Ich schreie! So laut ich kann.
    Und es fühl sich komisch an. Schon während ich die lauten Töne aus meinem Mund kommen höre, fühle ich mich fremd und seltsam Die Stimme verändert sich, sie wird heiser, tiefer, scheint gar nicht mehr meine zu sein, füllt den ganzen Raum und kommt von überall her.



    Darf ich mein Kind anschreien?
    Bin ich dann authentisch? Bin ich einfach ein Mensch, der seinen Emotionen freien Lauf lässt, sie nicht unter Kontrolle hat? 


    Ich muss kurz raus. An die frische Luft. 
    Ich entscheide mich die Mülltonne von der gegenüberliegenden Straßenseite zurück zu holen. Ich gehe ohne Jacke raus, damit mir die Kälte ein wenig den Kopf frei pustet.
    Auf dem Weg dahin höre ich in der morgendliche Stille Geschrei in einem Nachbarhaus. 
    Die Satzfregmente, die da durch die Luft fliegen, klingen ganz ähnlich, wie die, die bei uns zu Hause gerade noch herumwirbelten. Laut! Teilweise gemein, wütend. Hilflos.

    Ich denke mir, dass es beruhigend ist, dass es nicht nur mir so geht.
    Und dennoch kommen mir die Tränen in die Augen.
    Das war nicht fair ihr gegenüber.


    Ich mag mich selbst nicht, wenn ich sie anbrülle.
    Es ist ein Kontrollverlust und ich verliere die Kontrolle nicht gern. Erst recht nicht ihr gegenüber.
    Ihre REaktion darauf verstört mich meist noch mehr. Sie wird leise. Sie schämt sich, weil sie mich wütend gemacht hat und ist wütend auf sich selbst, weil sie mir die Stimmung verdorben hat.

    Es bricht mir das Herz.




    Ich schreie nicht oft. Und ich schreie nie ohne Reue. Es tut mir leid!
    Ich möchte mich in diesen Situationen gerne mehr unter Kontrolle habe. Denn ich weiß, dass dieser Kontrollverlust nichts besser macht. Dass er nichts bringt. Keine Erleichterung, keine Ruhe.
    Am Ende umarmen wir uns, entschuldigen uns beide
    Alles was bleibt ist ein kratziges Gefühl im Hals, dass mich noch eine Weile erinnert und mich sie an diesem Tag schmerzlich vermissen lässt, wenn ich bei der Arbeit sitze.


    Nachdenkliche Lieblingsgrüße!



    Edit:
    Ein gutes Buch zum Thema, dass mir eine Leserin gerade empfohlen hat:
    Mama, warum schreist du so laut? 
    Danke Sabrina, für den Tipp und die nette Mail zum Thema.



    23 Februar, 2017

    Snackgesellschaft

    Sie knabbern, knuspern und snacken den ganzen Tag.
    Irgendeine Mami hat immer ein paar Zookekse, Gummibärchen, Lollis, Dinkeltaler oder manchmal geschnittenes Obst im Gepäck und verteilt es freudig an ihre Kinder und deren Spielgefährten.





    Vor einigen Wochen, morgens im Kindergarten, wurde mir das ganz bewusst. Während sich das Zuckermädchen umzieht, nutze ich meine "freie Zeit" und sehe mich um.
    Ihr kennt das: Jacke aus, Schuhe aus, Mütze, Handschuhe wegstecken, zwischendurch nochmal auf Toilette, Hausschuhe an, Hausschuhe wieder aus, weil sie auf einmal zu Leben erwachen und ein Rollenspiel mit Linki und Rechtsi vollzogen werden muss... Das dauert (und stresst und langweilt).
    Ich stand mit dem Rücken an der Heizung gelehnt und sah mich gestressweilt im Vorraum um:

    Ein süßes Mädel und ihre Mami saßen in meinem direkten Blickfeld. Das Mädchen zog sich müde einen Schuh aus und zerrte sich halbherzig die Mütze vom Kopf. Gleichzeitig jedoch plapperte Mami wohlwollen auf sie ein: Mami hat dir noch etwas zu essen eingepackt. Willst du noch ein Brot essen? Mami hat es klein geschnitten. Nach jedem Satz wanderte ein bemerkenswert akurat geschnittenen Stück Leberwurstbrot im weit geöffneten Mund des Mädels.

    Zu dem Zeitpunkt war ich noch im sturen Beobachtungsmodus, gedanklich schon auf dem Weg zur Arbeit, mit einem Auge und Ohr noch im Rollenspiel von Linksi und Rechtsi.
    Aber... hmm... Ich habe keinen Vorraum-Umziehsnack für das Mädel dabei.




    Doch dieses Vorgehen konnte ich ab da täglich beobachten. Mami hatte immer einen Snack in der Tasche. Und auch im alltäglichen Leben wurde ich aufmerksamer: Im Hallenbad werden Amy und Kiara ständig aus dem Spiel gerissen und zum Apfelsnacken gerufen.
    Ich habe kein Schwimmsnack dabei.
    Im Balletkurs gibt es in der Pause Cracker für Lara und ihren Bruder Vincent.
    Ich habe kein Balletsnack dabei.
    Beim 40minutigen Kindertheater gibt es Bananenstücke und Salzstangen für Kilian.
    Ich habe keinen 40 Minuten-Überbrückungs-Theater-Snack dabei... 
    Auf dem Spielplatz sehe ich überall Muttis mit gefüllten Brotdosen und Snackpacks.
    Und ich? 
    Ja, ich trage einen Rucksack auf dem Rücken. Und in dem Rucksack zwei Tupperdosen. Mit Paprika, Gurke und Salzstangen befüllt. Ich muss! Ich fühle mich genötigt. Ich fühle mich unwohl, keine Snacks dabei zu haben und mich damit auffällig vom Mutterpulk abzugrenzen, obwohl ich weiß, dass wir nur eine kanppe Stunde verweilen werden.
    Und während das Zuckermädchen lachend mit ihren Freunden von Snackdose zu Snackdose tänzelt und bei jeder Mami einen kleinen Snack bekommt, kann so auch ich meine Snackdose aus dem Rucksack holen und sie triumphierend auf meinen Schoss stellen.
    Ja, kommt her, Kinderlein! Hier gibt es auch etwas. Ich bin eine gute Mutter und habe an den Snack gedacht!
    Ich hätte lieber kein Spielplatzsnack dabei...





    Fällt euch auch auf, dass unsere Kids immer und überall kauen? Ich schau kaum 5 Minuten weg, da kommt das Zuckermädchen schon wieder knabbernd oder lollileckend auf mich zu.Ich weiß, ich weiß, es ist nur gut gemeint, dass andere Mütter ihre Spielplatzsnacks auch mit meiner Tochter teilen. Doch ich hab ja nicht mal eine Chance, dankend abzulehen!

    Und ich kann wirklich nicht von einer 5jährigen Zuckerschnute erwarten, dass ihr beim Anblick von Gummibärchen und Schokolade nicht das Wasser im Mund zusammen läuft und sie geistesgewärtig im Gedenken an das baldige Abendessen selbst den Kopf schüttelt.

    Bentgo Box, perfekt für Schul- oder Kindergartensnacks

    Ich hab nichts gegen gesunde (!) Snacks. Ganz im Gegenteil!
    Snacks sind toll! Ich liebe bunt zusammengestellte Fingerfoods, Gemüsesticks und Obstteilchen.
    Aber diese unkontrollierte rundumdieUhr-Zufütterung bereitet mir schon etwas Unbehagen. 

    Und wenn ich weiß, dass wir einen langen Tag in nicht-unmittelbarer Nähe eines Kühlschrankes verbringen, habe ich ich die individuell gestaltete und dosierte Snackdose garantiert selbst eingepackt.
    Dann machen wir zusammen ein Picknick auf einer Decke oder einem großen Badetuch. Das hat dann auch wieder etwas von einer gemeinsamen Mahlzeit.  


    Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
    Habt ihr gernen einen Sicherheits-Snack in der Tasche?
    Werdet ihr gefragt, bevor euren Kids ein Snack angeboten wird?



    Bin gespannt auf eure Meinungen!
    Ich hol mir jetzt mal einen Snack!

    Lieblingsgrüße!

    06 Februar, 2017

    Schuluntersuchung - was passiert da?

    Dieses Jahr steht uns ein neuer großer Lebensabschnitt bevor.
    Dieses Jahr müssen wir ein paar organisatorische Änderungen annehmen und regeln.
    Dieses Jahr kommen neue Aufgaben und eventuell auch Schwierigkeiten auf uns zu.

    Dieses Jahr kommt das Zuckermädchen zur Schule.





    Vor ein paar Wochen stand sie uns einer der ersten Schritte bevor. Die Schuluntersuchung.
    Der Termin steht schon seit dem letzten Jahr im Kalender.
    Seitdem wir diesem Schritt hinter uns gebracht haben, häufen sich die nervösen Fragen von anderen Mamis, bei deren Kindern die Untersuchung noch bevor steht:  

    Und wie wars? Was mussstet ihr machen? Hat alles gut geklappt?

    Ich will euch davon berichten. Aber erst mal vorweg:
    Das Zuckermädchen hat die Schuluntersuchung ganz großartig gemeistert. Sie meisterte eine Aufgabe nach der anderen und ich saß still und stolz nickend daneben: "Ja, das ist meine. Jaja... die kann das."



    Ihre Vorbereitung:
    Eigentlich (!) sollen sich die Kinder ja nicht auf die Schuluntersuchung vorbereiten.
    Aber sie möchte es! Sie ist gleichermaßen nervös und aufgeregt. Vorfreudig und eingeschüchtert.
    Bereit sich zu beweisen, aber doch mit der Angst etwas falsch zu machen.
    Sie möchte viel üben. Aufgaben lösen. Wieder und wieder rechnen, schreiben, malen... 
    Im Wartebereich vor der Tür zum Untersuchungsraum ging sie diverse Fakten noch mal kategorisch durch: "Mama, welche Zahl ist noch mal unsere Hausnummer?"
    Sie ist bestens vorbereitet!


    Meine Vorbereitung: 
    Die Spannung flach halten. Das Selbstvertrauen stärken. U-Heft und Impfpass finden. Heimlich recherchieren, ob wir irgendwo eine Liste sehen, was so abgefragt wird. Nur für das eigene gute Gefühl. Nur um zu sehen: "Och, ok... das schafft die."






    Ihre Sorgen
    Ein wenig Nervösität war vorhanden, denn sie will unbedingt zur Schule!
    UN! BE! DINGT!
    Und diese doofe kleine Untersuchung soll ihr das auf keinen Fall verbauen.
    Und dann war da noch der nervige Husten: "Was ist wenn ich nicht antworten kann, weil ich husten muss?"

    Meine Sorgen
    Ich hatte bei ihren kognitiven Fähigkeiten keine Sorgen. Sie kann lesen, Fremdwörter einsetzen, grammatikalisch korrekt sprechen, phonetisch korrekt sprechen, bis 100 zählen, addieren, subtrahieren, multiplizieren, ein paar englische Sätze sitzen schon lange... sie ist schulfit und ich bin eine Oberangebermama!
    Aber ihr Wesen ist eben noch ein fünfjähriges Kindergartenkind. Sie ist wild und unkonzentriert und lässt sich schnell und gerne ablenken. Wenn sie einen diffusen Tag hätte, könnte ihr das zum Verhängnis werden.

    Ach quatsch! 
    Sie ist energiegeladen und aufmerksam für einfach alles was um sie herum passiert.
    Sie kann das!



    Ihre Aufgabe - Die Schuluntersuchung
    Die Untersuchung war in zwei Divisionen aufgeteilt. Die erste Voruntersuchung fand bei einer netten Dame mittleren Alters stand, die das Mädchen freundlich begrüßte.

    Es folgten die ersten, eher faktischen Tests. Hör- und Sehtest, die Überprüfung des Gewichts und der Körpergröße. 116cm und 19kg. Alles in Ordnung.
    Dann kamen die ersten Aufgaben, die es zu lösen galt.
    Ein LKW ist zweimal abgebildet. Bei der zweiten Abbildung fehlen Formen und Striche, die sie vervollständigen darf. Super gemacht. Ein winziger Reifen, der am letzten Anhänger fehlte, wirderst beim zweiten Blick entdeckt."Ach, das haben die anderen Kindern auch übersehen", sagte die nette Frau zum Mädchen.
    Als nächstes soll sie Kugeln auf einem Bild zählen. Zwanzig an der Zahl.
    Sie zuckt mit den Schulter. Das ist kein Problem.  
    Zum Schluss bekam sie einen Bogen auf dem viele, viele Smileys waren. Einige mit einem traurigen Mund. Diese soll sie durchstreichen. Sie hat dafür eine Minute Zeit.
    Wow! Wie hochkonzentriert sie sein kann! Am Ende waren alle treurigen Smileys durchgestrichen und es waren noch 20 Sekunden übrig.
    Anschließend wurde ich noch nach eventuellen Krankheiten, Allergien, Vorgeschichten gefragt.




    Dann durften wir nach kurzer Wartezeit ein Zimmer weiter - zur Frau Doktorin.
    Die Ärztin öffnete. Sie wirkte etwas getresst.
    "Ich bin Frau Soundso und wie heißt du?"
    Das Zuckermädchen antwortete brav und schüchtern mit ihrem Vornamen.
    "Aha, und einen Nachnamen hast du nicht, oder was?!"

    Schluck! Das war zu harsch! Jetzt ist sie verunsichert...
    Aber sie antwortet, die Beine baumeln dabei unentwegt, zappeln hin und her und stoßen polternd ans Tischbein. Eine Verlegenheitsgeste, mit der sie ihre Enegie kanalisiert. Das kenn ich schon. Das war in meinen Augen schon fast die schwerste Prüfung.

    Dann kommen wieder zahlreiche Aufgaben.
    Zuerst soll sie Bälle auf Bildern zählen, die sie aber nur kurz zu sehen bekommt. Ich bin begeistert, wie schnell sie ist und versuche nicht euphorisch in die Hände zu klatschen.
    Es folgen weitere Zählaufgaben, Mengenbilder auf denen sie erkennen soll, von welchem Gegenstand mehr zu sehen ist. Figuren, die sie erkennen und benennen soll. Figuren, die sie lokalisieren soll (das Krokodil sitzt zwischen den Palmen, die Katze liegt unter dem Tisch), Einzahl und Mehrzahl bilden, geometrische Formen bestimmen.
    Alles kein Problem. Die Beine baumelt und klopfen dabei laut gegen das Tischbein, aber die Aufgaben sind innerhalb von Sekundenbruchteilen abgehakt und ich mache insgeheim eine Ghettofaust mit mir selbst.
    Sie darf noch Bilderreihen ergänzen und in weiteren Bildereihen das "falsche Element" finden.
    Da hat sie mich überrascht. Eine Reihe aus einer braunen Nuss, einer braunen Eichel, einem braunen Blatt und einem weißen Ei: Klar! Das Ei passt nicht. Meiner Meinung nach weil es ganz eindeutig nicht braun ist... pahahaaa! Weit gefehlt, denn Fakt ist, dass die anderen drei dargestellten Gegenstände vom Baum fallen und ein Ei eben nicht. Uh! Da hat sie sogar weiter gedacht, als ich!

    Im Anschluss kam die einzige Aufgabe, die ihr echt schwer fiel: Quatschwörter nach sagen.
    Die Ärztin sagte: "Ha-Fe-Lu-Po"
    Das Zuckermädchen guckte vewirrt.
    "Ha-Fe-Lu-Po! Jetzt du!"
    Sie sah mich an und ich konnte ihre Gedanken lesen: Was will die Frau denn? Das ist doch kein echtes Wort. Das sag ich nicht, das ist Quatsch und mit der Frau will ich keinen Quatsch machen.
    Ärztin: "Ha-Fe-Lu-Po"
    Stille
    Ärztin: "Drei Sieben Acht Fünf Vier"
    Zuckermädchen: "Drei Sieben Acht Fünf Vier" 
    Das war leicht. Das macht Sinn. Nach ein paar Versuchen ließ sie sich aber doch dazu überreden auch den Blödsinn nachzuquatschen, der für sie offensichtlich einfach keinen Sinn machte und bei dem sie deshalb Angst hatte, sich zu versprechen.

    Zum Schluss gab es noch einen kurzen Motoriktest und etwas Sport
    Auf den Fersen laufen, auf den Hacken laufen, auf einer Linie balancieren, über eine Linie springen. Einen Ball werfen und fangen.
    Danach durfte sie sich anziehen und vor der Tür warten.


    Meine Aufgabe: 
    Still sitzen, Klappe halten! Ich darf nicht eingreifen, nichts sagen.

    Nur ein aufmunterndes Nicken habe ich mir an zwei Stellen genehmigt, als sie mich fragend ansah: "Trau dich ruhig. Alles gut!"
    Am Ende, als sie vor der Tür wartete, darf ich noch die Lorbeeren ernten. Das hätte sie selbst noch nie erlebt, dass ein Ende-Septemberkind bei allen Aufgaben so gut abschneidet. Absolut schulfähig. Nur emotional könnte man sie noch etwas stärken, weil sie etwas verschüchtert wirkt.



    Unser Fazit: 
    Wir fühlen uns riesengroß. Beide!
    Sind erleichtert, dass alles so super gelaufen war. Mit einer riesen Portion Stolz auf allen Seiten.
    Mit dem Zuckermädchen habe ich aber zugegebenermaßen auch ein lernbegeisterte und leistungsfähiges Alles-kein-Problem-Kind vorzuweisen. Ihr wildes Wesen, das manchmal vor Schüchternheit erstarrt ist aber einfach auch ein Teil von ihr.
    Aber da machen wir uns jetzt keine Sorgen.


    Lieblingsgrüße!

    ______________
    Bei ihrer Schultasche haben wir uns für eine Ergobag entschieden.
    Das Model "Feenzaubär", für das sich das Mädchen entschieden hat, findet ihr hier.
    Ich hätte ja das Model "Zauberwald" präferiert ;)



    23 Januar, 2017

    Wie kommt das Baby in den Bauch?



    Wie kommt es auf die Welt?

    Warum nimmt Mama die Pille?

    Warum braucht man Tampons?

    Bei uns war es zuletzt: Bin ich eigentlich aus deinem Bauch oder aus deiner Scheide gekommen? 
    Ha! Da haben die netten Leute in der Schlange an der Kasse aber auch interessiert geschaut und ihre Ohren gespitzt! 




    Kinder sollten irgendwann aufgeklärt werden…
    Aber wann? Und wie? Und wie viel müssen sie wissen?


    Zunächst eine kleine Anekdote aus meinem Leben.
    Ich selbst bin als Kind nie richtig aufgeklärt worden. Ich erinnere mich, das ich im  Alter von vier Jahren nachgefragt habe, wo die Babys herkommen. Meine Mutter hielt es damals für sinnvoller, den Vorgang möglichst schemenhaft und stilisiert darzustellen. Wenn eine Mama und ein Papa sich ganz doll lieb haben, so sagte sie mir, und sich ganz fest umarmen, dann kriegt die Frau ein Kind. Mit vier Jahren reichte mir das damals aus, ich wollte ohnehin schnell wieder raus in den Garten und mit meinen Brüdern fangen spielen. Aber als mich mit sieben Jahren ein Junge, den ich sehr mochte, ganz fest umarmte, bekam ich es mit der Angst zu tun. Die Schlagzeile: "Deutschlands jüngste Mutter, bekommt gesundes Mädchen!" ging mir eine ganze Weile nicht aus dem Kopf! 
    Die restliche Aufklärung hat sich dann mit der Zeit durch Freunde und Schule ergeben. Bravo und TV haben nachgeholfen. So richtig darüber gesprochen hat aber niemand. Häppchenweise hat man sich den Zusammenhang selbst erschlossen.
    Den Sexualunterricht in der 6.Klasse fand ich damals, wie alle meine Mitschüler einfach nur sehr befremdlich… Gehemmtes Gekichere aus allen Sitzreihen, verlegene dreinblickende Jungs und peinlich berührte Mädchen… Dem Monolog der Lehrerin über den Zyklus der Frau, wurde mit starren Blick auf die Tischplatte standgehalten, still den einen Satz wie ein Mantra stetig wiederholend: Nimm mich nicht dran! Nimm mich nicht dran! Nimm mich nicht dran!



    Ich wage zu behaupten, dass der Umgang mit dem Thema Aufklärung heute ein lockerer ist. Heute sind unsere Kinder durch die modernen Medien viel früher einer Flut von Tabuthemen ausgesetzt, was eine rechtzeitige Aufklärung wichtig, aber vielleicht auch leichter macht.
    Den einen richtigen Zeitpunkt dafür gibt es nicht. 
    Bevor das Kind ein Verständnis für Worte entwickelt ist es sicherlich zu früh, nachdem das Kind sich mit dem ersten Freund/Freundin im Zimmer einschließt ist es vielleicht schon zu spät.

    Wichtig ist aber: Bevor man dem Kind diese wahnsinnig vielschichtigen und noch nicht real fassbaren Gedanken aufdrängt, sollte schon ein generelles Interesse da sein. Wenn das Kind alt genug ist eine Frage zu stellen, dann ist es auch bereit, eine (altersgerechte) Antwort zu erfahren. Aber keine Angst. Kinder gehen mit dem Thema noch ganz unbefangen und ohne Schamgefühl um.

    Das Ziel: Eine kindgerechte Aufklärung mit größtmöglicher Offenheit. 
    Wie das gehen soll? Basierend auf eigenen Erfahrung hab ich mir ein paar Gedanken gemacht: 

    Abwarten
    Bevor das Kind nicht selbst mal nachhakt, solltet ihr euer weitschweifendes Wissen erstmal für euch behalten. Das Zuckermädchen hat mit eineinhalb Jahren bereits wissen wollen, ob sie auch in meinem Bauch war. 
    Irgendwann beobachtet das Kind vielleicht ganz interessiert den dicken Bauch, der Nachbarin, der vor 9 Monaten doch noch nicht da war. Da dürft ihr dann mit einer ersten kleinen Information einsteigen. 


    Fangt früh, aber einfach an: 
    Natürlich sollte man nicht direkt vom Vorgang der Penetration berichten. 
    Viele Dinge am Kinderkriegen sind erstmal einfach spannend. 
    Aber kleine Geschichte hat auch das Zuckermädchen schon ganz früh serviert bekommen. 
    Warum habe ich einen Bauchnabel
    Dass der eine Verbindung zu mir war, als sie in meinem Bauch war. Dass ich sie darüber ernähren konnte und sie darüber geatmet hat. Dass der Bauchnabel demnach sogar ein echtes, kleines, nie wieder entfernbares Mama-ich-hab-dich-lieb-Tattoo ist, fand sie damals ganz aufregend. 




    Seid ehrlich:
    Kinder fragen. Sie fragen viel und sie fragen manchmal unangenehme Dinge. Aber gerade dann darf man ehrlich sein! Es ist durchaus gestattet, die Antwort auf eine Frage zu verschiebend und erst die Warteschlange an der Kasse zu verlassen. 
    Woher die Babys kommen kann man aber ganz ehrlich mit einem "Sie wachsen im Bauch einer Frau." beantworten. Je nach Alter des Kindes reicht diese Antwort vollkommen aus. Wen man mag, kann man noch anbieten, später mit (passenden) Bildern zu veranschaulichen, wie das Baby im Bauch heranwächst. 
    Eine Storchengeschichte braucht es da nicht! 


    Seid nicht einmalig: 
    Natürlich seid ihr alle einmalig. 
    Ein aufklärendes Gespräch darf aber ruhig alles andere als einmalig sein. Denn ein einziges Gespräch wird mit nichten reichen. Bietet dem Kind an, mit Fragen jederzeit (also auch in der Warteschlange an der Kasse) auf euch zu kommen zu dürfen. 
    Das Thema Aufklärung kann auf unzählige kleine Gespräche verteilt werden. Jeder Fakt kann mehrfach durchgekaut werden. Bedenkt zum Beispiel: Der Blickwinkel auf das Thema ändert sich mit dem Altern des Kindes.


    Haltet keine Vorträge:
    Die Frage: Mama, was ist eigentlich eine Klitoris? bringt uns erstmal ins Stocken… Ähm, äh.. ja… also… äh… und schon hört man sich selbst lange um den heißen Brei herumreden um dann viel zu ausführlich Art, Beschaffenheit, Funktion und Hintergrund zu erläutern… 
    Heee, ganz cool bleiben! Ein einfacher Antwortsatz reicht doch vollkommen aus. Und wenn nicht, dann darf das Kind ja weiter fragen. 


    Seid nicht zu technisch: 
    Aufklären bedeutet nicht, nur die "technischen Details" aufzuzählen. Sexualität hat doch für uns alle auch etwas mit Liebe zwischen zwei Menschen zu tun.


    Nutzt passende Gelegenheiten: 
    So Kind, es ist Sonntagabend, komm setzt dich mal zu mir, ich möchte mit dir über das Kinderkriegen reden!
    Äh… ne… so nicht… 
    Aber die Geburt eines Kindes in der Nachbarschaft, eine schwangere Freundin oder eine Hochzeit bieten die richtige Grundlage für einen kleinen Stupps. Oft kommen die Fragen der Kinder später, aber auch von ganz alleine.


    Nennt die Dinge beim Namen:
    Wir sage nicht Mumu, Dauntenrum, Pipimann, Dödel, Pullermann, oder (kürzlich erst gehört) Feuerwehrschlauch…
    Die Geschlechtsteile des Menschen haben einen Namen und den benutzen wir auch. Ich sage ja auch nicht Würmer zu meinen Fingern oder Kugelchen zu meinem Bauch oder Knickis zu meinen Knien. 


    Zeigt auch Grenzen auf: 
    Das Zuckermädchen hat ein Herz voller Liebe. Sie umarmt ihre Freunde gerne und fest. Nicht alle ihre Freunde mögen das. Hier muss ich ihr deutlich machen, dass es auch bei der Liebe Grenzen gibt. Dass niemand (vor allem auch nicht sie selbst) zu Zuneigungen gezwungen werden darf.  Sie darf sagen, wenn ihr etwas nicht gefällt, sie soll aber auch die Grenzen anderer akzeptieren. 


    Nutzt Hilfsmittel: 
    Es gibt ganz tolle Aufklärungsbücher, die euch den Einstieg und dem Kind vielleicht auch das Fragen erleichtern. Wir lieben Peter Ida und Minimum.
    Wir sind ebenfalls übergegangen auch ganz viel zu malen. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau. Die Gebärmutter und die Eierstöcke. Das Wachstum des Babys im Bauch... Haben wir alles schon gemeinsam zu Papier gebracht. Auch wenn ich zugegebenermaßen vorher insgeheim gegoogelt habe, denn alles weiß ich auch nicht. 





    Ihr habt es zwischen den Zeilen schon herausgelesen. 
    Die Aufklärung vom Zuckermädchen ist ,ihrem Alter entsprechend, längst in vollem Gange. 
    Sie weiß woher die Kinder kommen, wie sie in die Mama rein und aus der Mama rauskommen. Momentan findet sie das Thema Pubertät unheimlich spannend. Und verspricht mir hoch und heilig, dass sie so etwas blödes wie "Pubertät" bestimmt nie machen will! 

    Na, mal abwarten!

    Wie ist es bei euch? Wie klärt ihr eure Kids auf?


    Lieblingsgrüße!



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    Bücher:
    Peter Ida und Minimum.
    Hier mein Bauchnabel