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08 Juni, 2018

und wenn ich einfach nicht mehr blogge? Schnellebigkeit im Netz

Ein Blog.
Im Zeitalter von instagram, twitter, facebook und snapchat ist das etwas Unnötiges.
Die Fans und Freunde geifern nach schnellen Informationen und davon bitte viele in kurzer Zeit.

Wer von euch nimmt sich noch Zeit einen Blogbeitrag komplett zu lesen? In der schnelllebigen Zeit von heute ist doch jeder von euch eher ein "Zeilen-Überfliegen" denn ein "Zwischen-den-Zeilen-Leser", oder? Jeder zweite vielleicht nur noch ein "Headline-Leser" und jeder dritte schaut nur noch Bilder an.

Auch ich lese zwar immer noch sehr gerne Blogbeiträge, doch erhalten in erster Linie nur Fotos und Abbildungen meine (fast) volle Aufmerksamkeit, die Texte sondiere ich nach für mich wichtigen Informationen. Ich will mir schließlich nichts entgehen lassen.
Dennoch könnten in den Minuten, in denen ich mich auf den Bildschirm am Laptop konzentriere, Milliarden weitere Informationen im Netz ungesehen an mir vorbei gehen.
Also lese/überfliege ich den Blogbeitrag in der Zeit, in der sich im Hintergrund im Browser weitere Fenster mit zu vielen Informationen öffnen.


 


Immer wieder denke ich im Hinblick an den Wandel der Gesellschaft daran, meinem Blog die ewige Ruhe zu gönnen. Oder vielleicht eine sehr lange Sommerpause.
Doch den richtigen Ruck dazu kann ich mir noch nicht geben.

Denn ich liebe es zu schreiben! 

Ich liebe es mich in Worten auszudrücken, in verschachtelten Sätzen mit Fremdwörter zu hantieren und meinen eigenen flachen Humor zweideutig in eigentlich ernste Themen einzustreuen.
Ausführliche Monologe und Diskussionen kann man meiner Meinung nach auf Instagram und Facebook nicht ausreichend niveauvoll ausarbeiten. Die Aufmerksamkeitsspanne des normalen Facebooknutzers reicht nur noch für wenige Sekunden. Einen Beitrag mit mehr als vier Sätzen auszuschmücken ist schon gewagt. Dort vielleicht sogar zwei voneinander abweichende Thesen  kund zu tun, grenzt an Wahnsinn.

Es bleibt uns schreiblustigen Tastaturfreunden also nur der Blog um sich von seinen Gedanken frei zu schreiben. Doch eure Aufmerksamkeit für meinen Blog sinkt von Tag zu Tag und Woche zu Woche weiter ab.Ich mache euch keine Vorwürfe. Selbst meine Aufmerksamkeit für eure, von mir geliebten (!) Blogs liegt nur noch knapp über Null.

"keine Zeit, keine Zeit".

Im Schnitt erhalte ich null bis zwei Kommentare pro Beitrag, wenn ich ihn nicht überall propagiere. Die Reichweite eines Blogbeitrags hat sich innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Ob überhaupt jemand - außer die wenigen Kommentierenden - meine Blogbeiträge liest, weiß ich gar nicht.

Manchmal sitze ich viele Stunden, manchmal sogar einige Tage an einem Blogbeitrag (Fotos, Texte, bearbeiten, Wissen anlesen).
Recherchierte, emotionale und mir wirklich wichtige Themen, die ich in meinem Blog in Worte fassen zu versuche gehen in der WWWelt unter.
Im Vergleich dazu kann man bei instagram einen ganzen Haufen Likes innerhalb der ersten Stunde sammeln und erfährt das Feedback in Echtzeit.




Ich muss einsehen: Mein eigener Fame-Status reicht nicht aus, um mich langfristig über Bloggerwasser zu halten. Ebenso wenig reicht meine Motivation, mehr Zeit und Arbeit als mir möglich in den Blog zu investieren aus.
Mein Bloggertheme sieht seit über einem Jahr identisch aus und überrascht euch nicht mehr.
Statt täglichem Newsfeed erhaltet ihr maximal zweiwöchentlich einen Text auf dem Desktop.
Warum? Weil ich mich am Abend oder am Wochende, wenn der Alltag erledigt ist, tatsächlich lieber um mich selber kümmere, Freunde treffe, mit dem Liebsten ausgehe, Sport treibe, nähe, shoppe...

Dieser vermeindliche Hang zur Selbstsucht wird nun mit sinkender Blogattractivity bestraft. 

Und wieder und wieder frage ich mich: Belastet dich das?

Brauche ich Likes, Aufmerksamkeit und Kommentare aus dem Netz von mir (meist) fremden Personen überhaupt?
Wie schön wäre es, die gebloggte Zeit einfach mit Freunden oder mit dem Zuckermädchen zu verplempern.
Wie einfach wäre es, einfach ein Shirt zu nähen, es anzuzuiehen, zu waschen und den Gedanken "Mist, ich muss das noch fotografieren" völlig außer Acht zu lassen.
Oder mit dem Mädchen eine Kleinigkeit zu basteln ohne vorher die dafür benötigten Materialien festzulegen und für ein Foto zu drapieren oder auf das richtige Licht zu warten.
Oder Kekse zu backen ohne mindestens einmal empört aufzuschreien: Nicht! Ein paar davon müssen schön werden für den Blog! 




Doch manche Blogbeiträge bringen beim Schreiben nicht nur Freude mit sich oder halten Erlebtes wie Erinnerungen fest, sondern sind auch eine Art der Seelenreinigung. So wie dieser hier zum Beispiel.

Auch fühle ich ein gewissen Verantwortungsbewusstsein gegenüber euch und meinen wenigen ausgesuchten Kooperationspartnern. Und wenn ich dann tatsächlich kurz davor bin, dem Bloggerleben wirklich ein Ende zu setzen, spricht mich eine Freundin oder ein Arbeitskollege an und erzählt mir, dass mein letzter Beitrag richtig klasse war.

Über kurz oder lang werde ich mich zurückziehen und auch nur noch den Instantinhalt liefern, der eben den Zahn der Zeit darstellt.

Was meint ihr, sterben wir Blogger aus?



Lieblingsgrüße!

____________________________________
Mit diesen Worten verabschiede ich mich bereits jetzt in eine Blogger-Sommerpause ohne festen Endtermin.
Gerne möchte ich aber noch hier oder auf den anderen Kanälen mit euch über das Bloggerdasein diskutieren. Deshalb kommentiert gerne noch, auch wenn ich pausiere. 



08 Mai, 2018

Erzieht uns die Schule zu Helikoptereltern? Wir weigern uns.

Ihr erinnert euch alle an eure Kindheit. An die Freiheit, die Unbeschwertheit und die Sorgenlosigkeit. An die Zeit als die Straße und die Nachbarschaft noch zu eurem Garten zählten. Als ihr mit dem Rad zu Freunden fuhrt, mit der einzigen Auflage zum Abendessen wieder zurück zu sein.
Wir hatten keine Sorgen, nur ganz viel Zeit in der frischen Luft, in der wir Frösche fingen, Käfer sammelten, Sand und Steine auf ihren Geschmack prüften und auf Bäume kletterten.

Im Kindergarten bekam ich morgens neben dem kleinen Rucksack auch den kleinen Bruder an die Hand. Das kurze Stück zum Kindergarten gingen wir völlig selbstverständlich allein.
Auch den Schulweg kannte ich lange vor dem ersten Schultag. Meine Schultasche hat meine Mama nie gepackt und meine Schulsachen waren auch nicht thematisch nach Farben sortiert und mit Symbolen gekennzeichnet. Und nein, keiner meiner Stifte hatte ein Namensetikett. Abgesehen von dem neuen tollen Füller, auf den ich so wahnsinnig stolz war, dass ich selbst (!) meinen Namen darauf geschrieben habe.


Heute sind wir gerade beim Thema Schule so wenig gelassen, wie nie zuvor. Wir zwängen uns in Regeln und Vorschriften und gehen jeden Weg, um unsere Kinder schon in der Krippe auf das Einser-Abitur vorzubereiten.
Da  sind die Eltern, die am Schultor noch mal die Tasche überprüfen und notfalls den vergessenen Turnbeutel direkt zur Sporthalle bringen.
Da gibt es Eltern, die mit den Kindern auf Klassenfahrt wollen, um zu sehen was die Kids da so alleine machen.
Da sind die Väter, die ihre Kleinen von Logopäde zu Therapeut schleppen, weil die Aussprache nicht ganz und gar hunderprozentig ist (übrigens lisple ich selbst ganz leicht und das seit ich denken kann).
Selbst beim Spielen, gibt es die Eltern, die dem Kind mit der Hand am Kinderpopo auf dem Klettergerüst nachklettern.
Die Mutter, die mit den Kleinen im Sandkasten hockt und nacheinander verschiedene Sandförmchen zum Spiel anbietet. Und natürlich wird nur im runderherum eingezäunten Garten, unter ständiger Aufsicht und stetiger Verfügbarkeit von Saft, Snacks, Sonnenmilch und Insektenspray gespielt.


you can do it


Nun grenzt es fast an Fanatismus, wenn ich die Schule für diesen Zustand zur Verantwortung ziehen will, das gebe ich zu. Denn gerade im Gespräch mit Lehrern und Erziehung kommt das Thema „Helikoptereltern“ immer wieder zur Sprache und immer wieder sind die pädagogischen Kräfte fürchterlich entsetzt. Sicherlich setzt die Helikoptertätigkeit der meisten Eltern auch bereits vor der Schulzeit ein. Dennoch glaube ich, dass die Schule mich in meiner sonstigen Gelassenheit beim Thema Erziehung ausbremst.
 

Ihr müsst wissen, dass es in unserer Region so gehalten wird, dass die Kinder bis einschließlich zur zweiten Klasse von den Eltern zur Schule gebracht werden. Natürlich müssen sie dann auch abgeholt werden. Prima, sagen da die meisten meiner Miteltern, da bin ich sicher, dass sich mein Sprößling auch nicht mit dem kleinen Zeh ohne mich außerhalb des Schulgeländes aufhält. Was da alles passieren könnte! Mit in die Schule dürfen die Eltern dann aber nicht. Tasche abstellen, Jacke ausziehen. Das müssen die Kleinen alleine schaffen. Für viele Eltern ein ganz schön großer Schritt und vermutlich schon guter ein Kompromiss zwischen Helikopter und Selbstständigkeit, den die Schule zu finden versucht.
So chauffieren wir alle unsere Kinder im Helikoptertaxi bis zur Schultür, aus Angst vor dem was in unseren Köpfen ist und lösen damit zu Schulbeginn und zu Schulschluss das allergrößte Verkehrschaos aus. Auch ich chauffierte im elterlichen Taxi mitten ins Verkehrschaos.

Des weiteren gibt es Richtlinien nach denen die Schultasche des Kindes gepackt werden sollte. Diese Richtlinien konnten wir bei einem Treffen mit allen Erstklässler-Eltern lernen. Dort packten wir die Taschen erstmalig für unser Kind, beschrifteten gemeinsam die mit Farben und Symbolen gekennzeichneten Schnellhefter korrekt rechts oben, beklebten jeden Bunt- und Bleistift mit einem Namensettiket und hatten anschließend noch Zeit für allgemeine Sorgenbesprechung: Wie ist das mit den Bienen und Wespen, wenn die Kinder draußen sind? Was ist wenn es regnet? Um das Schulgelände ist ja kein Zaun, wo stehen denn überall Wachposten? Mein Kind kann die Jacke noch nicht allein anziehen, gibt es einen Beauftragten, der hier hilft?
Nach diesem "Event" frage ich mich, ob ich mir nicht zu wenig Sorgen mache. Ich behaupte von mir selbst eher der Gattung Rabenmutter anzugehören. Aber unbewusst werde ich von den umgebenden Helikoptern, von Schulrichtlinien und von meinem eigenen akut einsetzenden Gewissen in eine Daueraufpasserrolle gedrängt. Also überprüfe ich am Nachmittag die Schultasche auf eventuelle Hinweise bezüglich des vergangenen Tagesgeschehen, räume sie danach wieder korrekt ein und bereite am morgen ein gesundes, vitaminreiches Frühstück vor, dass ich selbstverständlich selbst in die Tasche packe. Außerdem checke ich den Stundenplan: Ist morgen Sportunterricht? Brauchen wir den Turnbeutel?
Und wenn das Mädchen am Nachmittag noch einen Buntstift aus dem Etui braucht, weil sie noch ein Bild malen möchte rufe ich empört: Nein! Nicht! Ich hab die gerade gepackt.

Stop! So geht es nicht weiter


Aber warum fühle ich mich damit so unzufrieden? Und warum fühlt sich auch das Mädchen nicht wirklich ernstgenommen? Nach wenigen Wochen werfen wir die so gut gemeinte Motivation alles richtig zu machen über Bord. Ich gebe meine Verantwortung ab.

Sie schmiert sich am Morgen ihr Schulbrot allein oder packt sich einen Apfel ein, sie weiß besser, was sie mag und wie groß ihr Hunger ist. Manchmal ist es zu wenig, manchmal ist es zu viel.
Und bleibt der Turnbeutel am Morgen zu Hause liegen, dann bleibt er da liegen und sie denkt beim nächsten Mal daran. Auch wenn der rote Buntstift verloren geht, dann ist er verloren, taucht vielleicht wieder auf, vielleicht auch nicht (da helfen auch keine Namensetiketten auf jedem Stift). Scheitern gehört zum Leben und es auf eine so sanfte Art zu lernen ist doch das Beste, was ich ihr antun kann. Ich packe nicht am Vorabend ihre Schultasche, auch dann nicht wenn sie an einigen Tagen vorwurfsvoll behaupet, ich hätte vergessen ihr Etui einzupacken. Bei derunder Freundin ist immer alles in der Tasche und bei mir fehlt ganz oft was.
Naja, Mäuschen, du bist jetzt in der ersten Klasse. Du hast noch gute 12 Jahre Zeit, zu lernen, deine Tasche richtig toll zu packen.
Ich gehe übrigens auch nicht mehr auf Elternabende. Mir reichen die zahllosen Flyer und Infozettel.

Für die helikopterafinen Mamis und Papis klingt das jetzt vielleicht nachlässig, vielleicht sogar ignorant. Aber macht euch keine Sorgen, ich sehe es ganz selbstverständlich als meine Aufgabe an, ihr zu zeigen, wie es geht und sie sanft auf den meiner Meinung nach richtigen Weg zu stoßen. Aber den Weg selbst muss sie schon alleine gehen. Sie darf sich jeder Zeit zu mir umdrehen, ich stehe am Anfang des Weges und nicke ermutigend. Und sie darf auch jeder Zeit ein paar Schritte zurück gehen: "Mama, guck mal bitte, ob ich meine Schultasche so richtig gepackt habe."
Ich denke, ich fördere sie viel besser, wenn sie sich für ihren Weg entscheidet, ohne dass ich ihr popopudernd den größtmöglichen Input biete.


strong girl

Schon nach den ersten Schulwochen, fragte sie, warum sie denn nicht allein zur Schule fahren darf. Sie kennt den Weg seit Kitazeiten, denn die Schule liegt direkt neben Kita und Kindergarten.
"Das geht noch nicht Mäuschen."
"Aber warum nicht, Mama. Ich kenn doch den Weg."
"Die Schule möchte aber nicht, dass die kleineren Kinder schon alleine fahren."
"Aber woher weiß die Schule denn, ob ich das kann oder nicht?"

Tja... woher... keine Ahnung.
Im eigenen Kompromiss mit den Schulrichtlinen haben wir uns anfangs gut 20m vor der Schule verabschiedet, den Rest des Weges schaffte sie problemlos allein. Mit jedem weiteren Meter, den sie alleine fahren durfte, wuchs ihr Stolz und mein von schulwegen unterdrücktes Vertrauen.

Heute, und jetzt kommen wir endlich zum Grund und Aufhänger für diesen Blogbeitrag, mit dem ich mir meine Gedanken von der Seele geschrieben habe, heute ist sie zum ersten Mal ganz allein zur Schule gefahren.
Nachher kommt sie zurück und ich bin so gespannt, was sie zu erzählen hat.


Lieblingsgrüße!

20 April, 2018

ist doch gar nicht zero! - grüne Gedanken beim Perfektionismus

Je tiefer ich in die Zerowastematerie eindringe, um so lauter werden unsinnigerweise empörte Gegenstimmen:
Wie kannst du behaupten, du würdest nachhaltig leben, wenn du doch verpacktes Fleisch kaufst und dein Nudelvorrat aus einer Packung mit Plastikfenster stammt?! 
Du bist lebst wohl kaum den Zerowaste-Lifestyle, nur weil du hier einen auf Bambuszahnbürste machst, aber dein Klopapier immer noch zig-fach gebleicht und in Plastik verpackt ist.



Nein, ich werde realistisch niemals eine Zerowasterin.
  • Ich weiß keinen Unverpacktladen in meiner Nähe und kann einige Lebensmittel einfach nicht ohne Verpackung kaufen. So oft wie möglich greife ich auf Glas oder Papier zurück, aber auch hier sind realistisch gesehen irgendwann die Grenzen erreicht.
  • Ich bin nicht reich und brauche meine Ersparnisse für Notfälle (Heizung kaputt, Waschmaschine kaputt, Auto kaputt). Für ein kleines Stück Fleisch den vierfachen Preis zu zahlen, oder Kartoffel für 4€ pro Kilo zu kaufen kann ich mir nicht dauerhaft leisten
  • Zum Nähen, Basteln, Selberherstellen kann ich mich oft und gerne bewegen und habe viel Spaß dabei. Doch mit Fulltimejob, Zuckermädchen und großem Sportinteresse muss ich bei meiner Freizeit Abstriche machen, wenn ich ein Produkt selbst herstelle. Mädels, ich hab heute keine Zeit für euch, weil ich meine Milch noch herstellen muss!  Das geht, aber das geht für mich sicher nicht immer.
  • Ich habe meine Grenzen, wie zum Beispiel das oben erwähnte Klopapier, Verhütungsmethoden, Medikamente und andere Dinge, die für mich nicht mit Wohlgefühl im Zerowastestyle umzusetzen sind.
  • Beim Anblick der mit Müll eines ganzes Jahres gefüllten Schraubgläser, die manch eine der Zerowasteikonen (zu Recht) stolz präsentiert, wird mir ganz komisch im Magen. Mit meiner gefüllten Restmülltonne fühle ich mich fast unwertig.

Also ist mein Projekt gescheitert?
Nein. Sicher nicht.  

Ich bin zwar von Zero waste weit entfernt, und  halte dieses Ziel realistisch betrachtet für utopisch, aber less waste macht ebenfalls einen großen Unterschied! 

Ich habe mein Haushaltsmüllaufkommen drastisch reudziert. Kann einige Produkte mit unverpackten, umweltschonenden Mitteln selbst herstellen. Habe ohne viel Geld dafür auszugeben Abschminkpads, Backpapier, Frischhaltefolie, Schwammtücher und andere Artikel zu hundert Prozent ersetzt. Und vielleicht hab ich sogar zwei bis drei von euch in ein oder zwei Situationen zum Umdenken animiert.
Stellt euch mal vor, das würden alle so machen. Das hätte einen gewaltigen Impact.

Ich betone es immer wieder und sage es auch heute gerne noch einmal.
Zerowaste ist ein Prozess, kein On/Off-Schalter.
Bei mir begann es mit Q-Tipps und Wattepads und nach und nach grabe ich mich weiter in die Materie vor, finde neue Ideen für mehr Nachhaltigkeit und entscheide selber, was für mich in meinem Leben umsetzbar ist.

Vielleicht sollten wir den Anspruch an "die Anderen" etwas tiefer schrauben und dafür selbst den ersten Schritt wagen? Vielleicht sollten wir insgesamt den Anspruch an uns nicht ganz so hoch hängen und dafür mehr Leute erreichen?


Lieblingsgrüße!

02 November, 2017

Tischmanieren? Brauchen wir nicht! Oder?

Mit Kindern am Esstisch herrschen andere Regeln.
Da findet man nicht selten ein paar Stunden (oder sogar Tage) nach der Mahlzeit noch Nudeln und Ketchupreste an den unmöglichsten Stellen. Unter dem Tisch ist Pipifax! Könner lassen Ketchupnudeln auch im Schuhregal und unter dem Sofa wieder auftauchen.

Früher war das anders, denk ich mir manchmal.
Denn so wie früher bei meinen Eltern läuft es im Hause Pänge  am Esstisch nicht:
Dass nur die Handgelenke auf dem Tisch liegen dürfen, die Unterarme jedoch nicht, war für mich als Kind nicht umsetzbar und erscheint mir heute als Erwachsene ebenso unnotwendig. Dass die kindliche Unterhaltung auf ein Minimum und kindliche Bewegung auf Null beschränkt werden muss, ist mir auch schon immer schleierhaft gewesen. Dass der rohe Matjes auch unter Würgen und mit Tränen in den Augen komplett gegessen muss, lässt mich heute noch schaudern.

Waren die Tischmanieren früher strenger?

Wenn es nach dem Zuckermädchen ginge würde wir komplett neue Regeln aufstellen.
Die Basis des ganzen ist eine äußerst ineffiziente  Zeiteinteilung: 10% Essen, 90% Träumen, Spielen, Herumlaufen.


    So gehts das natürlich auch nicht. Spaß hin oder her, ein paar Regeln müssen sein.
    Aber Regeln, die ohne Hintergrundinformation gesetzt werden, sind schwer einzuhalten.
    Ich erkläre dem Mädchen, dass ich mich gestört fühle, wenn ich ihren Nahrungsmittelmatsch im Mund anschauen muss. Oder dass man Bauchschmerzen bekommen kann, wenn man beun Essen nicht sitzen bleibt, sich sogar schlimm verschlucken kann.

    Deshalb lauten unsere realen Esstischregeln wie folgt:

    1. Wenn es grün ist, wird es zumindest probiert
    Und das gilt auch für alle anderen Nahrungsmittel, die neu oder unbekannt sind. Das Zuckermädchen probiert tapfer von allem einen kleinen Bissen und darf dann auch sagen: Nein, das mag ich nicht!
    Eine Extrawurst gibt es deswegen aber nicht. Das "Nichtgemochte" darf liegen bleiben, sattessen darf sie sich am Rest auf dem Teller.

    2. Besteck ist manchmal nur Dekoration
    Wenn wir zu zweit oder mit unseren Liebsten am Esstisch sitzen und es relativ trockene Nahrungsmittel gibt, habe ich nichts dagegen, wenn sie mit den Fingern isst. Pommes, trockene Nudeln, Kroketten, Salatsticks und Chickennuggets esse ich auch viel lieber mit den Fingern.
    Das macht Spaß.
    Einzige Abmachung: Wenn wir auswärts essen oder "fremde" Leute dabei sind, bleiben die Finger sauber!

    3. Der Mund bleibt zu
    Hier gibt es keine Alternative, da mich persönlich Kaugeräusche extrem aufregen und ich es persönlich sogar respektlos finde, wenn man seinem Gegenüber beim Essen in den Mund schauen muss. Das Zuckermädchen versteht und bemüht sich immer den Mund geschlossen zu halten. Sie vergisst es häufig, aber das ist wohl einfach so bei den Kleinen.
    Erwachsene die mit offenen Mund kauen erwecken bei mir aber direkt ein Gefühl von Hass und Wut. Kennt das noch jemand?

    4. Wir bleiben sitzen, bis wir aufgegessen haben. 
    Wer aufgegessen hat darf fragen, ob es okay ist, wenn man aufsteht. In der Regel ist es so, dass ich lange vor dem Mädchen fertig bin.
    Wenn sie nach einem 9o minütigen Nudeldezimiervorgang immer noch träumend vor ihrem Teller sitzt, räume ich den Tisch schon ein wenig ab, spüle Teller, stelle die Spülmaschine an.  Aber ich frage vorher immer: Ist es okay, wenn ich schon mal ein wenig abräume.

    5.  Mit dem Essen darf man spielen, aber angemessen,
    Mit dem Essen spielen wir doch alle auf unsere Art und Weise. Die Kleinsten matschen, quetschen und drücken im Essen herum und erfahren die Nahrung mit allen Sinnen. Das Zuckermädchen beißt ihr Brot in verschiedene Formen und legt aus den Erbsen und Möhren kleine Gesichter.
    Ich sortiere mein Essen gerne, esse sortenrein zuerst die Zucchinis, dann die Tomaten und am Schluss die Putenfleischstücke. Solange dabei auch gegessen wird, ist das in Ordnung.

    6. Kuscheltiere dürfen in sicherer Entfernung zugucken
    Zu gerne bringt das Mädchen ein Liebling aus der Kuscheltiersammlung mit an den Esstisch. Es soll aus dem Becherchen trinken, von den Kartoffeln naschen und den Mais probieren. Das ist zwar zuckersüß, aber muss wirklich nicht sein. Zum einen lenkt es fürchterlich ab, zum anderen müssen die Tierchen danach eine Runde in der Waschmaschine drehen. Die Tiere dürfen aber gerne dabei sein. Auf dem Tisch sitzen oder einen eigenen Stuhl haben. Während des Essens sind sie aber still!
    Manchmal spricht sie dann doch mit den Kuscheltieren: Nein Euli, jetzt noch nicht. Ich muss erst aufessen, dann können wir spielen. 



    7. Messer und Gabel bleiben unten
    Auch hier gibts keine Diskussion! Schwingende Messer wirken wie Drohgebärden, tanzende Gabeln werfen Nahrungsmittel durch den Raum. Nicht schön für das Gegenüber.

    8. Gegessen wird am Esstisch... meisten
    An so manchem Sommertag picknicken wir Mittags auf dem Rasen.
    Gelegentlich feieren wir den Beginn des Wochenendes mit einem fiesen ungesunden Pommes-Snack vor dem Fernseher. Manchmal sind wir in ein Spiel vertieft, so dass ich das Abendbrot auf einem Tablett ins Kinderzimmer trage.
    Das darf hier bei uns zu Hause gerne so sein. Manchmal.
    Nur gefrühstückt wird grundsätzlich immer zusammen am Esstisch.

    9. Kleckern ist erlaubt.
    Mal ehrlich, das passiert den Besten! Auch mir fällt ständig was von der Gabel oder rutscht von Teller. Das ist total in Ordnung. Wichtig dabei ist nur, dass man das Verkleckerte selbst beseitigt oder zumindest tatkräftig dabei unterstützt.

    Wenn ich mir unsere Regeln so anschaue, stelle ich fest, dass die sicher nicht Knigge-tauglich sind. Aber Essen ist für uns nun mal eher Spaß und Notwendigkeit und keine elitäre, förmliche Angelegenheit. Einerseits ist es wichtig, dass gute, wertvolle Nahrung in unseren Körpern landet, damit wir Kraft und Energie haben, andererseits ist es ein gemeinsames Beisammen sein, dass natürlich schön und gerne auch lustig sein darf.

    Wie seht ihr das?
    Welche Regeln gelten an eurem Esstisch?


    08 Mai, 2017

    Birthday Competion - Wenn Eltern ausflippen.

    Das Mädchen war eingeladen, bereits vor einiger Zeit.
    Eine Geburtstagsparty mit Freunden.
    Sie hatte einen wundervollen, richtig tollen Nachmittag! Kam mit Zucker, Endorphinen und Erlebnissen aufgefüllt nach Hause. Die Augen strahlen hinter einem Berg von Mitbringseln, die sie mit ihrem kleinen Armen kaum balancieren konnten. Neben einer gefüllten Goodiebag, stapelt sich Basteleien, ein selbst gestalteter Blumentopf, ein bunt beklebter Bilderrahmen mit Erinnerungsfoto, Namensanstecker und Krönchen.

    Das ist so schön anzusehen und ich erwische mich bei dem Gedanken:
    Mist! So ein selbst gestalteter Blumentopf wäre doch auch eine total tolle Idee gewesen, die du hättest umsetzen können! Das musst du dir unbedingt merken!





    Was braucht ein richtig guter Kindergeburtstag? 

    Das ist ganz einfach:
    Hüpfburgen sind schnell und easy geliehen und oft gar nicht teuer.
    Eine Torten in Regenbogenfarben bekommt mittlerweile jeder Laie mit Hilfe eines kleinen Youtube Tutorials hin!
    Immer lustig und einen tollen Rahmen bieten Mottoparties zu denen man passende Deko besorgen kann. Rundumdieuhr Elternanimation sollte absolut obligatorisch sein und neben Bastelspaß, gemeinsamen Backen und Kinderschminken, kann durchaus noch Zeit für einen gemeinsamen Besuch im Hallenbad oder Indoorspielplatz gefunden werden.

    Mögliche Geschenkideen für das Geburtstagskind können zeitgemäß in Whatsappgruppen durchdiskutiert werden. Auch bieten eben diese Guppen Möglichkeit, eventuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder diverse Vorlieben und Abneigungen der Geburstagsgäste zu sammeln. um sie bei der Planung der Verköstigung der Kids berücksichtigen zu können.



    Beim Essen bietet es sich generell an, besondere Speisen zu bieten. Eine einfache Stulle haut längst kein Kind mehr von den Socken! Formt sie zu Tieren oder Figuren, am Besten mottogetreu! Ein Gurkenkrokodil, Tomatenmäuse und Krümelmonstermuffins bekommt wirklich jeder aus dem Ärmel geschüttelt und sollten das Minimum an besonderer Kinderverköstigung darstellen!

    Ein ganz besonders toller Trick: Lasst euch von euren Kindern von vergangenen Geburtstagen berichten! Andere Mamis haben auch tolle Ideen, die ihr kopieren und optimieren könnt. 




    Halt!
    Wartet!
    Was ist da los?

    Was ist aus dem guten alten Topfschlagen und Negerkusswettessen geworden?
    Wann ist aus dem harmlosen Geburtstag-mit-Freuden ein Wettbewerb-unter-Eltern geworden?
    Warum brauchen wir auf einmal einen immbesseralsdeiner-Geburtstag?

    Ich kann mich an dieser Stelle auch nur als thematisch passendes Beispiel hervorheben. Ich plane Einhornpartys, Eulenpartys, Redthemed Partys und Ballonpartys. Setze mich schon Wochen vorher mit dem Mädchen an den Mac und durchstöbere Pinterest nach umsetzbaren Ideen. Plane Geburtstagsoutfits, die zum Thema passen. Ich berichte davon im Blog und will, neben der Inspiration, die ich euch biete, natürlich auch Anerkennung für mein Werk!



    Ganz ehrlich... Meinen eigenen Geburtstag feiere ich selten, weil ich eine ganz schlechte Gastgeberin bin. Feste wie Ostern werden von mir nahezu ignoriert. Frühjahrs oder Herbstdeko gibt es gar nicht (okay, ich mag Halloween, aber das ist ja nur einen Tag lang). Aber beim Kindergeburtstag flippe ich aus!

    War das früher auch schon so? Erinnert ihr euch noch an eure Kindergeburtstage?
    Wer von euch ist auch eine Birthdaycompetition-Mum?


    Lieblingsgrüße!


    P.S.:
    Das liebste Spiel beim letzten Kindergeburtstag, dass stundenlang verfolgt wurde und wegen dem die von mir geplante Bastelaktion verkürzt werden musste, was übrigens - ihr kommt nie drauf - TOPFSCHLAGEN! 

    14 November, 2014

    Zwischen Wutanfällen, schlechter Laune und Sonnenschein

    Höchstens vier Wochen ist es her, da hatte ich hier noch das engelhafteste kleine Zauberzuckermädchen der Welt um mich herumflattern.
    Morgens putzte sie fröhlich ich ihre Zähne, räumte später ihr Frühstücksbrettchen wie selbstverständlich weg.
    Mittags aß sie ihren Teller auf und ging widerstandslos zum Mittagsschlaf in ihr Zimmer. Nachmittags malte und las sie.
    Abends konnte man sie nach einer langen Kuschel- und Vorleserunde mit gutem Gewissen alleine in ihrem Bettchen lassen.





    Wo ist dieses engelsgleiche Wesen, heute?
    Und warum habe ich jetzt den Wutkönig in Person zu Hause?

    Hier wird schon morgends in voller Lautstärke gebrüllt:
    ich will aber nicht aufstehen,
    ich will aber nich meine Zähne putzen,
    du sollst aber auch nicht meine Zähne putzen,
    ich will nicht auf Toilette,
    (meist gefolgt von einem: Mama, meine Unterhose ist ganz nass, ich hab Pipi gemacht)
    Ich kann meine Hose nicht alleine anziehen, du musst das machen,
    nein, du sollst aber meine Hose nicht anziehen.

    Ich willl nicht, Ich mag nicht, Ich kann nicht. Immer in Begleitung von Unmut und Unzufriedenheit.
    Und direkt im Anschluss an einem von mir ausgesprochenem "Nein" wird diskutiert:

    Nein, du kannst jetzt leider nicht rutschen, die Rutsche ist pitschenass!
              Aber, ich will nur ein einziges Mal" (nach dem einzigen Mal, sind es immer noch mindestens fünf weitere "einzige Male"! 
    Nein, du darfst nicht auf den Tisch malen, dass geht nicht wieder runter!
             Aber ich male nur ein paaaar Striche!
    Nein, du sollst keine Löcher in deinen Pullover schneiden, dann ist der kaputt!
            Aber ich schneide nur ein paar gaaanz tleine Löcher!
    Nein, du sollst dein Essen nicht runterschmeißen. Du sollst es essen.
            Aber ich schmeiße doch nur ein ganz bisschen runter!


    Puh! Das ist anstrengend! Tief im Inneren auch ein wenig lustig, so dass ich manchmal in während unserer Diskussionen bald in hemmungslosem Gekichere ausbreche. Aber hauptsächlich ist es doch anstrengend.




    Meine Nerven hängen am sagenumwobenen seidenen Faden.
    Ich höre mich typische Elternsprüche aufsagen:
    "Kein -aber-!
    "Ich will jetzt nicht mehr mit dir diskutieren"
    "Du hast jetzt die letzte Chance, ich zähle bis drei!"
    Ich führe imaginäre Gespräche mit dem Christkind und dem Nikolaus, um im Beisein des Zuckermädchens von den aktuellen Begebenheiten zu berichten. Ich erkläre Konsequenzen und drohe mit kleineren Verboten. Ich im Stress und sie im Trotz schauekeln wir uns gegenseitig hoch. Und manchmal verlasse ich türenknallend den Raum!



    Ist das jetzt die sagenumwobene Trotzphase? Oder ist das schon Pubertät?
    Und jetzt? Schreien lassen? Zurück schreien? Ruhig bleiben? Rausgehen? Da bleiben?
    Bin ich jetzt der Trotzkopf? Oder doch sie?

    Ich versuche ihr zu erklären, warum sie gerade wütend ist, warum auch ich wütend werde und nehme sie in den Arm. Auch haben wir uns mittlerweile darauf geeingt, dass sie keinen Mittagsschlaf mehr machen muss, dafür aber eine Stunde früher ins Bett geht. Wir versuchen einen Mittelweg zu finden. "Kompromiss" und "Alternative" sind unsere neuen Lieblingswörter.
    Manchmal klappt es so, manchmal nicht. Und machmal, nach einem ganzen Tag in einem wilden Szenario aus Wutanfällen und Bockigkeiten, da fehlt auch mir die Kraft zum Diskutieren…



    Naja... da müssen wir wohl durch! Wie all die anderen Eltern auch!
    Und doch malt sie mir abends noch einen Liebesbrief, kuschelt sich auf dem Sofa an mich und nimmt abends mein Gesicht in beiden Hände unds sagt: Ich lieb' dich und du mich auch!
    Manchmal glaub ich, sie ist noch ein ganzes Stückchen weiser, als ich....


    Wie reagiert ihr in solchen Situationen?
    Lieblingsgrüße!

    08 September, 2014

    Wann kommt denn das Zweite?

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass unser Umfeld all zu oft versucht unser Leben zu planen.

    Kennt ihr das auch?
    Unverheiratete Paare werden nach Hochzeitsplänen gefragt.
    Verheiratete Paare dürfen zusammen mit den Verwandten den ersten Nachwuchs planen.
    Paare mit Kindern werden (hierzulande) grundsätzlich mit Bauplänen genervt.
    Und von Paaren mit einem Kind zwischen 2 und 4 Jahren erwartet man bei jedem geselligen Beisammensein die Verkündung einer erneuten Schwangerschaft.
    Das Umfeld fordert den nächsten großen Lebensabschnitt als Familie geradezu heraus!


    Wenn ich erzähle, dass wir "nur" das Zuckermädchen haben, bekomme ich immer die selben Reaktionen. Entweder ist es ein
    "Oh! Und wann kommt das Zweite? Plant ihr schon?"
    oder es ist ein einfaches mitleidiges
    "Oh... achso..."
    Dem wahrscheinlich die Vermutung mitschwingt, dass es bei uns mit einem zweiten Kind einfach nicht klappt. Manchmal kommt ein zögerliches "Warum?" hinterher.
    Diese Frage beantworte ich in diesen Situationen immer ganz lapidar und wenig ausführlich.
    Wir planen kein Zweites. 
    Und wir "arbeiten" oder "üben" ebensowenig an einem Zweiten.

    Zuckermädchen mit 4 Wochen


    Aber natürlich habe ich mir über die Frage nach dem zweiten Kind auch längst meine Gedanken gemacht.

    Noch ein Kind? Ganz ehrlich -  manchmal… ganz, ganz selten... da wünsche ich mir, mal ganz ganz kurz kein Kind zu haben.
    Wenn ich mit meiner unverheirateten, kinderlosen Freundin einen Abend verbringe zum Beispiel, und wir über ihre Wochenenderlebnisse lachen, während ich in Gedanken die Stunden runterzähle, die ich noch habe, bevor ich wieder voll und ganz Mama sein muss (oh man, schon 4 Uhr, ich habe noch maximal vier Stunden, bevor ich wieder fit sein muss).
    Oder auch wenn ich nach meinem Feierabend nicht noch einfach spontan laufen gehen, zum Sport fahren oder eine Freundin besuchen kann…  Oder wenn das Mädchen einfach unendlich unausgeglichen ist und ich ihr, selbst mit schmerzenden Kopf, wieder und wieder erklären muss, warum diese Schranktür jetzt ganz alleine öffnen kann und nicht in allen Tonlagen schreien muss.
    In diesen kurzen Momenten wäre ich gerne etwas freier, ungebundener, spontaner...

    Aber ich möchte mich wirklich nicht beschweren, denn ich bin mehr als glücklich mit dem Mädchen. Ich bin unheimlich glücklich als Mama! Das Zuckermädchen ist absolut pflegeleicht und genügsam. Mittlerweile ist sie fast drei Jahre alt, kann so vieles alleine, schläft die Nächte durch und verbringt gerne auch mal ein Wochenende bei den Großeltern.
    Es läuft perfekt. Der Tag, die Woche ist prima organisiert. Niemand kommt zu kurz und jeder kann seine persönliche Freiheit ausleben.
    Warum nochmal bei Null anfangen? Warum sich noch einmal die Nächte um die Ohren schlagen, die vielen Sorgen bei kleinen und großen Wehwehchen ertragen? Warum noch mal alles über den Haufen werfen?

    Als ich noch ein junges Teenie-Mädel war, wollte ich immer zwei Kinder - ein Mädchen, ein Junge. Das schien mir einfach "normal"
    Ich selbst komme, wie der Beste auch, sogar aus einer Familie mit drei Kindern, zwei jüngere Brüder waren immer um mich herum.
    Manchmal denke ich dann, es wäre aber doch auch schön für das Zuckermädchen, ein Geschwisterchen zu haben und es aufwachsen zu sehen. Wie ich damals, eine große Schwester sein zu dürfen und einen Spielkameraden zu haben.
    Warum sollte es mit einem zweiten Kind nicht genauso gut sein? Vielleicht sogar besser! Wenn ich mir das Zuckermädchen ansehe, zerfließe ich vor Liebe regelrecht... Warum nicht mehr davon?
    Als sie als Baby auf meinem Bauch lag und mich einfach als ihre Mama angenommen hat, das Gefühl war traumhaft! Weshalb nicht noch so einen Winzling?
    Meine Schwangerschaft damals war unbeschwert und traumhaft... die kleinen Beinchen, die von innen anklopften einfach wundervoll! Warum also nicht noch einmal?

    Aber nun, da erfahrener und ...äh... ja.... auch älter bin, weiß ich, dass Kinder nicht nur Glück bedeuten. Sie bringen nicht selten auch Stress, Belastungen, Fremdbestimmung mit sich. Sie haben Einfluss auf MEIN Leben, auf MEINE Arbeit und auf MEINEN Körper.
    Unterstützung von der Familie ist unumgänglich, wenn ich Arbeitsjunkie nach einem zweiten Kind wieder normal arbeiten wollte. Selbst jetzt habe ich noch nicht meinen normalen Arbeitsalltag zurück, und dabei haben wir nur ein Kind.
    Ich mache mir natürlich nichts vor. Ein Kind, oder auch zwei Kinder bringen Änderungen mit sich. Nicht nur mein Umfeld, mein Job ändern sich... auch ich ändere mich.
    Will ich das jetzt?
    Keine Ahnung... ich glaub nicht... nicht jetzt...


    Ich sage nicht "nie"... aber ich sage "nicht jetzt" 
    Und wenn doch, dann planen wir es ganz alleine und lassen uns nicht vom Umfeld beeinflussen.
    Achja... Und ich behalte mir vor, meine Meinung jederzeit zu ändern...


    Lieblingsgrüße!

    Puh... jetzt bin ich mal gespannt... ein sehr persönlicher Blogbeitrag, ganz ohne Bilder. Nur mit ungewöhnlich vielen Wörtern...
    Wie kommt das an?

    13 April, 2013

    Kleine Trotzziege!

    Mein zuckersüßes Zuckermädchen fängt an zu trotzen!

    Am Mittagstisch läuft es manchmal so

    ich will essen
    ich will alleine essen
    ich kann nicht alleine essen
    du sollst mir helfen
    du sollst mir nicht helfen ich will alleine
    ich kann nicht alleine
    ich hab hunger
    ich will dein Essen
    dein Essen schmeckt nicht
    ich will trotzdem dein Essen
    ich will dein Essen alleine

    und zu guter Letzt wird der gefüllte Teller dann wütend vom Tisch gefegt oder einfach umgedreht.



    AAAAHHHH!
    Dabei ruhig zu bleiben ist wirklich schwer! Ich versuche ihr zu erklären, dass sie noch nicht alles können muss, dass ich ihr sehr gerne helfe, dass sie das Essen aber nicht wegwerfen darf...
    Trotzdem macht der Blick auf die verdreckte Küche auch ein wenig wütend und ich muss mich zügeln, denn lautes Schimpfen würde die Situation vermutlich verschlimmern.

    Beliebtes Trotzthema ist hier das Wort "alleine". Das Zuckermädchen will alles alleine machen. Da wird wegen der gemeinen Socken, die sich einfach nicht übe die widerspenstigen Füßchen ziehen lassen schon mal vor Wut getobt. In dieser Situation hilft ihr am Besten, wenn ich sie in den Arm nehme und tröste.

    Ganz schwierig ist auch die Sache mit der Schokolade! Im ersten Lebensjahr habe ich dem Mädchen sämtliche Kristallzucker-Produkte verwehrt. In den letzten Monaten, speziell an den Feiertagen Ostern und Weihnachten ließ sich der Kontakt mit Schokolade aber kaum vermeiden und das Zuckermädchen hat Geschmack daran gefunden:

    ich will Schokolade
    ich will jetzt Schokolade
    ich renne zur Süßigkeitenschublade...
    ich zerre wie wild am Griff...
    Schokolade!
    Schokolade!
    jetzt!
    schneller!
    schneller!
    wieso darf ich nicht?
    gestern durfte ich doch auch!

    Da ich selbst ein Schokojunkie bin und diesen "Heißhungerschmerz" kenne, kann ich das Verhalten des Mädchens an dieser Stelle sehr gut nachvollziehen. Aber natürlich kann sie nicht ständig Schokolade bekommen! Ich versuche sie abzulenken oder sie mit Apfel oder Banane zu beschwichtigen. Bei den Schokoladenwutanfällen fällt es mir sehr leicht ruhig zu bleiben.



    Das Zuckermädchen kann sich bereits sehr gut verständigen. Sie hat einen erstaunlichen Wortschatz und kann ausdrücken was sie möchte und was sie nicht möchte. Ein Vorteil in der Trotzphase? Puh, momentan glaube ich eher nicht!
    Jetzt sind starke Nerven gefragt! Jeder von euch, der selbst Kinder hat kann davon bestimmt auch ein Liedchen singen, oder?
    Wie geht ihr damit um, wenn die Kleinen trotzen?


    Lieblingsgrüße!

    23 August, 2012

    Tragehilfen Testreihe: Brit*x

    Während wir in der Kita sind, gibts für euch den nächsten Tragehilfen-Testreihe-Post
    Immer Donnerstags möchte ich versuchen euch einige Tragehilfen vorzustellen, die ich ausprobiert habe.
    Bitte beachtet, dass es sich hier ausschließlich um meine Erfahrung und meine persönliche Meinung handelt. Ich gebe weder Trageberatung noch möchte ich eine Kaufempfehlung abgeben. Jedes Kind und jede Mama (jeder Papa natürlich auch) sind anders, aber vielleicht hilft meine Erfahrung euch dennoch bei der Entscheidung.
    Letztes Mal stellte ich euch den MeiTai vor.

    Eigentlich möchte ich den Brit*x von R*mer gar nicht so recht vorstellen, denn bereits bei meinem ersten Eindruck schnitt diese Tragehilfe nicht besonders gut ab! In unserer Stadt habe ich aber schon viele Eltern ihr Kind mit einem Brit*x tragen sehen, deshalb wollte ich ihn zumindest ausprobieren.

    Da ich dem Hersteller nicht schaden möchte, und sonst mit dem Hersteller sehr gute Erfahrungen gemacht habe, werde ich die Namen von Hersteller und Babytrage nicht ausschreiben...

    Wie sieht die Tragehilfe aus:
    Bereits die Verpackung der Tragehilfe schreckte mich ab. Darauf abgebildet ist ein Baby das mit dem Gesicht nach vorne getragen wird! Nanu? Haben die sich da vertan?



    Als ich die Tragehilfe aus der Verpackung holte, kam die nächste Überraschung! Was ist denn das für ein Material?! Ganz und gar nicht weich und gemütlich! Es fühlt sich eher künstlich und kalt an! Wie Zeltplane oder Rucksackstoff...
    Dennoch hab ich die Tragehilfe weiter ausgepackt und entwirrt... Auf dem ersten Blick sieht die Tragehilfe nämlich ziemlichen Wirrwarr aus. Viele Viele Gurte und Bänder, da musste ich tatsächlich die Anleitung hernehmen und mich einlesen.



    Der Preis:
    Einen aktuellen Preis für die Tragehilfe konnte ich nur schwer finden. Vielleicht hat der Hersteller seine fragliche "Erfindung" mittlerweile vom Markt genommen? Gerüchten zufolge beträgt der Neupreis um die 100 Euro. Bei Eba* und Eba* Kleinanzeigen findet man die Tragehilfe aber schnell. Dort gehen sie im Schnitt für 60 bis 70 Euro über die Ladentheke

    Die Bindemöglichkeiten
    Die Babytrage kann auf dem Rücken und vor dem Bauch getragen werden. Dabei soll das Kind scheinbar sowohl mit dem Köpfchen zur Mutter oder mit dem Köpfchen nach vorne getragen werden können. Ich hab für euch nur die Tragemöglichkeit vorm Bauch, mit Zuckermädchens Köpfchen zu mir ausprobiert. Ich hoffe ihr habt Verständnis dafür, dass ich meine Kleine nicht der, meiner Meinung nach eher rückenschädigenden Haltung mit Gesicht nach vorne aussetze.


    Das Binden der Babytrage erfolgt über ein Gurtsystem mit Schnallen. Wenn man den Trick kennt, geht es wirklich super schnell. Die Babytrage kann von Geburt (Minimum 3,5 kg) bis zum Kleinkindalter (Maximum 14,5 kg) verwendet werden. Ein Einsatz für Säuglinge ist vorhanden, diesen habe ich aber nicht ausprobiert.

    Die Handhabung
    Nach Einlesen in die Bedienungsanleitung (die übrigens in 27 Sprachen ausgefertig ist UND nochmal als Bildanleitung in die Trage gedruckt wurde) ist die Tragehilfe recht einfach zu bedienen. Zuerst schnallt man sich das Pferdegeschirr die Babytrage selbst um, schnürt alles fest. Erst dann kommt das Kind hinein. 
    Dass man sich die Tragehilfe umschnallen muss finde ich sehr gewöhnungsbedürftig. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es gut finde, oder nicht... Bei anderen Babytragen werden Baby und Mama direkt aneinandergeschnallt -Haut an Haut-, bei dieser Tragehilfe werden Mama und Kind durch das Gurtsystem irgendwie voneinander getrennt. Jeder steckt in seinem eigenen Gurtsystem.

    Sehr praktisch finde ich jedoch, dass die Babytrage lediglich mit zwei Klipsen im vorderen Schulterbereich befestigt wird. Wenns dann man wirklich schnell gehen muss (ihr erinnert euch? Quengelmädchen macht Muttermilchretoure... oder noch schlimmer! Breiretoure *ürgs*), ist das Kind mit einem kurzen *klips* *klips* schon befreit.








    Genau so schnell *klips* *klips* ist das Kind auch wieder IN der Trage, denn die Klipsvorrichtung ganz easy mit einer Hand zu bedienen....
    (allerdings nur, wenn man keine langen Haare, oder zumindest einen Zopf trägt. Bei mir liegen die Haare genau über den Klipsen, da wirds mit dem Schließen der Babytrage schon wieder kompliziert! Zum Haare wegstreichen und gleichzeitigem Festklipsen benötigt man nämlich wieder zwei Hände.)

    Das Material habe ich ja schon weiter oben angesprochen... hm... Das ist ja alles andere als bequem. Ganz hart und kalt. Zwar abwaschbar, aber ich vermute nicht so wirklich atmungsaktiv. Bei nem Sommerspaziergang läuft den Kleinen da ganz schnell der Schweiß runter.

    Das Gurtsystem verteilt das Gewicht schön gleichmäßig auf Schultern, Rücken und Hüfte. Das kann ich zumindest für einen kurzen Tragemoment bestätigen. Wie es bei längeren Spaziergängen aussieht, weiß ich nicht...

    Der Grund dafür?
    Auf den Bildern sieht mans eigentlich schon, die Tragehilfe ist fast eine Zumutung für den Kinderrücken. Die Anhock-Spreizhaltung ist bei dem Modell nicht gewährleistet. Stattdessen wird das Kind durch die feste Form der Babytrage ins Hohlkreuz gedrückt. Das kleine Kindergewicht wird zwar für Mamas Rücken toll verteilt, beim  kleinen Menschen lastet das gesamte Gewicht auf dem kleinen Becken.

    Beim Tragen mit Gesicht nach vorne wirds noch schlimmer. Wie kann das Baby sich wohlfühlen, wenn es mit dem Gesicht nach vorne getragen und den vielen Reizen und Umwelteinflüssen ausgesetzt wird? So ein kleiner Mensch kann mit dieser Reizüberflutung doch noch gar nicht umgehen. Es bekommt doch eher Angst und sehnt sich danach, sich an seine Mama zu kuscheln. Wird es mit Gesicht nach vorne getragen, hat es keine Chance dazu. Es ist den Reizen völlig schutzlos ausgeliefert. Noch dazu rutscht das Kind durch diese Fehlhaltung ins Hohlkreuz.
    Also nur ganz schnell ein Foto von der Tragehilfe gemacht und schnell wieder abgeschnallt.


    Das Kind:
    Naja... da ich mein Zuckermädchen wirklich nur ein paar Minuten in der Trage hatte kann ich keine Aussage darüber machen, ob es ihr gefällt oder nicht...

    Für die Ungeduldigen hier nochmal alles kurz zusammengefasst:
    + einfaches verschließen der Tragehilfe wenn das Kind drin sitzt
    + Gewicht des Kindes wird gut verteilt
    + Viele Einstellmöglichkeiten
    + durch Gurtsystem sind die Einstellmöglichkeiten fixiert. Einmal einstellen = passt beim nächsten Mal
    + Neugeboreneneinsatz ist vorhanden (aber nicht ausprobiert!)
    + Zum Tragen auf dem Rücken und vor dem Bauch geeignet

    - Tragen mit Kopf nach vorne wird beworbend
    - Kind kann sich nicht an Eltern kuscheln wenn alles zu viel wird
    - Hohlkreuz beim nach vorne gerichteten Tragen
    - Kein Rundrücken keine Anhockspreizhaltung
    - Material fühlt sich künstlich und kalt an
    - Umschnallen der Trage erinnert an Umschnallen eines Pferdegeschirr


    Meine Meinung:
    Diese Babytrage und ich werden KEINE Freude. Schade, der Hersteller kann das eigentlich besser!


    Lieblingsgrüße!

    15 Mai, 2012

    Ein Lottogewinn... oder die Woche in Bildern

    Wär jetzt was Feines! Zumindest ein ganz kleiner...

    Handy kaputt


    Laptop mag nicht mehr hochfahren


    Nähmaschinen-Automatikeinfädler kaputt


    Garten alles andere als sommerfertig



    und zu allem Überfluss braucht mein Zuckermädchen ganz ganz dringend eine Sommer-/Übergangsjacke! In der(schon etwas dünneren) Winterjacke, die sie aktuell besitzt schwitzt sie sehr... Bereits ab 15°C ist sie nach einer kleinen Tour an den frischen Luft klitschnass... arme kleine Maus.
    Also los und schnell eine kaufen?
    Nö...
    Eben dies habe ich versucht, doch in unserem gesamten Städtchen gibt es einfach gar nichts Neutrales für kleine Mädchen zu kaufen. Erst recht keine Jacken! Die geschlechtsneutralste Jacke, die ich finden konnte war "Lila mit dunkelroten Blümchen" oder alternativ "blau-grün-kariert mit einem applizierten Bagger"

    Bei Dawanda gibts natürlich die schönsten Jacken... ab 45€ aufwärts. Die sind bestimmt (!) ihren Preis wert... aber wie bereits erwähnt warten wir momentan sehnsüchtig auf unseren kleinen Lottogewinn, um unsere Luxuswünsche zu erfüllen... koooomm Lottogewinn... put put put... ich teil dich auch gerne... kooooomm...put put put

    Also war mein nächstes Projekt klar: In den Stoffvorräten kramen und eine Sommerjacke selber machen:


    Aus Retrocord von Oma und dem tollen Blümchenstoff von Stefanie.

    Also mal grob zusammengerechnet:

    Neues Handydisplay: 130€
    Neuer Laptop: 800€
    Neuer Einfädelpömpel: 20€
    Neuer Garten: 2000€
    Fröhliches Zuckermädchen in selbstgenähter Jacke sehen: UNBEZAHLBAR

    Nun fehlt noch eine schöne Regenjacke fürs Zuckermädchen. Was nimmt man da für einen Stoff? Und woher? Kann jemand mit Tipps dienen?

    Lieblingsgrüße!