Voreiniger Zeit, habe ich mir ein Fenster in die Zerowastewelt geöffnet.
In den vergangenen Wochen und Monaten habe ich viel über Nachhaltigkeit, Umweltschutz und grüne Gedanken gelernt. Mein Wissen habe ich gerne mit euch geteilt. Und auch ihr konntet mich immer noch wieder für neue Experimente begeistert.
Ich denke, wir sind gemeinsam gewachsen und ich glaube, wir können gemeinsam behaupten, dass wir jetzt einen ganz kleinen aber wichtigen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten.
Für mich ist es jetzt Zeit für ein kleines Resumee.
Einer der interessantesten Zerowastebereiche in einem normalen Haushalt ist das Badezimmer. Hier kann man bereits ohne große finanzielle Mittel und ohne sehr großen Aufwand viel verändern.
Was habe ich verändert?
Ich will keine Shampooflaschen mehr
Ich brauche seit Beginn meine Zerowasteerfahrung keine Shampooflaschen mehr. Stattdessen bin ich vollständig umgestiegen auf feste Shampoobars. Der Wascheffekt ist der gleiche, der Duft ist traumhaft, der Müll dabei ist quasi null und ich persönlich spare dabei sogar noch Geld.
Nach einem 9mal-pro-Woche-mit-Shampoo-und-Spülung Waschrhythmus der mich jeden Monat zwei große Plastikflaschen kostete, nutze ich nur noch meinen Shampoobar und das seltener als zuvor. Haarmasken mache ich mir bei Bedarf übrigens auch selber. Aus Ei, Zitrone, Kokosöl, Honig, Avocado oder Banane kann man sich alles mögliche zusammen mischen.
Bitte schenkt mir keine Duschgels mehr.
Es hat eine ganze Weile gedauert, denn von vielen lieben Menschen mit vielen lieben Gedanken wird man immer wieder mit kleinen Geschenken bedacht. Meist sind es Lotions, Kuren, Peelings, Masken und eben viel Duschgel. Die Unmengen aufzubrauchen war nicht leicht. Einiges habe ich tatsächlich weiterverschenkt. Wegwerfen ist schließlich auch keine Option.
Tatsächlich brauche ich aber einfach gar kein Duschgel! Nichts, nada, niente!
Sollte ich mich wirklich mal sehr einsauen (Zum Beispiel bei Gartenarbeit und vielleicht mal bei einem MuddyAngelRun (*träum*)) hilft mir handelsübliche Seife.
Möchte ich mir doch etwas Luxus gönnen, mache ich mir aus Ölen mit Zucker oder Kaffeesatz ein herrliches Biopeeling.
Nein, das mache ich tatsächlich gar nicht. Alle Bodylotions, die ich noch hatte, habe ich weitergegeben oder (weil sie auch bereits viele viele Jahre unbenutzt herumstanden) entsorgt. Ich habe mich ohnehin selten nach dem Dusche eincremt (hey hey hey... ich bin ja auch kein Beautyblogger, nech). Wenn meine Haut doch mal vor Trockenheit juckt, habe ich ein schönes Öl von Weleda im Schrank stehen. Das hält ewig. Wirklich.
Ich putze meine Zähne nicht mehr...
...wie zuvor. Superchemiewhiteningzahncreme neben elektrischen Zahnbürste mit Wechselaufsatz. Das war einmal. Ich bin auf eine Bambuszahnbürste umgestiegen und mache mir meine Zahnpasta selber. Die Zähne fühlen sich super sauber an und machen mir keine Probleme. Auch der Zahnarzt ist zufrieden. Die elektische Zahnbürste verwende ich aber dennoch ab und zu. Ich habe sie mir damals im Set mit gut 30 Köpfen besorgt... davon hab ich also noch lange etwas.
Q-Tips nicht für mich!
Zumindest nicht in der üblichen Variante mit Plastikstil. Die Stäbchen gibt es auch in der Bambusvariante. Sogar recht günsitg im Drogeriemarkt. Außerdem habe ich mir eine bewusstere Verwendung der Reinigungsstäbchen angeeignet.
Selbermachen!
Wattepads kaufe ich nicht mehr, denn die sind mit ein paar Handgriffen und aus Stoffresten schnell selbstgemacht. Auch meine Lippenpflege mache ich selber. Das geht super schnell und so ein kleiner Vorrat reicht für ein ganzes Jahr. Selbst wenn man hier und da noch ein Döschen Lippenpflege verschenkt.
Tassen hoch, Mädels
Seit kurzem bin ich auch im Club der Menstruationstassen Nutzerinnen.
Ich bin begeistert von diesem tollen Teil, habe aber auch nach wie vor die üblichen Monatshygieneartikel. Ich denke hier stecke ich noch mitten im Wandel.
Hilfe so viel Handcreme
Auch bei meiner Handcreme habe ich auf eine plastikfreie Selbermacherversion gesetzt. Sie funktioniert wirklich klasse und reicht mir für meine tägliche Pflege vollkommen aus, aber sie setzt sich bei mir noch nicht so richtig durch.
Denn ich schaffe es einfach nicht, die Berge von Handcreme abzubauen, die noch hier im Haus sind. Und selbst wenn ich mal eine Tube geleert habe, kommt von irgendwo eine neue Tube als Geschenk daher. Ich habe sie kürzlich mal zusammen gesucht und zähle: 3 Handcremes in der Küchenschublade, 2 Handcremes in der Nagellackkiste, 1 Handcreme im Badezimmer, 1 Handcreme in der Büroschublade und 1 Handcreme im Auto.
Soweit, so wundervoll!
Ich liebe den Anblick im Bad von viel weniger und dafür viel schöneren Artikeln.
Aber es ist nicht alles Gold was glänzt.
Einiges, das ich euphorisch ersetzt habe musste ich im Nachhinein wieder rückgängig machen:
Beim Deo zum Beispiel hatte ich große Schwierigkeiten
Ich habe insgesamt Deos von drei verschiedenen Anbieter ausprobiert.
Das Gefühl, dass wieder (Schwitz-) Wasser meinen Körper verlässt, war dabei weniger das Problem für mich. Der Geruch war ansich auch okay. Kein Vergleich zu vorher aber auch nicht so, dass man schon von weitem ein Nicht Gewaschen! vernommen hätte.
Problematisch dass alle Deos bei mir nach einiger Zeit eine allergische Reaktion hervorriefen. Die Haut wurde dick und rot und juckte. Dödömm...
Ich habe das erst auf die Eingewöhnungsphase geschoben. Schließlich musste ich mich von einem aluminiumhaltigen Antitranspirant heruntergewöhnen. Aber nach nun fast vier Monaten habe ich entschieden, dass ich mich nicht länger quälen möchte.
Gesichtsseife hat mich nicht vollständig überzeugt. Grundsätzlich spannt meine Haut nach der Anwendung von Seife. Sie ist halt sehr sensibel und wird sich schon dran gewöhnen, dachte ich mir. Sie wird schon sehen, was sie davon hat, dachte sich meine Haut und bedachte mich mit ungewöhnlich vielen Unreinheiten und größeren Poren. Dödömm.
Es wurde auch nach längerer Anwendung eher schlimmer als besser, so dass ich heute wieder auf altbewährtes zurückgreife.
Roggenmehlshampoo war eine Sache, die ich einfach mal ausprobieren musste. Und ja. Es funktioniert. Die Haare werden sauber. Aber ganz ehrlich. Das ist nichts für mich. Dieses Anrühren und Vorbereiten, diese Sauerei im Bad, die Restpartikel in den Haaren.
In einer verrückten Phase habe ich übrigens auch versucht Make up selbst herzustellen. Das war ehrlich gesagt nicht mal erwähnenswert und ein reiner Fail. Das meiste ist erst gar nicht verwendbar gewesen, was verwendbar war machte mich aber nicht schöner, sondern fleckig. Ich achte auf tierversuchsfreie Kosmetik, aber selber machen werde ich sie nicht mehr.
Ihr seht, alles klappt für mich einfach nicht, einiges nur bedingt.
Aber für all die kleinen Dinge, die für mich in der nachhaltigeren Variante funktionieren, bin ich einfach sehr dankbar.
Kleine Schritte, Ladies. Ihr wisst, was ich meine.
Und ihr? Habt ihr auch etwas ausprobiert, was dann im nachhinein einfach überhaupt nicht sinnvoll war?
Lieblingsgrüße
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Dinge die noch auf meiner To-Test-Liste stehen:
Rasierhobel - möchte ich unbedingt mal testen. Scheint aber nur an Beinen und Achseln sinnvoll zu sein, also nicht für die Intimrasur geeignet
Badezusätze - gibt es da etwas Tolles, dass ihr empfehlen könnt? Selbstgemachte Sprudelbomben sind zwar nett und werden auf jeden Fall getestet, aber sie sind noch nicht so das, wonach ich suche. Bislang verzichte ich einfach gänzlich auf den Luxus.








