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01 Juni, 2018

Ein (nicht nur) positives Resumee - Grüne Gedanken im Badezimmer


Voreiniger Zeit, habe ich mir ein Fenster in die Zerowastewelt  geöffnet.
In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich viel über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und grüne Gedanken gelernt. Mein Wissen habe ich gerne mit euch geteilt. Und auch ihr konntet mich immer noch wieder für neue Experimente begeistert.
Ich denke, wir sind gemeinsam gewachsen und ich glaube, wir können gemeinsam behaupten, dass wir jetzt einen ganz kleinen aber wichtigen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten.

Für mich ist es jetzt Zeit für ein kleines Resumee.
Einer der interessantesten Zerowastebereiche in einem normalen Haushalt ist das Badezimmer. Hier kann man bereits ohne große finanzielle Mittel und ohne sehr großen Aufwand viel verändern.
Was habe ich verändert?
  
Ich will keine Shampooflaschen mehr
Ich brauche seit Beginn meine Zerowasteerfahrung keine Shampooflaschen mehr. Stattdessen bin ich vollständig umgestiegen auf feste Shampoobars. Der Wascheffekt ist der gleiche, der Duft ist traumhaft, der Müll dabei ist quasi null und ich persönlich spare dabei sogar noch Geld.
Nach einem 9mal-pro-Woche-mit-Shampoo-und-Spülung Waschrhythmus der mich jeden Monat zwei große Plastikflaschen kostete, nutze ich nur noch meinen Shampoobar und das seltener als zuvor. Haarmasken mache ich mir bei Bedarf übrigens auch selber. Aus Ei, Zitrone, Kokosöl, Honig, Avocado oder Banane kann man sich alles mögliche zusammen mischen. 

Bitte schenkt mir keine Duschgels mehr. 
Es hat eine ganze Weile gedauert, denn von vielen lieben Menschen mit vielen lieben Gedanken wird man immer wieder mit kleinen Geschenken bedacht. Meist sind es Lotions, Kuren, Peelings, Masken und eben viel Duschgel. Die Unmengen aufzubrauchen war nicht leicht. Einiges habe ich tatsächlich weiterverschenkt. Wegwerfen ist schließlich auch keine Option.
Tatsächlich brauche ich aber einfach gar kein Duschgel! Nichts, nada, niente!
Sollte ich mich wirklich mal sehr einsauen (Zum Beispiel bei Gartenarbeit und vielleicht mal bei einem MuddyAngelRun (*träum*)) hilft mir handelsübliche Seife.
Möchte ich mir doch etwas Luxus gönnen, mache ich mir aus Ölen mit Zucker oder Kaffeesatz ein herrliches Biopeeling.


Ich creme mich nicht mehr mit Bodylotion ein. 
Nein, das mache ich tatsächlich gar nicht. Alle Bodylotions, die ich noch hatte, habe ich weitergegeben oder (weil sie auch bereits viele viele Jahre unbenutzt herumstanden) entsorgt. Ich habe mich ohnehin selten nach dem Dusche eincremt (hey hey hey... ich bin ja auch kein Beautyblogger, nech). Wenn meine Haut doch mal vor Trockenheit juckt, habe ich ein schönes Öl von Weleda im Schrank stehen. Das hält ewig. Wirklich.

Ich putze meine Zähne nicht mehr...
...wie zuvor. Superchemiewhiteningzahncreme neben elektrischen Zahnbürste mit Wechselaufsatz. Das war einmal. Ich bin auf eine Bambuszahnbürste umgestiegen und mache mir meine Zahnpasta selber. Die Zähne fühlen sich super sauber an und machen mir keine Probleme. Auch der Zahnarzt ist zufrieden. Die elektische Zahnbürste verwende ich aber dennoch ab und zu. Ich habe sie mir damals im Set mit gut 30 Köpfen besorgt... davon hab ich also noch lange etwas.

Q-Tips nicht für mich!
Zumindest nicht in der üblichen Variante mit Plastikstil. Die Stäbchen gibt es auch in der Bambusvariante. Sogar recht günsitg im Drogeriemarkt. Außerdem habe ich mir eine bewusstere Verwendung der Reinigungsstäbchen angeeignet.

Selbermachen! 
Wattepads kaufe ich nicht mehr, denn die sind mit ein paar Handgriffen und aus Stoffresten schnell selbstgemacht. Auch meine Lippenpflege mache ich selber. Das geht super schnell und so ein kleiner Vorrat reicht für ein ganzes Jahr. Selbst wenn man hier und da noch ein Döschen Lippenpflege verschenkt.

Tassen hoch, Mädels
Seit kurzem bin ich auch im Club der Menstruationstassen Nutzerinnen.
Ich bin begeistert von diesem tollen Teil, habe aber auch nach wie vor die üblichen Monatshygieneartikel. Ich denke hier stecke ich noch mitten im Wandel.


Hilfe so viel Handcreme
Auch bei meiner Handcreme habe ich auf eine plastikfreie Selbermacherversion gesetzt. Sie funktioniert wirklich klasse und reicht mir für meine tägliche Pflege vollkommen aus, aber sie setzt sich bei mir noch nicht so richtig durch.
Denn ich schaffe es einfach nicht, die Berge von Handcreme abzubauen, die noch hier im Haus sind. Und selbst wenn ich mal eine Tube geleert habe, kommt von irgendwo eine neue Tube als Geschenk daher. Ich habe sie kürzlich mal zusammen gesucht und zähle: 3 Handcremes in der Küchenschublade, 2 Handcremes in der Nagellackkiste, 1 Handcreme im Badezimmer, 1 Handcreme in der Büroschublade und 1 Handcreme im Auto.


Soweit, so wundervoll!
Ich liebe den Anblick im Bad von viel weniger und dafür viel schöneren Artikeln.
Aber es ist nicht alles Gold was glänzt.
Einiges, das ich euphorisch ersetzt habe musste ich im Nachhinein wieder rückgängig machen:

Beim Deo zum Beispiel hatte ich große Schwierigkeiten
Ich habe insgesamt Deos von drei verschiedenen Anbieter ausprobiert.
Das Gefühl, dass wieder (Schwitz-) Wasser meinen Körper verlässt, war dabei weniger das Problem für mich. Der Geruch war ansich auch okay. Kein Vergleich zu vorher aber auch nicht so, dass man schon von weitem ein  Nicht Gewaschen! vernommen hätte.
Problematisch dass alle Deos bei mir nach einiger Zeit eine allergische Reaktion hervorriefen. Die Haut wurde dick und rot und juckte. Dödömm...
Ich habe das erst auf die Eingewöhnungsphase geschoben. Schließlich musste ich mich von einem aluminiumhaltigen Antitranspirant heruntergewöhnen. Aber nach nun fast vier Monaten habe ich entschieden, dass ich mich nicht länger quälen möchte.

Gesichtsseife hat mich nicht vollständig überzeugt. Grundsätzlich spannt meine Haut nach der Anwendung von Seife. Sie ist halt sehr sensibel und wird sich schon dran gewöhnen, dachte ich mir. Sie wird schon sehen, was sie davon hat, dachte sich meine Haut und bedachte mich mit ungewöhnlich vielen Unreinheiten und größeren Poren. Dödömm.
Es wurde auch nach längerer Anwendung eher schlimmer als besser, so dass ich heute wieder auf altbewährtes zurückgreife.

Roggenmehlshampoo war eine Sache, die ich einfach mal ausprobieren musste. Und ja. Es funktioniert. Die Haare werden sauber. Aber ganz ehrlich. Das ist nichts für mich. Dieses Anrühren und Vorbereiten, diese Sauerei im Bad, die Restpartikel in den Haaren.
In einer verrückten Phase habe ich übrigens auch versucht Make up selbst herzustellen. Das war ehrlich gesagt nicht mal erwähnenswert und ein reiner Fail. Das meiste ist erst gar nicht verwendbar gewesen, was verwendbar war machte mich aber nicht schöner, sondern fleckig. Ich achte auf tierversuchsfreie Kosmetik, aber selber machen werde ich sie nicht mehr.



Ihr seht, alles klappt für mich einfach nicht, einiges nur bedingt.
Aber für all die kleinen Dinge, die für mich in der nachhaltigeren Variante funktionieren, bin ich einfach sehr dankbar.

Kleine Schritte, Ladies. Ihr wisst, was ich meine.

Und ihr? Habt ihr auch etwas ausprobiert, was dann im nachhinein einfach überhaupt nicht sinnvoll war?

Lieblingsgrüße


________________
Dinge die noch auf meiner To-Test-Liste stehen:
Rasierhobel - möchte ich unbedingt mal testen. Scheint aber nur an Beinen und Achseln sinnvoll zu sein, also nicht für die Intimrasur geeignet
Badezusätze - gibt es da etwas Tolles, dass ihr empfehlen könnt? Selbstgemachte Sprudelbomben sind zwar nett und werden auf jeden Fall getestet, aber sie sind noch nicht so das, wonach ich suche.  Bislang verzichte ich einfach gänzlich auf den Luxus.

03 Mai, 2018

Ich würde ja gern nachhaltiger leben, aber... - Dein gratis Starterkit für grüne Gedanken

Letzte Woche hab ich mal auf den Putz gehauen, weil ich mich über die ein oder andere "Ganz oder Gar Nicht"- Nachricht geärgert habe. Im Anschluss erreichten mich (neben vielen lieben Kommentaren und aufbauenden Worten - Danke!!!) einige vorsichtige Nachrichten, die betonten, dass sie wirklich gerne mehr für die Umwelt machen würden, aber gar nicht so recht wissen, wo man anfangen soll. Und da ich gelesen habe, dass viele von euch mit uns mitmachen und sich hier und da auch in less waste ausprobieren - großartig! - gibt es jetzt noch mal ein kleines Startpaket für alle die auch etwas bewusster leben wollen, aber noch nicht wissen wie, denn

Denn Nachhaltigkeit ist teuer und aufwendig!
Es ist sehr anstrengend und im Biomarkt bekomme ich uns mit meinem wöchentlichen Budget für Nahrungsmitteln nicht satt!




Für mich ein erstmal absolut verständlicher Einwand.
Dass Nachhaltigkeit teuer sein könnte, ist beim Gedanken an die demeter-, bio-, fair- Labels nicht unwahrscheinlich. Dann braucht man noch spezielle Metalldosen für das Lunch, jede Menge Weckgläser für die Vorratshaltung, besondere Deos, Zahnbürsten, Cremes...
Noch besser ist, man macht das alles selber, baut Tomaten an, um daraus seine eigene Ketchupsorte zu kochen, schabt das Bienenwachs direkt beim Imker von den Waben, um daraus eine Lippenpflege zu kreieren.

Als "Neuling" möchte man völlig überfordert den Rückzug antreten.
Aber Nachhaltigkeit funktioniert nicht mit einem An/Aus-Schalter. Du musst dir also nicht von jetzt auf gleich das Versprechen abgeben: Ab heute mach ich zerowaste! Das mach ich ja auch gar nicht, wie mein letzter Grüner Beitrag dir verraten hat.

Nachhaltigkeit ist ein Prozess, der sich nach und nach weiter entwickeln kann.
Ein Weg, der schon bei ganz kleinen Schritten anfängt.
Ich war noch vor einigen Monaten fest davon überzeugt, dass ich meine Grünen Gedanken zwar ausweiten und teilen möchte, sie wachsen lassen will und selbst daran wachsen will, aber nienieniemals meine Zähne mit einer Bambuszahnbürste putzen würde.
Viel zu sicher war ich mir, dass nur meine elektrische Zahnbürste und die spezial super whitening Zahnreme meine Zahnreinigung vollenden können.
Und ratet mal, was bei mir jetzt im Badezimmer steht? Ja genau. Eine Bambuszahnbürste nebst selbstgemachter Zahncreme.





Für den Anfang habe ich euch ein paar kleine Schritte zusammengefasst, die ihr nach und nach angehen könnt. Vielleicht probiert ihr erstmal einen Step pro Woche. Oder sogar einen pro Monat! Umstellung ist schwer, auch für mich nach einem halben Jahr noch.

Ändere dein Konsumverhalten
Ebenso einfach wie anfangs unmöglich. Denk einfach noch einmal darüber nach, ob du eine achte blaue Jeans brauchst, wo du die tolle knallige Lampe überhaupt hinstellen willst oder ob das bunte Dekotöpfchen überhaupt notwendig ist.
Ich wurde kürzlich aus Gewohnheit schwach, als ich supertolle Einhornglitzerunnütz-Lipbalms fand. "Oaaah, guck mal wie schön!" Noch während meine Hände versuchten den Lippenpflegestift zu erreichen, griff ein Gedanke ein ein: "Du hast doch gerade Lippenpflege selbst gemacht!"
Dieses das-ist-schön-das-will-ich-weil-das-macht-mich-glücklich Gefühl sitzt tief und man muss es sich bewusst machen.

Verzichte auf Verpackungen
Bei Obst und Gemüse ist das eigentlich einfach. Hier muss man nur den gewohnten Griff zum hübschen Apfel-Sechserpack ändern. Nimm stattdessen die losen Nahrungsmittel. Drei Tomaten, 2 Birnen, 1 Apfel, 8 Kartoffeln. Es gibt spezielle Netzbeutel* für den losen Einkauf, die auch noch echt hübsch sind. Ich lege die Waren bislang immer lose auf das Band.
Schau auch genauer in die Regale und suche nach besseren Verpackungen, zum Beispiel aus Glas oder Papier.  Oder checke die ethnischen Läden in deiner Umgebung ab, oft gibt es hier auch noch mehr lose Ware. Plastiktüten bleiben natürlich grundsätzlich im Laden. Nach dem bring your own bag - Prinzip hast du einen Korb, Beutel oder Rucksack dabei.
Uns macht der Einkauf so übrigens sogar richtig Spaß!




Mach dir nen Plan!
Wir Deutschen werfen 313kg Nahrungsmittel weg. Pro Sekunde!
(interessanter Prime Film dazu: Taste the Waste)
Meist handelt es sich schlicht um Überproduktion, weil wir auch um 18 Uhr noch ein volles Brotregal sehen wollen. Häufig aber auch Abgelaufenes oder Verdorbenes, dass wir aus Zeitmangel und Überangebot nicht verzehren konnten. Oft haben wir nicht mal wirklichen eine grobe Idee von dem Vorrat, den wir zu Hause habe und kaufen noch eine dritte Packung Kartoffeln, während die ersten zwei Packungen bereits keimen.
Wir haben einen Einkaufszettel-Abroller direkt neben dem Kühlschrank. Dort notieren wir alles, was wir aufgebraucht haben. Vor dem Einkaufen überlegen wir gemeinsam, ob wir auf ein spezielles Gericht "Lust" haben, oder einen besonderen Kuchen backen wollen und notieren die notwendigen Zutaten ebenfalls. Dann kaufen wir auch nur das, was uns fehlt. Alles was dann nicht da ist, ist eben nicht da und kann für die nächste Woche auf den Einkaufszettel geschrieben werden.
Den Einkauf wirklich nur einmal wöchentlich zu zelebrieren spart nicht nur Spritkosten, Zeit und Nerven. Es ist auch gleich viel ökologischer, das Auto nur einmal zum Supermarkt zu bewegen. 

Use what you have 
Dies ist zugegebenermaßen eine Eigenart, die ich mir in einer Zeit angewöhnt habe, in der meine finanziellen Mittel rar waren. Bevor ich neue Nahrungsmittel kaufe, brauche ich zuerst alles auf. Wenn da noch Blumenkohl in der Gefriertruhe schlummert, brauche ich keinen Brokkoli kaufen. Wenn ich noch Kartoffeln habe, brauche ich keine Nudeln kaufen. Genau so kaufe ich kein Spülmittel/Creme/Sonstiges, so lange noch Reste des selbigen in zig verschiedenen Packungen schlummert.





Stell das Wasser ab!
Dass das Wasser beim Zähneputzen nicht laufen sollte, brauche ich nicht mehr erwähnen, oder? Wer das noch macht, dem gehört auf die Finger gehauen!
Aber du kannst überall Wasser sparen: Pack die Spülmaschine und die Waschmaschine richtig voll, bevor du sie anstellst. Nutze das Regenwasser zum Blumengießen. Dusche dich nur kurz und vielleicht auch nur jeden zweiten Tag. Gerade beim Thema Duschen haben wir im vergangenen Jahr sehr viel Wasser gespart. (lies hier von meiner Duschroutine)
Aus dem Duschkopf prasseln ca. 20l Wasser pro Minute, da kann man sich doch nicht ruhigen Gewissens täglich 20min unter die Dusche stellen.

Mach das Licht aus!
Nein, im Dunkel sitzen musst du natürlich nicht. Aber schau dich doch mal in deiner Wohnung um. Wieviele Geräte hängen gerade am Stromnetz. Der Laptop? Der Kühlschrank? Die Mikrowelle? Die Kaffeemaschine? Der Fernseher? Das Radio? Der Radiowecker?
Zieh einfach mal aus der Steckdose heraus (oder behilf dir mir einer Schalter-Steckdose), was du gerade nicht brauchst. Koche für dein Teewasser nur genau so viel, wie du benötigst. Schließe den Topf mit einem Deckel, wenn du das Essen zubereitest. Mache das Licht aus, in Räumen in denen du dich nicht befindest. Lies ein Buch, anstatt dich von einer öden Sendung im Fernsehen berieseln zu lassen. Lass deine Wäsche lufttrocknen, anstatt einen Trockner zu verwenden



Habt ihr was bemerkt? Alle Tipss sind kostenfrei und nur minimal aufwendig. Es sind Kleinigkeiten, aber doch kann man nicht alles auf einmal umsetzen. Deshalb fangt einfach mal mit einer Sache an.
Es ist noch nichts für euch dabei? Was kann man sonst noch machen:
  • Geh auf einen Wochenmarkt und nimm dir ein paar Stoffbeutel mit
  • Benutze keine Küchenrolle mehr. Ein Putzlappen in der Spüle ist genau so gut
  • Kaufe deine trockenen Lebensmittel (Nudeln, Getreide, etc.) in Größeren Gebinden auf Vorrat. Das reduziert dasVerpackung-zu-Lebensmittel-Verhältnis 
  • Repariere defekte Dinge, anstatt sie direkt zu entsorgen
  • bestelle die Werbung ab, die täglich in deinem Briefkasten landet
  • Kaufe und verkaufe second Hand. Alles was schon da ist und den Besitzer wechselt, muss nicht neu produziert werden. Verschenken geht übrigens auch und ist noch viel unaufwendiger 
  • Bestelle deinen Eistee im Café mit den Worten: Für mich bitte keinen Strohhalm, danke.
  • Verwende feste Seife, statt Duschgel, Duschpeeling, Handwaschseife und Co.
  • Besorg dir einen hübschen Coffee-To-Go-Becher und trage ihn immer bei dir. 
  • Koche dir deine Mahlzeiten für die Arbeit vor. Mealprepping ist heute so cool wie nie und im Netz findest du viele tolle Rezepte. Durch die Vorbereitung mit einer größeren Menge an Zutaten sparst du Energie, Kosten und Zeit
  • Versuche dich an einem einfach Rezept. Zum Beispiel für Waschmittel, Handcreme oder Bodyscrub
  • Stelle dir deine Biomüllbeutel aus alter Zeitung her, anstatt Plastiktüten zu verwenden
  • Schneide dir Abschminkpads aus einem alten Handtuch zu, anstatt Wattepads zu kaufen
  • Sprich darüber, was du für deinen grünen Fußabdruck tust, entweder in den Social medias oder mit Freunden und inspiriere andere. 




Und? Was davon würdest du mal für dich ausprobieren?
Die Schritte, die wir gehen sind klein und einfach, aber wirksam.


Macht doch mit!
Lieblingsgrüße!


20 April, 2018

ist doch gar nicht zero! - grüne Gedanken beim Perfektionismus

Je tiefer ich in die Zerowastematerie eindringe, um so lauter werden unsinnigerweise empörte Gegenstimmen:
Wie kannst du behaupten, du würdest nachhaltig leben, wenn du doch verpacktes Fleisch kaufst und dein Nudelvorrat aus einer Packung mit Plastikfenster stammt?! 
Du bist lebst wohl kaum den Zerowaste-Lifestyle, nur weil du hier einen auf Bambuszahnbürste machst, aber dein Klopapier immer noch zig-fach gebleicht und in Plastik verpackt ist.



Nein, ich werde realistisch niemals eine Zerowasterin.
  • Ich weiß keinen Unverpacktladen in meiner Nähe und kann einige Lebensmittel einfach nicht ohne Verpackung kaufen. So oft wie möglich greife ich auf Glas oder Papier zurück, aber auch hier sind realistisch gesehen irgendwann die Grenzen erreicht.
  • Ich bin nicht reich und brauche meine Ersparnisse für Notfälle (Heizung kaputt, Waschmaschine kaputt, Auto kaputt). Für ein kleines Stück Fleisch den vierfachen Preis zu zahlen, oder Kartoffel für 4€ pro Kilo zu kaufen kann ich mir nicht dauerhaft leisten
  • Zum Nähen, Basteln, Selberherstellen kann ich mich oft und gerne bewegen und habe viel Spaß dabei. Doch mit Fulltimejob, Zuckermädchen und großem Sportinteresse muss ich bei meiner Freizeit Abstriche machen, wenn ich ein Produkt selbst herstelle. Mädels, ich hab heute keine Zeit für euch, weil ich meine Milch noch herstellen muss!  Das geht, aber das geht für mich sicher nicht immer.
  • Ich habe meine Grenzen, wie zum Beispiel das oben erwähnte Klopapier, Verhütungsmethoden, Medikamente und andere Dinge, die für mich nicht mit Wohlgefühl im Zerowastestyle umzusetzen sind.
  • Beim Anblick der mit Müll eines ganzes Jahres gefüllten Schraubgläser, die manch eine der Zerowasteikonen (zu Recht) stolz präsentiert, wird mir ganz komisch im Magen. Mit meiner gefüllten Restmülltonne fühle ich mich fast unwertig.

Also ist mein Projekt gescheitert?
Nein. Sicher nicht.  

Ich bin zwar von Zero waste weit entfernt, und  halte dieses Ziel realistisch betrachtet für utopisch, aber less waste macht ebenfalls einen großen Unterschied! 

Ich habe mein Haushaltsmüllaufkommen drastisch reudziert. Kann einige Produkte mit unverpackten, umweltschonenden Mitteln selbst herstellen. Habe ohne viel Geld dafür auszugeben Abschminkpads, Backpapier, Frischhaltefolie, Schwammtücher und andere Artikel zu hundert Prozent ersetzt. Und vielleicht hab ich sogar zwei bis drei von euch in ein oder zwei Situationen zum Umdenken animiert.
Stellt euch mal vor, das würden alle so machen. Das hätte einen gewaltigen Impact.

Ich betone es immer wieder und sage es auch heute gerne noch einmal.
Zerowaste ist ein Prozess, kein On/Off-Schalter.
Bei mir begann es mit Q-Tipps und Wattepads und nach und nach grabe ich mich weiter in die Materie vor, finde neue Ideen für mehr Nachhaltigkeit und entscheide selber, was für mich in meinem Leben umsetzbar ist.

Vielleicht sollten wir den Anspruch an "die Anderen" etwas tiefer schrauben und dafür selbst den ersten Schritt wagen? Vielleicht sollten wir insgesamt den Anspruch an uns nicht ganz so hoch hängen und dafür mehr Leute erreichen?


Lieblingsgrüße!

06 April, 2018

Zahnhygiene - grüne Gedanken im Badezimmer

Bei der Zahnhygiene mache ich keine Späße!
Saubere, glatte und möglichst auch weiße Zähne sind mir persönlich einfach wichtig. Ich lache viel zu oft, um meine Zahnreinigungen auf irgendeine verrückte Weise zu dezimieren.
Deshalb war ich mir auch recht sicher, dass ich eher nicht auf alternative Zahnhygiene umsteige. Ich war überzeugt, dass nur meine elektrische Ultraschall Zahnbürste zusammen mit der superchemie-Whitening Zahncreme meinen Ansprüchen genügen kann.

Heute spüre ich wie der nachhaltige grüne Gedanke mich in einen langsamen Prozess einsaugt. Denn seit etwa 3 Monaten steht in meinem Badezimmer eine Bambuszahnbürste neben selbstgemachter Zahncreme.
Zugegeben: Ich habe mir meine selbstgemachte Zahncreme mit der festen Überzeugung zusammen gemischt, dass sie eh nicht funktionieren würde.




Aber von vorne.
Der erste Schritt war eine Bambuszahnbürste aus dem Unverpacktladen. Einfach mal ausprobieren, dachte ich mir. Der Umstieg von der elektrischen Bürste mit Minikopf ist mir nicht leicht gefallen. Ich wusste nicht so recht, wohin mit dem Riesenbürstenkopf und dem harten Holzstiel in meinem Mund und konnte den Druck nicht richtig dosieren. Noch dazu verlor die Bürste bei jedem Putzgang Borsten... Na toll... war ja klar, dass das nicht klappt! 
Aber mittlerweise habe ich "meine persönliche"Bambusbürstenvariante im Netz gefunden. Und nach ein paar Wochen Übung habe ich mich so richtig an meine neue Bürste gewöhnt. Heute komme mit den Holzbürsten viel besser klar, als mit der elektrischen Zahnbürste. Der Aspekt der Handarbeit bringt mir außerdem ein besseres Putzergebnis, als die faule elektrische Variante.



Gleichzeitig fing ich an nach Rezepturen für verschiedene Zahncremevariante zu recherchieren. Die Rezepte sind zahlreich, aber sie bauen alle auf die drei selben Zutaten auf. Kokosöl, Birkenzucker und Natron auf. Ich habe alle Zutaten im Haus. Es wäre also die einfache und logische Konsequenz, das mal auszuprobieren, oder?
Trotzdem war ich unsicher und habe erst Denttabs ausprobiert. Dabei handelt es sich um kleine weiße Tabletten, die vor dem Zähneputzen im Mund zerkaut werden. Sie ersetzen die Zahncreme zu 100% und es gibt sich in verschiedenen Variante, zum Beispiel in Unverpacktläden oder in der Apotheke.  Es funktioniert aber so richtig sauber fühle ich mich damit nicht. So kann ich meine unzähligen und teuren Zahnpastatuben nicht ersetzen!



Da ein Rückzug für mich aber auch nicht in Frage kommt, habe ich mich letztendlich doch an ein Zahnpastarezept gewagt, das ich euch heute mit voller Überzeugung vorstellen kann. 
Ihr braucht: 
4 EL Bio-Kokosfett
2 TL Natron
1 TL Xylit
optional 10 Tropfen Pfefferminzöl
optional 1 Prise Kurkuma
optional 1 Prise Zimt


Die Herstellung ist easy:
Kokosfett im Wasserbad etwas schmelzen (es muss nicht mal flüssig sein) und Natron, Xylit und weitere optionale Zutaten hinzugeben. Durchrühren und wieder fest werden lassen.
Kokosfett wirkt antimikrobiell und  karieshemmend. Natron ist ein altes Hausmittel mit unfassbar vielen Anwendungsmöglichkeiten. Hier sorgte es durch einen schonenden Abrieb für sanfte Aufhellung. Xylit oder auch Birkenzucker ist euch vielleicht aus Zahnpflegekaugummis bekannt. Es wirkt  karieshemmend und sorgt für einen angenehmeren Geschmack. Ebenso wie das Pfefferminzöl, dass auch den Atem erfrischt. Kurkuma kann zusätzlich Schwellungen verhindern und (bei echten Zähnen) aufhellend wirken. Zimt wird eine schmerzstillende und entzündungshemmende Funktion nachgesagt. Bei den letzten beiden Zutaten muss man für geschmackliche Experimente bereit sein.



Ich benutze diese neue müllfreie und plastikfreie Zahncreme nun schon seit Anfang diesen Jahres. Anfänglich noch im Wechsel mit meiner altbewährten Kaufpasta, heute gibt es nur noch die selbstgemachte Zahncreme. An das neue Putz- und Geschmackserlebnis muss man sich tatsächlich erst mal gewöhnen.
Ich bin mit dem Putzergebnis wahnsinnig zufrieden. Nach dem Zähneputzen fühle ich gerne mit der Zunge über die Zähne. Macht ihr das auch immer? Meine Zähne sind ganz glatt und sauber. Diese tolle glatte Gefühl bleibt auch fast den ganzen Tag, bis ich am Abend erneut die Zähne putzen. 

Da mir meine Zähne wichtig sind und ich ein sauberes Lächeln einfach sehr sympatisch finde, mache ich übrigens noch mehr, als das reine Zähne schrubben.
Mindestens einmal im Jahr gehe ich zum Zahnarzt für eine professionelle Zahnreinigung. Das tut nicht weh, dauert ca. 20min und kostet (hier) ca. 30 - 40€. Oft zahlen die Krankenkassen die Zahnreinigung ganz oder teilweise. Fragt das bei euch einfach mal nach.
Mindests einmal pro Woche mache ich eine Ölziehkurz mit Kokosöl. Dazu erwärme ich einen Esslöffel Kokosfett ganz kurz über dem Wasserbad oder einfach in der Mikrowelle und ziehe das flüssige Öl dann 5 - 10min (besser noch länger) langsam durch die Zähne. In der Zwischenzeit räume ich meist die Spülmaschine aus, hänge Wäsche auf oder organisiere den Tag. Das Öl spucke ich danach in die Toilette, besser noch direkt in den Mülleimer. Nicht ins Waschbecken bitte, denn Kokosöl wird wieder fest. Das Öl gelangt in alle Ecken und Winkel im Mundraum und reduziert Zahnbeläge und verhindert Karies.
Alle paar putze ich meine Zähne zusätzlich mit Aktivkohle. Vor oder nach dem normalen Zahnputzvorgang drücke ich meine angefeuchtete Zahnbürste leicht in das Pulver und putze meine Zähne mit der schwarzen Kohle. Das soll die Zähne auf eine schonende Weise aufhellen.

Übrigens habe ich gerade einen Zahnarzttermin gehabt und ich war natürlich echt gespannt! Sonst war mein Zahnarzt immer recht zufrieden. Ab und zu wies er mich darauf hin, dass einige Zähne beim Putzen nicht erreicht oder vergessen werden (Und ich so "Häääh?", denn ich hab doch immer darauf geachtet, alle Zähne zu erwischen.). Er wühlte also in meinem Mund herum, schaute in alle Ecken und meinte dann: "So, da hab ich gar nichts auszusetzen. Hervorragend!"

Ha!
Siehste!

Und ihr? Habt ihr schon mal überlegt Zahncreme selbst zu machen?

__________________
Denttabs (gibt es auch im Unverpacktladen oder in der Apotheke)

Bambuszahnbürsten (gibt es auch im Unverpacktladen)
Kokosöl (oder im Supermarkt oder im Drogeriemarkt)
Natron (oder im Supermarkt)
Xylit (oder im Supermarkt, besser bekannt als Xucker)
Pfefferminzöl 
Aktivkohlepulver


16 März, 2018

Frischhaltefolie ersetzen - Grüne Gedanken in der Küche

Frischhaltefolie und (bei uns vor allem) Aluminiumfolie ist in der Küche ebenso praktisch, wie unnötig.
Sie werden in vielen Haushalten zum Frischhalten von Lebensmitteln verwendet. Das ist natürlich einerseits sehr wichtig, denn verdorbene Lebensmittel wegzuwerfen ist mindestens genauso schädlich für unsere Ökobilanz, wie sie mit Kunststoff zu ummanteln. Als Einwegprodukt landet Frischalte aber direkt nach kurzer Verwendung im Müll. Manchmal sogar vor der eigentlich geplanten Verwendung, denn Frischhaltefolie klebt und knüllt so doof. Kennt ihr das auch?
Meine Frischhaltefolienrolle ist deshalb bereits gute 4 Jahre alt. Stattdessen war ich lange Zeit ein Aluminiumfan, was natürlich keine Alternative ist.



Also? Was können wir hier machen?
Ein Gericht im Kühlschrank unter einem umgedrehten Teller zu schützen, ist genau so einfach und auch nachhaltiger. Für Nostalgiefans gibt es wunderschöne Speiseglocken.
Das Problem dabei: Die Glocken, Teller und Schalen nehmen im Kühlschrank viel Platz weg.
Eine weitere weniger müllintensive Variante ist die Nahrungsmittel in verschließbaren Kunststoffdosen zu verwahren. Aber damit drehen wir uns ja auch wieder um den heißen Plastikbrei herum. 


Nach ein wenig Recherche finde ich im Netz Bienenwachstücher, die den gleichen Zweck erfüllen, aber zum einen wiederverwendbar sind und zum anderen nur aus Baumwolle und Bienenwachs bestehen. Das sollte ich ausprobieren!

Und zwar (deutlich günstiger!) indem ich es einfach selber mache.


Dazu brauche ich
Baumwollstoffreste
ca. 40g Bienenwachs
etwas Öl (z.B. Jojobaöl)
ein Stück Backpapier
Bügeleisen und Unterlage
optional
eine Zackenschere


 

Bienenwachs gibt es online oder in der Apotheke. Dort ist es im Vergleich zwar teurer, aber man kann sich auch die gewünschte Menge abfüllen lassen. Für die von mir benötigten 40g habe ich umgerechnet etwa 1,50 € bezählt. Außerdem hat die nette Apothekerin mir auf meinen Wunsch hin, die Wachspastillen in Papier verpackt. 
Baumwollstoffreste haben die meisten meiner Leser bestimmt zu Hause. Alternativ geht auch ein altes Baumwollhemd, das ihr mit einer Zackenschere zurecht schneidet. 
Nach Backpapier musste ich hier bereits suchen. Das abgbildete Blatt ist tatsächlich mein letztes Stück. Ich habe vor einiger Zeit auf wiederverwendbare Dauerbackfolie umgestellt. und dieses Backpapierblatt nur aufbewahrt um die Steckperlen vom Zuckermädchen zu bügeln.


Die Herstellung ist nun wirklich unglaublich einfach. 
Lege dein zugeschnittenes Stoffstück auf das Backpapier und streue gleichmäßig einige Bienenwachspastillen darauf. Dann gebe alle paar Zentimeter einen Tropfen Öl hinzu. Das macht das Wachspapier geschmeidiger und verhindert, dass es porös wird.



Klappe das Backpapier um, so dass dein Stoffstück nun dazwischen liegt. Wenn du ein sehr großes Stoffstück verwendest, brauchst du vielleicht zwei Backpapier-Zuschnitte.
Das Backpapier wird gebügelt. Das Bienenwachs schmilzt sehr schnell und dringt in das Baumwolltuch ein. Das Prozedere kannst du auch noch einmal wiederholen, falls du stellenweise zu wenig Wachs verwendet haben solltest. 




Die fertigen Wachstücher musst du nur noch kurz abkühlen lassen, damit das Wachs wieder fest wird. Und schon sind deine wiederverwendbaren und sogar recycelten (da Stoffreste) Wachstücher fertig. 



Zum Frischhalten deiner Lebensmittel wärmst du sie in deinen Händen einfach kurz an, indem du sie ein wenig knetest. Die Wärme der Hände reicht aus, um das Wachstuch an die unterschiedlichsten Formen zu fixieren. 
Reinigen kannst du die Tücher ganz einfach mit etwas laufwarmen Wasser und einem weichen Lappen. In Härtefällen vielleicht ein Tropfen Spülmittel, aber den habe ich selbst noch nie gebraucht. 
Achtung: Das Bienenwachstuch ist nicht zum Frischhalten von rohem Fleisch geeignet!


Nach meinen ersten Testwochen  bin ich sehr zufrieden mit den Wachstüchern. Ich muss jedoch feststellen, dass das Öl bei der Herstellung wirklich wichtig ist.
Testweise habe ich auch zwei Tücher ohne Öl hergestellt. Diese Tücher werden bereits nach einigen Benutzungen porös und  nach einem Waschgang mit erst warmen und dann kaltem Wasser, lösten sich einige Wachsteilchen. 
Wer nicht selber machen will, kann auch online kaufen. Ich habe euch mal die günstigsten Angebote heraus gesucht: So gibt es ein Dreierpack  in verschiedenen Größen ganz bequem zu bestellen. Wir haben für uns noch den Brotwickel dazu gekauft, denn hierfür haben wir am häufigsten Verwendung.


Macht doch mit!
Lieblingsgrüße!



P.S.:
Wie ihr merkt ergänzt sich mein Hauptthema im Blog gerade etwas. Zum Nähen, Basteln, Selbermachen kamen einst die Topics Erziehen und Alltagsfragen. Mittlerweile hat sich die Thematik Nachhaltigkeit einen großen Raum in meinem Blog geschaffen.
Bisher habe ich das Gefühl, dass euch das auch sehr interessiert und ihr ebenfalls viele tolle Ideen habt, um gemeinsam einen grünen Fußabdruck zu hinterlassen.

Liege ich da richtig? Oder vermisst ihr den restlichen Pängkram gerade sehr?
Gebt mir doch mal eine ehrliche Antwort. 

09 März, 2018

Mandelmilch selbst gemacht - Grüne Gedanken in der Küche

Ich mag keine Kuhmilch.
Das hatte bei mir aber anfänglich ehrlicherweise keinen glorreichen Umwelt- oder Tierschutzgedanken, ebenso wenig lebe ich bewusst vegan oder habe entdeckte Unverträglichkeiten. Ich mag sie einfach nicht. In erster Linie finde den Gedanken Milch zu trinken einfach unangenehm.





Es gibt mittlerweile viele pflanzliche Alternativen, wie Reismilch, Sojamilch, Nussmilch, Kokosmilch, Hafermilch und und und... Die veganen Freunde unter euch kennen die Varianten sicherlich noch besser als ich.
Leider gibt es aber auch pflanzliche Milch nicht ohne entsprechender Umverpackung. Bei Kuhmilch kann man durchaus Glück haben und sie im Biomarkt oder beim Bauern in Glasflaschen erstehen. In meiner Kindheit bekamen wir eine zeitlang frische Kuhmilch direkt im großen Mehrweg-Kanister an die Haustür geliefert. Eine super Option, wenn man sie wählen kann!
Aber Kuhmilch - auch in Glasflaschen -  ist für mich einfach gar nichts. Während meinen Geschwister bei einem Gedanken an ein Glas kalte, frische Milch das Wasser im Milch zusammen läuft, setzt bei mir Übelkeit ein.

Ziemlich gerne mag ich jedoch Mandelmilch, Cashewmilch und all die anderen Nussmilchsorten. Und das Tolle daran ist, dass man diese Milch in seiner eigenen Küche herstellen kann, ohne dass man eine Kuh im Garten halten muss. Eine Nusspflanze wäre dagegen schon cool. Ob das hier in unseren Gegenden wohl geht?
Nicht unerheblich ist außerdem die Kostenersparnis, denn ein Liter Mandelmilch kostet im Supermarkt schnell bis zu drei Euro. 


Im Grunde benötigt man nur Mandeln und Wasser. Ich füge gerne noch ein paar weitere Specials hinzu, für meinen perfekten Geschmack. 


Du brauchst: 
etwa 80g Mandeln
Wasser
evtl. Zimt
evtl. Honig oder Datteln
evtl. 1 Prise Salz
evtl. 1 TL Öl, z.B. Leinöl oder Kokosöl




Die Mandeln werden über Nacht in Wasser eingeweicht. 
Anschließend gießt du das Wasser ab und spülst die Mandeln. Die eingeweichten Mandeln kommen in einen hohen Messbecher. Mit einem Prürierstab oder einem Zerkleinerer werden die Mandeln nun zerhackt. Dann gibst du etwa so viel Wasser hinzu, dass die Menge im Gefäß 1l ergibt. Wenn du magst kannst du nun auch etwas Honig, Datteln, Zimt, Salz und noch einen kleinen Spritzer Öl hinzugeben. Mixe alles noch einmal ausgiebig durch, bis die Masse richtig weiß und lecker aussieht. 




wie toll wäre es, wenn die Flaschenhälse sauber wären? Aber so siehts eben aus beim DIY :D

Die Milchmasse wird nun nur noch in eine Glasflasche abgegossen. Um die Mandelreste auszusieben verwende ich ein feinmaschiges Sieb. Wer mehr Schwebstoffe ausseihen möchte kann auch einen Teefilter oder einen Nussmilchbeutel verwenden. 

Das wars schon! Die Milch ist fertig und hält sich im Kühlschrank nun ca. 5 Tage, sofern sie nicht vorher ausgetrunken wird. 

Übrigens: Statt Mandeln kannst du auch andere Nussarten verwenden oder vielleicht sogar Nüsse mischen.  Ebenso kannst du aus 100g Hafer, Dinkel oder gekochtem Reis Milch herstellen. 
Die Milch verwende ich im Kakao, Müsli oder in meiner geliebten goldenen Milch. Aber auch beim Backen und Kochen setze ich die Milch ein.



Die zurückbleibenden Mandeln, der sogenannte Trester muss übrigens nicht weggeworfen werden. Ihr könnt ihn am Morgen unter das Müsli mischen, damit Brot oder Plätzchen backen oder unter das Porridge mengen.

Welche Milch trinkt ihr am liebsten?


Lieblingsgrüße
______________________
Zerkleinerer:
Nussmilchbeutel


02 März, 2018

Handcreme selber machen - grüne Gedanken im Badezimmer

Ich habe Bauarbeiter Hände...
Haushalt mit Wischmop und Spüllappen, Arbeitsalltag mit aggressiven Medien, Sport mit rauhen Stahlhanteln. Meine Hände machen viel mit und das spüre ich. Nicht selten sind sie rauh wie Schmiergelpapier und ich creme, creme, creme...

Generell achte ich darauf, dass meine Handcreme tierversuchsfrei hergestellt wurde. Da ich einen großen Handcremedurchsatz habe, möchte ich zumindest hier ansetzen und meine Gedanken etwas grüner machen. (Hier könnt ihr euch selbst ein wenig schlau machen, ob eure Lieblingshandcreme ohne Tierversuche hergestellt wird.)




Was mir bisher fehlte, war eine Handcreme, neben tierversuchsfrei auch plastikmüllfrei daherkommt. Es gibt viele feste Handcremes, zum Beispiel hier bei Amazon*,  die schon eine gute Alternative bieten. Ich habe vor einiger Zeit eine feste Handcreme von Lush getestet, die bei mir aber einen ewigen Schmierfilm hinterließ, der sich beim nächsten Wasserbad ablöste. Für mich keine Option.

Vielleicht hab ich die falsche Creme erwischt? Falls ihr an dieser Stelle schon Tipps und Erfahrungen habt, dann freue ich mich über euren Kommentar!




Für mich muss aber schon jetzt eine Alternative her.
Lippenpeeling oder Bodyscrub habe ich bereits selbst hergestellt (beides übrigens auch toll als Mitbringsel und Überraschungen für Freundinnen, Links dazu gibts unten), daher habe ich ein Grundkontingent pflegender Basisbestandteile bereits im Haus. So schwer kann es nicht sein, eine Handpflege selbst zu machen, oder?

Ich mische
50g Kokosöl
50g unraffinierte Sheabutter
1 EL Mandelöl


Kokosöl ist bekanntermaßen ein Zaubermittel. Ein Feuchtigkeits-Vitaminkick für die Haut, für die Haare, für die Zähne, bei der Makeup Entfernung, in der Nahrung und und und...
Sheabutter wirkt feuchtigkeitsspendend und hautregenerierend und kann noch viel mehr. Mandelöl ist auch bei sensibler Haut gut verträglich und zieht tief in die Haut ein. Das Öl wird auch für Babymassagen gern verwendet.
Ich schmelze Sheabutter und Kokosöl im Wasserbad. Anschließend gebe ich das Mandelöl hinzu und schütte die ölige Masse in einen ausgekochten Glasbehälter. Jetzt müssen sich die Bestandteile nur noch wieder ein wenig verfestigen. Es dauert ewig! Ich gehe gespannt vor dem Glasbehälter auf und ab. Nach mehreren Stunden sehe ich sehe mein Projekt schon als gescheitert an und verlasse das Haus für den Wocheneinkauf. Doch als ich die Haustüre wieder öffne ist aus der öligen Flüssigkeit tatsäschlich eine weiche Creme geworden!





Nach einer etwas 4 wöchigen Testphase kann ich euch auch mit gutem Gewissen sagen, dass ich mit meiner Ersatz-Handcreme zufrieden bin. Ich feuchte die Hände vor dem Eincremen an und verwende nur eine ganz kleine Menge. Das Eincremen der Hände dauert etwas länger als mit handelsüblichen Cremes. Ich gönne mir jetzt also jeden Morgen eine kleine Handmassage:  
Me-Time.
Aber danach sind meine Hände den ganzen Tag (!) weich und zart. Sie fühlen sich weder rauh, noch trocken, noch schmierig an. Auch bei erneutem Wasserkontakt löst sich kein Schmierfilm ab.
Nach vier Wochen kann ich nun noch nichts über die Haltbarkeit berichten. Aber vier Wochen ungeschützt bei Raumtemperatur direkt am Fenster haben der Creme bisher nicht geschadet.

Vielleicht noch nicht ganz das Nonplusultra, aber ein guter Anfang und ich glaube der richtige Weg. Ich freue mich, wenn ihr mich hier mit Ratschlägen unterstützen könnt.


Habt ihr noch Zeit für eine kleine Rechnung?

Ich brauche 1 Packung Handcreme in 8 Wochen auf
das sind 6 Packungen im Jahr
bei einem Gewicht von ca. 30g pro Tube
sind 180g Plastiktuben im Müll.

Klingt wenig? Aber das bin nur ich, nur hier, nur die Handcreme, nur ein Jahr. Stellt euch vor, eure Nachbarn machen mit und eure Verwandten ebenso. Und das nicht nur für ein Jahr, sondern für 5 Jahre. Da kommt einiges an eingespartem Plastikmüll zusammen! Die selbstgemachte Handcreme ist wesentlich ergiebiger. Vor allem, da ich sie bloß einmal am Tag verwenden muss Selbst nach vier Wochen ist die hergestellte Menge kaum geschrumpft.
Habt ihr auch schon mal Handcreme selbst gemacht? Oder habt ihr Lust diese Creme auszuprobieren und eure Erfahrungen mit mir zu teilen? 

Wenn euch der Beitrag gefällt und ihr mehr solcher Beiträge von uns lesen möchtet, teilt den Blogpost doch gerne.


Lieblingsgrüße!
_________________________
Link zur Lippenpflege
Kokosöl gibt es z.B. bei dm oder hier
Mandelöl gibt es z.B. in der Apotheke oder hier
Sheabutter gibt es z.B. hier

09 Februar, 2018

Unverpacktes Erlebnis - Grüne Gedanken beim Einkaufen

Kühlschrank leer! Auf gehts zum Supermarkt.
Beim regelmäßigen Einkauf kann man man auch im Supermarkt schon etwas verändert. Der Verzicht auf unnötige Umverpackungen, ein gezielterer und geplanterer Einkauf und die eigenen Körbe und Beutel im Gepäck machen auf lange Sicht bereits einen Unterschied.



Allerdings ist das unverpackte Angebot in einem Discounter meist wirklich eher eintönig. In einem Biomarkt dagegen schon fast wieder unbezahlbar.
Es ist nicht ganz einfach, das für sich persönlich perfekte Mittelmaß zu finden. Mittlerweile haben wir ein bisschen Erfahrung gesammelt und wissen, was es wo im näheren Umkreis unverpackt gibt und was nicht. Auch haben wir, dadurch, dass wir gezielter einkaufen ein wenig unsere Ernährungsweise angepasst. (Beispielsweise essen wir Kartoffeln oder Blumenkohl häufiger, da es beides unverpackt gibt). Mit jedem Wocheneinkauf reduzieren wir unseren Plastikmüll wieder um eine Klitzekleinigkeit und das macht uns riesig Spaß.

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, noch mal einen Schritt weiter zu gehen und habe einen Unverpackt-Laden ausprobiert.
Hier "aufm Dorf" gibt es das leider nicht. Der nächste Unverpackt-Markt wäre 45km entfernt. Aber am vergangenen Wochenende bot sich mir die Möglichkeit den Laden Kernidee in Paderborn zu besuchen.





Für mich war es ein tolles Erlebnis, fast wie in einem Freizeitpark für Nahrungsmittel. Allein schon der Stil des Ladens, durch viel Holz und Glas geprägt, macht einen cleanen Eindruck und vermittelt so ein irgendwie befreites Gefühl.
Getreide, Nüsse, Kerne, Samen, aber auch Süßigkeiten reihten sich Glas an Glas. Es sieht wirklich wunderhübsch aus, findet ihr nicht auch?

Da es "mein erstes Mal" war, war ich kurzzeitig überfordert von meinen Eindrücken. Aber das wirklich liebe Personal von Kernidee, hat mich direkt als Neuling enttarnt und stand mir helfend zur Seite. Sie erklärte mir, dass die mitgebrachten Gefäße zuerst gewogen werden. Das Packungsgewicht (Tara) wird notiert. Entweder auf einem Stück Kreppband, oder aber noch nachhaltiger, einfach mit einem dicken Stift auf dem Deckel des Gefäßes. Dann kann man abfüllen, was man braucht. Vorsichtig fragte sie: "Haben sie denn ein Gefäß dabei?" 

Pahahaa! Na klaro! Ist ja nicht so, dass ich das zum ersten Mal mache!
Okay, doch... ist es... aber ich war vorbereitet. Für alle die völlig spontan mal an Kernidee vorbei kommen, gibt es aber natürlich auch für alles ein passendes Behältnis käuflich zu erstehen.




Es gibt neben Trockenwaren auch stickerfreies Obst und Gemüse, Eier, Milchprodukte, Marmelade, Honig, Säfte und sogar Bier. Alles in Glas, Pfandglas oder ganz ohne Verpackung. 
Aber auch Putz- und Waschmittel zum selber zapfen, Hygieneartikel, Küchenutensilien. 
Außerdem gab es einen Korb in dem Obst und Gemüse mit Runzeln, Dellen oder weichen Stellen aussortiert wurde. Total klasse, denn die Nahrungsmittel konnte man mitnehmen und so verhindern, dass sie einfach im Müll landen. 


Meinen kleinen Einkauf seht ihr übrigens hier im Bild. Für mich gab es einen Deostick von ,Ben & Anna' von dem die Verkäuferin mir an der Kasse vorgeschwärmt hat. Ich bin sehr gespannt auf Funktion und Wirkung. Auf jeden Fall ist er komplett in Papier verpackt.
Außerdem habe ich mir eine Holzspülbürste gegönnt und etwa 200g Quinoa in mein mitgebrachtes Gefäß abgefüllt. Und dann war ich noch so gespannt auf Dentatabs (die ich auch in ein mitgebrachtes Gefäß gefüllt habe) und Bambus-Zahnbürsten. Bei der Zahnhygiene probiere ich mich gerade an ein paar Experimenten aus. Ich lasse euch teilhaben, wenn meine gesammelten Informationen einem Blogbeitrag gerecht werden. Wie fändet ihr das?


Ward ihr auch schon mal in einem Unverpackt-Laden?

Macht doch mit!
Lieblingsgrüße!


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P.S.:
Wer keinen Unverpackt Laden in der Nähe hat, kann sich vielleicht über Bauern in der Umgebung informieren oder an einem Samstag den Markt besuchen.
Schaut doch mal auf die Karte von Shia, ob es einen Unverpackt Markt in eurer Gegend gibt.

P.P.S:
Demnächst möchte ich noch den Unverpackt Laden in Osnabrück und/ oder in Münster besuchen. Beide sind für mich als Ausflugsziel erreichbar, wenn auch nicht für einen Wocheneinkauf geeignet.


26 Januar, 2018

shower power - Grüne Gedanken im Badezimmer

(sorry, not sorry, es ist viel Text geworden - ich bin gespannt, wer bis zu Ende durchhält) 

Shampoo, Spülung, Haarkur, Duschgel, Duschpeeling. Alles in regenbogenbunten Plastikflaschen.
Eine Zeit lang habe ich meine Duschvorräte in einem Schwarz-Weiß-Farbschema gekauft. Nicht wegen der Funktion oder dem Preis, sondern wegen der Kunststoff-Optik.


Doch vor einiger Zeit habe ich meine Duschgewohnheiten radikal geändert. 
Damals zu meiner Schande noch nicht aufgrund eines ökologischen Hintergrundgedankens.
Ich gehörte zu denen, die täglich unter die Dusche hüpften, und ausgiebig einen langen anstrengenden Tag mit viel heißem Wasser abduschten. Am Wochenende kam es vor, dass ich mich zwei mal unter die Dusche stellte. Morgens nach dem Aufstehen und am Nachmittag nach dem Sport, Schwimmbadbesuch oder vor dem Ausgehen.
Ich fühlte mich nie richtig sauber, schwitzte bereits nach dem Duschen wieder irrsinnig, meine Haare waren stumpf, platt und dünn und meine Haut juckte oft.

Im Sommer diagnostizierte mir ein Arzt dann eine Hautkrankheit. Meine Haut sei stark ausgetrocknet und entwickle Pilze. Der Grund: Ich dusche zu oft, zu heiß und zu lange und mit zu vielen chemischen Bestandteilen.

oh.

 
Low-Poo und klare Duschsubstanzen empfahl mir der Arzt.
Anfangs setzte ich auf Babyshampoo. Mittlerweile bin ich der Umwelt zu Liebe vollständig auf unverpackte Shampoobars umgestiegen. Mein momentaner Liebling ist ein Kokosduft-Bar von Sauberkunst. Es schäumt super, was den Umstieg leicht macht, riecht lecker und kommt nur in einer dünnen Papierverpackung. Die Haare fühlen sich nach dem Waschen leicht und luftig an.


Mein anfängliches Problem:
Das Haarekämmen fällt ohne Spülung schwer und nach dem Trocknen "fliegen" die Haare, wie elektrisiert. 
dödomm... Aber ich blieb standhaft und versuchte es weiter. Und tatsächlich: die Probleme legten sich nach ein paar Wochen komplett. Der Grund, neben der Gewöhnungszeit: auch persönliches Fehlverhalten. Ich habe mein Haar nach dem Waschen mit einem Handtuch trocken gerubbelt. Mit Spülung, Konditioner und Haarkur im Haar geht das gut, aber ohne diesen Plastikmist kommt man dann mit einer Haarbürste eben nicht durch. Meinen Haaren tut es gut, wenn man sie nur mit den Handtuch trockendrückt und danach lufttrocknen lässt. Im trockenen Zustand komme ich super durch meine Haare. (Achtung: Ich habe glattes, feines Haar und keine Ahnung, wie dicke Locken auf dieses Prozedere reagieren)

vorne mein Kokos-Shampoobar nach 3 Monaten Verwendung

Abgesehen von den Haarwaschsubstanzen wollte ich auch an der Haarwaschhäugikeit arbeiten. Eine direkte Umstellung auf 10-Wochen-waschfrei konnte ich mit meinem eigenen Wohlbefinden nicht vereinbaren. Ich verlängerte die Zeit zwischen den Haarwäschen schrittweise. Überbrückte mit Mützen, Duttfrisuren und Trockenshampoo. Und das klappte ganz wunderbar. Akutell wasche ich meine Haare ungefähr zwei mal pro Woche (statt wie zuvor bis zu 9 mal pro Woche). Ziemlich gut, oder?


Ob man bei diesen grünen Gedanken im Badezimmer auch die Geldspar-Rchnung lohnt, hängt von den eigenen Gewohnheiten ab. Ich gebe für Shampoo und Spülung gerne Geld aus (zuletzt 3,99€ für Syoss Shampoo, 6,99€ für Aussie Spülung,). Bei einem 9-mal-pro-Woche-Duschrhytthmus reicht das Shampoo nicht lange und kostet hochgerechnet echt viel.

Ich benötigte 6 Shampoo- und 6 Spülungflaschen im Jahr
Das sind 186€ im Jahr
Das sind ca. 800g Plastikmüll im Jahr

Nur ich, nur hier, nur beim Haare waschen
Die Shampoobars von Sauberkunst kosten zwischen 5,00€ und 8,00€ und halten mit einem 2-mal-pro-Woche Turnus logischerweise ewig. Den Kokosbar von Sauberkunst benutzen wir zu zweit und ich vermute dass er uns so gut ein halbes Jahr ausreichen wird.
Mit meiner neuen Gewohnheit spare ich nicht nur Plastikmüll, sondern auch Zeit, Geld, und Wasser. Und der Extrabonus: Meine Haar sind viel gesünder, glänzender und fetten auch nach drei Tagen noch nicht.


Wie macht ihr das? Seid ihr Duschjunkies oder möchtet ihr auch nachhaltiger handeln?

Und noch was anderes: Wer von euch hat schon mal Roggenmehl als Waschsubstanz für die Haare verwendet? Habt ihr Tipps für mich? Zugegeben, der Gedanke sich Mehl in die Haare zu schmieren, ist seltsam, aber die Gründe die dafür sprechen sind zahlreich: keine Tenside, der totale Minimalismus, Kosten und Verpackung gleich Null! Ich frage mich, ob mir das nicht doch "zu sehr Ökotante" ist. Aber wie kann man etwas verteufeln, wenn man es nicht vorher getestet hat, oder?




Lieblingsgrüße!

18 Dezember, 2017

Lippenpflege selber machen - grüne Gedanken beim Schenken

Selbstgemachtes zu Weihnachten ist immer eine tolle Idee. Deshalb möchte ich euch heute ein total einfaches DIY Lipbalm Rezept zeigen, mit dem ihr eure Lieben überraschen könnt. Die Zutaten sind leicht zu besorgen bzw. man hat sie vielleicht schon im Haus. Die Erstellung ist super easy und dauert auch gar nicht lange.



Noch dazu bringt selbstgemachter Lipbalm einen nachhaltigen Gedanken mit.
Wenn ich an die vielen Plastikröhrchen denke, die allein in meinem Zwei-Perosnenhaushalt rumschwirren! Da tun wir mit den Lippenpflege-Döschen nicht nur unseren Lippen, sondern auch der Umwelt etwas Gutes! Die Zutaten sind schnell besorgt und wenn sie dann erst mal da sind, kann man sich im Grunde sein ganzes Leben lang selbst mit Lipbalm versorgen.






Du brauchst
2 EL Bienenwachs (gibt es in der Apotheke oder im Netz)
2 EL Sheabutter oder Kakaobutter (gibts in der Apotheke, bei dm oder im Netz)
2 EL Mandelöl, Kokosöl oder Olivenöl (auch hie Apotheke oder ihr habt es vielleicht sogar im Haus)
wiederverwertbare Döschen
evtl.  Tl Honig
evtl. Duftöle
evtl. Farbpigmente


Für die Organisation der Zutaten lohnt sich der Besuch in der Apotheke. Hier kann man sich auch ganz kleine Portionen abfüllen lassen und zahlt dafür wirklich nicht viel. Die Verpackungsdöschen der Apotheke lassen sich auch toll wieder verwenden. Vielleicht dürft ihr die Wachspastillen sogar in mitgebrachte Gefäße füllen lassen. Einfach mal lieb nachfragen. 
Online bestellen ist natürlich genauso möglich. Kleiner Wehrmutstropfen ist hier aber, dass die Zutaten in Plastiktüten oder Plastikdöschen ankommen. 
Edit
Bei den Tiegeln habe ich noch mal gründlich in meiner Erinnerung gekramt. Ursprünglich habe ich sie aus Aluminium einfach nicht für einen Versand innerhalb DE gefunden und in der Apotheke konnte man mir nur Kunststoffgefäße anbieten. Ich habe früher aber mal eine größere Bestellung hier aufgegeben. Die Gefäße sind etwas größer und kommen (natürlich) mit einem Kunststoffdeckel. Aber das ist doch noch die bessere Alternative. 





Die Herstellung ist nun denkbar einfach:
Alle Zutaten werden in ein Glasgefäß gefüllt und über einem heißen Wasserbad geschmolzen. Das dauert eine Weile. Rührt die Masse gelegentlich um und prüft, ob sich alle Wachspastillen aufgelöst haben.
Die Mengen könnt ihr auch gerne leicht variieren. Wer es fester mag, gibt mehr Bienenwachs hinzu, wer es lieber etwas weicher mag, der fügt mehr Kakao- oder Sheabutter hinzu.
Wer mag kann außerdem noch ein paar hautverträgliche Duftöle oder Farbpigmente (zum Beispiel von einem vorhanden Lippenstift) untermengen.
Dann wird die flüssige Masse direkt in den ausgekochten Behälter umgefüllt. Schon fertig.
Am Schluss habe ich noch eine Perle auf den Deckel geklebt und die Dose mit einem Maskingtape verschönert.
Der Lipbalm lässt sich super im Set verschenken. Zum Beispiel mit meinem selbstgemachten Zuckerpeeling oder meinem alltime favorite dem Kaffeepeeling.


Viel Spaß beim Nachmachen und verschenken!

P.S.:
Denkt an mein Gewinnspiel! Die Teilnahme ist nur noch heute möglich!
Hier lang! 

08 Dezember, 2017

Hau auf den Putz - Grüne Gedanken in der Küche

Wenn man erst mal anfängt, genauer hinzusehen, fällt einem immer mehr auf.
Momentan bin ich in einem regelrechten Flow!
Es macht mir Spaß Verschwendungen von Ressourcen aufzudecken und sie zu beheben, wenn es mir möglich ist. Es funktioniert fast von allein.
Ich schalte Lichter aus, ich hebe Müll von der Straße auf, ich zerteile den Abfall im Haus in seine Bestandteile, ich lasse plastikverpackte Konsümgüter beim Einkauf links liegen.



Heute habe ich unsere miesen Schwammtücher ausgetauscht.
Kennt ihr diese Dinger? Bunte, für mein Empfinden viel zu kleine schwammige Lappen, die sich nach dem dritten Benutzen widerlich anfühlen. Zwar kann man sie auch in die Waschmaschine stecken, aber nach ein paar Maschinengängen lösen sich die Tücher auf.
Und - natürlich - beim Neukauf gibt es sie nur in Plastikfolie verschweißt.

Zu meiner Kinderzeit wurden alte Handtücher zerschnitten und für Abwasch und Hausputz verwendet. (Kleiner Funfact am Rande: Anhand dieser Handtuch-zu-Putzlappen-Aktion habe ich den Umgang mit der Nähmaschine gelernt. Damals durfte ich die Putzlappen nämlich mit einem Zickzack-Stich einfassen und sie so gegen Ausfransen schützen.)
Heute wäre diese Möglichkeit ebenso denkbar! Aber meistens werden bei uns aus Handtüchern Eulen, Dinos oder Wattepads. So ist es schon ganz schön schwer
mal ein altes Handtuch abzugreifen und zu zerschneiden.




Bei einer Unterhaltung mit meiner Mama habe ich fast beiläuftig erfahren: "Hey! Ich stricke mir gerade meine Putzlappen aus Baumwollresten zusammen."
Das will ich auch! Aber ich mag nicht stricken, also tauschen wir ihre Strickware gegen meine Nähware. Tataaa! Vier neue Putzlappen, kostenfrei, plastikfrei, wiederverwendbar und dazu noch wesentlich stylischer, als Handtuchreste.
Der erste Praxistest zeigt: Sie lassen sich super anwenden, werden auch nach dem Trocknen nicht hart und unhandlich wie Schwammtücher und sind nach der Reinigung in der Waschmaschine wie neu.

Wieder ein kleiner Beitrag von uns für einen grünen Fußabdruck.
Wie haut ihr auf den Putz?

Lieblingsgrüße!